Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Nachfolgersuche für Thomas Müller in Rorschach wird zur reinen Männersache

Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller tritt auf Ende des kommenden Jahres zurück. Mit dem Thaler Gemeindepräsidenten Robert Rahts (FDP) und dem Rorschacher Stadtrat Guido Etterlin (SP) stellen sich zwei Männer im kommenden Mai zur Wahl um das Stadtpräsidium. Eine Kandidatin ist bis anhin nicht auszumachen.
Rudolf Hirtl
Auch im 2004 abgeschafften Stadtparlament von Rorschach waren die Frauen in der Minderheit. (Bild: Rudolf Hirtl; Dezember 2004)

Auch im 2004 abgeschafften Stadtparlament von Rorschach waren die Frauen in der Minderheit. (Bild: Rudolf Hirtl; Dezember 2004)

Im Zusammenhang mit der im Frühling anstehenden Wahl des neuen Rorschacher Stadtpräsidenten fällt auf, dass Frauen bei der Nominierung allfälliger Kandidatinnen und Kandidaten bisher überhaupt keine Rolle spielen. Nicht nur dies, betrachtet man die Ämterlandschaft im Wahlkreis Rorschach, so sind Frauen klar in der Unterzahl. Sie besetzen beispielsweise kein einziges der neun Gemeindepräsidien.

Dem Wahlkreis Rorschach stehen zehn Sitze im Kantonsrat St. Gallen zu. Auch hier zeigt sich aus Sicht der Frauen ein unbefriedigendes Bild; zwei Frauen stehen acht Männer gegenüber.

Festgefahrene Rollenbilder

Jacqueline Schneider (SP), ehemalige Kantonsrätin Goldach. (Bild: PD)

Jacqueline Schneider (SP), ehemalige Kantonsrätin Goldach. (Bild: PD)

Woran liegt es, dass erfolgreiche Politikerinnen in der Region Rorschach eher Mangelware sind? Für die Goldacherin Jacqueline Schneider (SP), die von 2014 bis 2017 im Kantonsrat sass und neun Jahre Gemeinderätin von Goldach war, müssen die Frauen grundsätzlich ihre Bedenken beiseiteschieben und den Schritt in die Politik wagen. «Ich erlebe es immer wieder, dass Frauen zwar Interesse bekunden an Ämtern und Aufgaben, aber zum einen an ihren Fähigkeiten zweifeln und zum anderen an ihren Ressourcen. Bei Männern habe ich dies noch nie erlebt.» Schneider sieht das Problem in einer grundsätzlich falschen Bescheidenheit von Frauen. Die Geschäftsführerin der Frauenzentrale in St. Gallen räumt aber ein, dass man als Stadtpräsident besonders ausgestellt sei und damit leben müsse, von vielen Seiten angefeindet zu werden. Dennoch wünsche sie sich mehr Frauen, die sich davon nicht abschrecken liessen. Auch wenn die Vereinbarkeit von Familie und politischer Karriere nach wie vor ein Killer für die Ambitionen vieler Frauen sei, so sollten diese nicht warten, sondern aktiv nach vorne drängen.

«Für Frauen hat die Familie oft Priorität vor Beruf oder Politik», Monika Lehmann Kantonsrätin (CVP), Rorschacherberg

Maria Huber (SP), ehemalige Kantonsrätin Rorschach. (Bild: Nana do Carmo)

Maria Huber (SP), ehemalige Kantonsrätin Rorschach. (Bild: Nana do Carmo)

Maria Huber (SP) ist heute Gewerkschaftssekretärin des VPOD Ostschweiz. Davor politisierte sie neun Jahre als Mitglied im Gemeindeparlament Rorschach, amtete vier Jahre als Stadträtin und war elf Jahre als Kantonsrätin aktiv. Die 25 Jahre in politischen Ämtern bezeichnet sie als spannende Zeit, in der sie viel gelernt habe. Ihrer Meinung nach fehlt in der Region Rorschach der politische Mittelbau, also Frauen zwischen 30 und 55 Jahren. Daher sei es schwierig, eine Frau als Kandidatin für das Stadtpräsidium in Rorschach zu finden, die über genügend politische Erfahrung verfüge. Dennoch, sie würde das Amt vielen Frauen zutrauen. Erfahrungsgemäss müsse man aber bei Frauen nachhaken, diese von ihren Qualitäten überzeugen. Es gebe aber auch selbstbewusste Frauen, die sich durchaus aufdrängen würden. Wie hinderlich betrachtet sie die Vereinbarkeit von Familie und Karriere? «Gesellschaftliche Konventionen und noch immer in den Köpfen vorherrschende Rollenbilder dürfen keine Rolle spielen. Bestes Beispiel dafür, dass Karriere und Familie vereinbar sind, ist die St. Galler GLP-Stadträtin Sonja Lüthi», sagt Huber, die auch dafür plädiert, dass es für Mütter möglich sein soll, Kinder, etwa während einer Abstimmung, mit in den Ratssaal zu nehmen.

Junge Frauen an die Politik heranführen

Monika Lehmann (CVP), Kantonsrätin Rorschacherberg. (Bild: PD)

Monika Lehmann (CVP), Kantonsrätin Rorschacherberg. (Bild: PD)

Die Rorschacherberglerin Monika Lehmann sitzt seit 2004 für die CVP im St. Galler Kantonsrat. Ihrer Meinung nach braucht es mehr Bemühungen, um junge Frauen an die Politik heranzuführen. «Frauen gehen in der Regel vorsichtig vor. Es braucht Überzeugungsarbeit, damit sie sich in der kommunalen Politik engagieren. Meist sind sie schon glücklich, wenn sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen. Da hat dann die Politik nicht mehr erste Priorität.» Vor vier Jahren hätte sie sich eine Kandidatur für das Stadtpräsidium noch vorstellen können, sagt die 60-Jährige, doch heute sei das für sie kein Thema mehr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.