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Mit Stickstoff zubereitetes Dessert: Starkoch lehrt Gossauer Kinder kochen

Starkoch Rolf Caviezel hat am Samstag mit Kindern im Oberstufenzentrum Buechenwald in Gossau ein Menu gekocht: Burger, Schwingersalat und ein mit flüssigem Stickstoff zubereitetes Dessert.
Andrina Zumbühl
Tipps vom Starkoch: Im Oberstufenzentrum Buechenwald zeigt Rolf Caviezel den Kindern, worauf es beim Kochen ankommt. (Bild: Michel Canonica)

Tipps vom Starkoch: Im Oberstufenzentrum Buechenwald zeigt Rolf Caviezel den Kindern, worauf es beim Kochen ankommt. (Bild: Michel Canonica)

Weisser Rauch kriecht aus einer Schüssel über die Arbeitsplatte. 17 Augenpaare sind darauf gerichtet. Wenn Starkoch Rolf Caviezel inmitten von Schülerinnen und Schüler steht und mit Hilfe von flüssigem Stickstoff eine Nachspeise kreiert, erinnert das an eine Zaubershow.

Vorsichtig giesst Caviezel den flüssigen Stickstoff in die Schüssel und rührt das sich bildende Eis um. Die Schülerinnen und Schüler beobachten das magische Treiben. Immer wieder gemahnt Caviezel sie zu Vorsicht und Abstand. Denn mit dem minus 196 Grad kalten Stickstoff ist nicht zu spassen. Spass soll das Kochen aber trotzdem machen: Rolf Caviezel zeigt den Kochbegeisterten am vergangenen Samstag im Oberstufenzentrum Buechenwald etwa, was geschieht, wenn Popcorn, das in flüssigem Stickstoff war, in den Mund kommt: Es sieht aus, als würden die Kinder wie ein Drache aus dem Mund oder der Nase rauchen.

Neues Projekt: «Kids ab an den Herd»

Schüler des OZ Buechenwald entdecken die Molekularküche mit Koch Rolf Caviezel.(Bild: Michel Canonica)

Schüler des OZ Buechenwald entdecken die Molekularküche mit Koch Rolf Caviezel.
(Bild: Michel Canonica)

Der Starkoch hat sich vor allem mit der Molekularküche einen Namen gemacht. Sein neustes Projekt heisst «Kids ab an den Herd». Es soll Kindern aufzeigen, wie wichtig es ist, den richtigen Umgang mit Lebensmitteln zu lernen, zu kochen und gemeinsam zu essen, um vorbeugend etwas für die Gesundheit zu tun.

In Gossau war der erste Halt seiner «Kids ab an den Herd»-Tour. Der inzwischen in Grenchen wohnhafte Caviezel kommt ursprünglich aus St.Gallen und freut sich sichtlich, wieder einmal in seiner Heimat zu sein. «Döt woni jetzt wohn verstönds mi fasch nöd», sagt er den Kindern und Jugendlichen. Ein wichtiger Grund für den ersten Halt im Oberstufenzentrum Buechenwald in Gossau ist Hauswirtschaftslehrer Hans Ullmann, der das Kochen mit demselben Enthusiasmus wie Rolf Caviezel vermittelt. Hans Ullmann besucht gerne Weiterbildungen im Gastrobereich und hat so schon einige Starköche kennen gelernt.

In den Schulen werde immer seltener gekocht, findet Koch Rolf Caviezel. (Bild: Michel Canonica)

In den Schulen werde immer seltener gekocht, findet Koch Rolf Caviezel. (Bild: Michel Canonica)

Bei einer Weiterbildung lernte er Rolf Caviezel kennen. Die beiden verstehen sich gut und vertreten gemeinsam ihr Anliegen. Denn der Grund für den Kochanlass ist nicht bloss reiner Spass. Die Miene der beiden wird ein wenig sorgenvoll, wenn sie über die jetzige Entwicklung des Kochunterrichts sprechen: In den Schulen werde immer seltener gekocht. Rolf Caviezel erklärt, dass er dies bei seinem Sohn beo­bachten könne. Hans Ullmann bestätigt diese Tendenz. Er versucht, die theorielastige Hauswirtschaft etwas aufzulockern. «Ich bin eher der praktische Typ», sagt er. Das lässt er in seinen Unterrichtsstil einfliessen.

Lieblingsessen Bratwurst

Die Kinder und Jugendlichen konnten sich freiwillig für den Kochkurs anmelden. Vom Kindergartenkind bis zum Lehrstellensuchenden aus der Oberstufe haben sich Kochbegeisterte eingefunden. Die 16-jährige Livia etwa backt und kocht auch in ihrer Freizeit gerne und konnte sogar schon als Köchin schnuppern. Auch der 16-jährige Fabian kocht und dekoriert gerne. In diesem Sommer werde er eine Lehre als Koch im Schloss Oberberg beginnen, erzählt er stolz.

Das Essen wird angerichtet. (Bild: Michel Canonica)

Das Essen wird angerichtet. (Bild: Michel Canonica)

Rolf Caviezel und Hans Ullmann unterstützen die Schülerinnen und Schüler humorvoll und erklären ihnen allerlei Wissenswertes von der Körperhaltung beim Melonenschneiden bis hin zum Anrichten der Speisen. «Bizli lache», erinnert Caviezel die Kinder und Jugendlichen mehrmals. «Ich schneide gerade Zwiebeln», erklärt ein Junge mit tränenden Augen und muss sogleich loslachen.

Trotz Starkoch-Lehrmeister ist das Menu am Samstag keineswegs abgehoben. So stehen etwa auch ein Schwingersalat oder ein kleiner Burger auf dem Menuplan. Und das Lieblingsessen von Rolf Caviezel sei sowieso immer noch eine richtige St.Galler Bratwurst – ohne Senf.

Guten Appetit: Die Schülerinnen und Schüler essen gemeinsam an einer langen Tafel. (Bild: Michel Canonica)

Guten Appetit: Die Schülerinnen und Schüler essen gemeinsam an einer langen Tafel. (Bild: Michel Canonica)

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