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Vereine in der Stadt St.Gallen klagen über hohe Hallenmieten - anderswo zahlen Clubs nichts

Sportvereine sind auch in der Stadt St.Gallen finanziell stark unter Druck. Der Grund sind hohe Sportplatz- und Hallenmieten. Besserung ist nicht in Sicht. Trotzdem gibt es auch Lob für das städtische Sportamt.
Christoph Renn
Trotz sportlichen Höhenflügen, wie hier von Spielerin Zerin Özcelik, ist der LC Brühl Handball finanziell nicht auf Rosen gebettet. (Bild: Ralph Ribi)

Trotz sportlichen Höhenflügen, wie hier von Spielerin Zerin Özcelik, ist der LC Brühl Handball finanziell nicht auf Rosen gebettet. (Bild: Ralph Ribi)

Zehntausende Franken zahlen städtische Sportvereine für die Mieten der Hallen und Sportplätzen pro Saison. Das belastet die Rechnung der meisten Clubs finanziell stark. So auch beim STV St.Gallen Volleyball. Nun wird sogar der eigene Erfolg zum Risiko: «Der Aufstieg in die 1. Liga wird uns zusätzlich finanziell belasten», sagt Claudio Rageth, Präsident des STV St. Gallen.

Andere Sportvereine in St.Gallen beklagen ähnliche Probleme. Vor allem diejenigen, die im Breitensport sehr aktiv sind und über eine grosse Nachwuchsabteilung verfügen. Trotzdem ist eine Senkung der Tarife bei der Stadt momentan kein Thema: Eine Besserung für die städtischen Vereine ist also nicht in Sicht.

Viel Geld auch für die Handballer

Quer durch die Sportarten sind Klagen über die Mieten für Hallen und Sportanlagen zu hören. Auch bei den Handballern: «Die Mieten sind ein beachtlicher Budget-Posten», sagt Alex Zehntner, Präsident des LC Brühl Handball. Die Kosten würden sich auf rund 45'000 Franken pro Saison belaufen – berechnet aus Trainingseinheiten und Spielbetrieb. Den TV St.Gallen Ost belasten die Hallen- und Sportplatzmieten laut Präsident Dominik Meli auch «recht stark».

Die Problematik ist den Verantwortlichen bei der Stadt bekannt. Doch: «Unsere Tarife decken nicht einmal die Aufwände für den Betrieb», sagt Marcel Thoma, Leiter der städtischen Dienstzstelle Sport (ehemals Sportamt). Deshalb seien die jetzigen Mieten eine direkte Unterstützung für die Vereine. Eine ganzjährige Benutzung einer Einfach-Halle einmal in der Woche für 90 Minuten kostet 280 Franken. Die Gebühr beträgt das Mehrfache bei Doppel- oder Dreifach-Hallen.

«Über die Höhe der Mieten muss diskutiert werden»

In anderen Gemeinden, wie beispielsweise Goldach, werden den Vereinen die Sportanlagen gratis zur Verfügung gestellt. Die unterschiedliche Praxis fordern die städtischen Sportklubs zusätzlich, damit sie ihre Spieler halten können. «Der hohe Mitgliederbeitrag macht unseren Verein sicherlich nicht attraktiver», sagt Claudio Rageth. Sein Verein könne von seinen Mitglieder nicht mehr Geld verlangen, die Schmerzgrenze sei erreicht.

Obwohl die Vereine finanziell gefordert sind, sind sich die Präsidenten einig, dass es grundsätzlich korrekt sei, das Hallenmieten erhoben werden. «Die Abwarte müssen manchmal ja auch bis um 22 Uhr in der Halle bleiben», sagt Patrick Münger, Präsident des HC Bruggen. Dies sei nicht selbstverständlich.

Trotzdem sei die heutige Regelung für die Vereine schwierig. Über die Höhe des Tarifs sollte gemäss Zehntner neu diskutiert werden. Die letzte Diskussion fand vor fünf Jahren statt. Damals erhöhte die Stadt im Rahmen des Entlastungsprogramms «Fit13plus» die Gebührentarife um satte 20 Prozent. «Eine Rücknahme dieser Erhöhung würde sicher alle Vereine substanziell entlasten», sagt Alex Zehntner.

Doch eine Änderung des Tarifs sieht die Stadt im Moment nicht vor. «Es ist weder eine Senkung noch eine Erhöhung ein Thema», sagt Marcel Thoma von der Dienststelle Sport. Ohnehin liege ein solcher Entscheid nicht in der Kompetenz der Stadtverwaltung. «Das ist eine politische Frage.» Solange die Tarife in der Budget-Debatte im Stadtparlament nicht diskutiert oder angepasst würden, blieben die Mieten auf der heutigen Höhe.

Für die Stadt sind Sportvereine unverzichtbar

Trotz finanzieller Schwierigkeiten loben die Vereine die Arbeit der Dienststelle Infrastruktur Bildung und Freizeit. «Wenn wir eine Halle brauchen, erhalten wir sie auch», sagt Patrick Münger. Zudem unterstützt die Stadt die Vereine bei speziellen Anlässen finanziell. «Im Jahr stellen wir rund 60'000 Franken zur Verfügung», sagt Marcel Thoma.

Die Sportklubs erhalten auch einen Beitrag für die Nachwuchsarbeit. Hier gibt es klare Regeln: Der Leiter muss eine fachliche Qualifikation nachweisen, den Jugendlichen muss ein ganzjähriges Training ermöglicht werden. Schliesslich sind die Vereine laut Thoma wichtig: «Für die Gesundheit der Bevölkerung sind sie unverzichtbar.»

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