Ein weiteres Bauprojekt in der St.Galler Frauenbadi: Grünes Licht für die neue Wintersauna

Diese Woche starten in der Frauendbadi über der Stadt St.Gallen die Bauarbeiten für die «Weiere Sauna». Einweihung der Anlage für alle soll am 19. und 20. Dezember sein. Die Finanzierung des Saisonstarts ist gesichert. Betriebsleiter wird Peter Büchler, der früher schon als Badmeister in der Frauenbadi tätig war.

Reto Voneschen
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Die im Winter 2019/20 sanierte St.Galler Frauenbadhütte am Chrüzweier auf Dreilinden. In den kommenden Monaten wird hier auch noch eine Wintersauna für alle eingebaut.

Die im Winter 2019/20 sanierte St.Galler Frauenbadhütte am Chrüzweier auf Dreilinden. In den kommenden Monaten wird hier auch noch eine Wintersauna für alle eingebaut.

Bild: Reto Voneschen (13.9.2020)

Das Geld ist beisammen, die Planung steht: Diese Woche startet auf Dreilinden ein aussergewöhnliches Rennen gegen die Uhr. In den kommenden vier Monaten wird in der Frauenbadi die Wintersauna für alle eingebaut. Erstmals eingeheizt werden sollen die beiden Saunakabinen am Freitag, 18. Dezember. Am Wochenende vom 19. und 20. Dezember soll Eröffnung sein. Am 21. Dezember startet voraussichtlich der reguläre Saunabetrieb.

Die Handwerker sind in den Startlöchern

Bevor es soweit ist, muss allerdings noch Einiges erledigt werden. Diese Woche starten Grabarbeiten für Erdsonde und Kanalisation. Für Oktober sind Sanitär-, Elektro- und Heizungsarbeiten geplant. Ab Ende Oktober und im November werden Holzarbeiten ausgeführt. Ziel des ehrgeizigen, aber laut Peter Hutter vom St.Galler Architekturbüro Barão-Hutter realistischen Terminplans ist es, die neue Anlage am 18. Dezember probehalber erstmals für den Vorstand der Genossenschaft «Weiere Sauna» aufzuheizen.

Architekt Peter Hutter und Genossenschaftspräsidentin Barbara Ochsner beim symbolischen Spatenstich für die «Weiere Sauna».

Architekt Peter Hutter und Genossenschaftspräsidentin Barbara Ochsner beim symbolischen Spatenstich für die «Weiere Sauna».

Bild: Reto Voneschen (13.9.2020)

Der Startschuss für die Realisierung der Sauna fiel am Sonntag an der dritten Generalversammlung der Trägergenossenschaft. Angesichts der Bedeutung des Anlasses waren über fünfzig und damit deutliche mehr Genossenschafterinnen und Genossenschafter als in früheren Jahren in der Frauenbadi erschienen. Nachdem sich das Projekt in früheren Jahren unter anderem wegen der überraschend nötigen Sanierung der Frauenbadhütte durch die Stadt verzögert hatte, bekamen sie diesmal nur Positives zu hören.

Finanzen für den Start beisammen, Betriebsleiter eingestellt

Blick in die Garderobe der neuen «Weiere Sauna».

Blick in die Garderobe der neuen «Weiere Sauna».

Illustration: Barão-Hutter Atelier

Die 1,05 Millionen Franken für den Einbau der Sauna und die 50'000 Franken für den Start der ersten Saison sind beisammen. Einen massgeblichen Anteil daran hatte ein Crowdfunding im Winter 2019/20. Ziel waren 100'000, herein kamen 117'000 Franken. Der Genossenschaftsvorstand mit Präsidentin Barbara Ochsner konnte bereits auch einen Betriebsleiter für die Wintersauna einstellen: Peter Büchler übernimmt diesen Job ab Dezember im 80-Prozent-Pensum.

Der Empfang der «Weiere Sauna».

Der Empfang der «Weiere Sauna».

Illustration: Barão-Hutter Atelier

Er ist kein Unbekannter in der Frauenbadi, war er hier doch bereits als Badmeister tätig. In diesem Sommer arbeitet er in dieser Funktion in der Badhütte Rorschach. Die erste Wintersaison von Büchler auf Dreilinden wird, wenn alles klappt, von Weihnachten 2020 bis Ende April 2021 dauern.

Genossenschaft sucht finanzielles Polster

Die statutarischen Traktanden der Genossenschaft «Weiere Sauna» wurden am Sonntag rasch abgehakt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Mathias Schütz. Und bereits macht sich die Genossenschaft auf die Suche nach weiteren Finanzen – als Polster und zur Sicherung der zweiten Saison.

Weiterhin willkommen sind Genossenschafterinnen und Genossenschafter. Weiter besteht die Möglichkeit Geld als Darlehen für zwei Prozent Jahreszins anzulegen. Und man kann ein Generalabo für die Sauna lösen; vier Jahre kosten 4000 Franken.

Die «Weiere Sauna» im Plan

Zutritt zur Sauna von aussen her hat man durchs Entrée und weiter in den verglasten Empfang im Hauptgebäude der Frauenbadi. Links und rechts des Entrées sind die Garderoben angeordnet. Im linken Flügel der Frauenbadi befinden sich die beiden Saunakabinen - mit 80 bis 100 Grad Celsius. Im rechten Flügel wird ein Ruheraum für maximal zehn Personen eingebaut. Die Aussenbecken und die Aussenbereiche der Jugendstil-Frauenbadhütte stehen Saunagästen ebenfalls zur Verfügung .

Infos zur neuen Wintersauna auf Dreilinden gibt's im Internet unter www.weieresauna.ch.

Die klassische Ansicht der St.Galler Frauenbadi, wie sie immer wieder in Büchern, Kalendern oder Tourismusbroschüren zu sehen ist.
17 Bilder
Die klassische Ansicht der Frauenbadi im Chrüzweier wie sie sich derzeit präsentiert: Der Weiher ist teilweise abgelassen, die teilweise demontierte Badhütte steht auf dem Trockenen.
So deutlich zu erkennen: Die neuen Fundamente, die neuen Stahlträger und die neuen Holzteile der Frauenbadi.
Der eingezäunte Nichtschwimmerteil des Chrüzweiers (links im Bild) liegt derzeit trocken.
Die Badhütte vom Spazierweg entlang des Chrüzweiers aus.
Details des neuen Fundaments sowie...
...der erneuerten Tragkonstruktion.
Zum Vergleich: So präsentiert sich das Innere der Frauenbadi im «Normalzustand» (mit Blick von der anderen Seite des Gebäudes her).
Ein Blick in den südlichen Garderobenflügel der Frauenbadi.
Das Glockentürmchen wird derzeit vom Baukran weit überragt.
Der Projektbeschrieb.
So wird die Frauenbadhütte saniert.
Die nach aussen hin noch vollständig abgeschlossen Frauenbadi auf einer Ansichtskarte, die im Juni 1902 gelaufen ist. Im Hintergrund ist dort, wo sich heute die Liegewiese befindet zwischen den Bäumen der Nellusweier auszumachen.
Badefreuden einst: Der Bubenweier mit Blick nach Osten. Am Ende des Weihers ist auf der Ansichtskarte vor 1905 die erste Mädchenbadanstalt und dahinter zwischen den Bäumen die Frauenbadi zu sehen.
Auch schon ein historisches Bild: Dreilinden von oben. Links unten zwischen den Bäumen die Frauenbadi, rechts davon Gebäude und Liegewiese des Familienbads und vorne am unteren Bildrand die Minigolfanlage.

Die klassische Ansicht der St.Galler Frauenbadi, wie sie immer wieder in Büchern, Kalendern oder Tourismusbroschüren zu sehen ist.

Bild: Reto Voneschen (12.9.2019)
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