Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Schlankheitskur: Die Gossauer Stadtwerke erhalten eine kleinere Geschäftsleitung

Der Gossauer Stadtrat verkleinert die Geschäftsleitung der Stadtwerke. Auch werden zwei Bereiche umgebaut. Damit sollen die Stadtwerke schneller und schlagkräftiger handeln.
Adrian Lemmenmeier
Umbau hinter der Fassade: Auf 1. Juli haben die Stadtwerke eine neue Struktur. (Bild: Hanspeter Schiess)

Umbau hinter der Fassade: Auf 1. Juli haben die Stadtwerke eine neue Struktur. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wenn Peter Guler am 1. Juli seine neue Stelle als Geschäftsführer der Gossauer Stadtwerke antritt, wird er einer dreiköpfigen Unternehmensleitung vorstehen. Sein Vorgänger Markus Baer leitete noch ein Gremium aus fünf Personen. Der Stadtrat hat beschlossen, die operative Leitung der Stadtwerke zu verkleinern. «Mit einer schlankeren Geschäftsführung können die Stadtwerke schneller und schlagkräftiger agieren», begründet Claudia Martin, Vorsteherin des Departementes Sicherheit und Versorgung, diesen Schritt.

Drei Abteilungen statt vier

Die verkleinerte Geschäftsleitung ist die Folge einer Umstrukturierung. Bisher waren die Stadtwerke in vier Abteilungen geteilt: «Netze und Infrastruktur», «Netzdienste», «Markt und Energie» sowie «Zentrale Dienste». Neu werden es drei sein: «Netze und Infrastruktur» und «Netzdienste» werden zusammengelegt. Ausserdem werden die Stabstellen «Glasfasernetz» und «Energienetz», die bisher direkt der Geschäftsleitung angegliedert waren, in die Abteilung «Markt und Energie» integriert.

Dieser Abteilung wird Geschäftsführer Peter Guhler auch direkt vorstehen. Urs Peter bleibt Leiter der Abteilung «Zentrale Dienste». Und für die Führung des neu zusammengelegten Bereichs wird eine Stelle ausgeschrieben. Somit scheiden drei bisherige Mitglieder aus der Geschäftsleitung aus. «Ihre Fachaufgaben werden sie aber weiterhin behalten», sagt Claudia Martin.

Indem die Abteilungen «Netze und Infrastruktur» und «Netzdienste» zusammengelegt werden, könne man zum einen Stellvertreterlösungen erleichtern, sagt Martin. Zum andern würden so Schnittstellen beider Bereiche auf Abteilungs- und nicht auf Geschäftsleitungsebene bearbeitet. «Und schliesslich ist eine solche Organisation auch bei vielen anderen Energieversorgungsunternehmen Usus.»

Die Neustrukturierung der Abteilung «Markt und Energie» sei deshalb sinnvoll, weil die Gossauer Stadtwerke in Zukunft stärker am Markt auftreten. «Derzeit wird zum Beispiel das Gossauer Glasfasernetz gebaut», sagt Martin. «Wenn es fertig ist, wird es wichtig sein, Produkte auf diesem Netz zu vermarkten.» Dies sei einfacher, wenn die Abteilungen Glasfasernetz sowie das Marketing unter einem Bereich zusammengefasst seien. Die Führung der Abteilung durch den Geschäftsführer stelle ausserdem dessen Nähe zum Alltagsgeschäft sicher.

Die Umstrukturierung stehe nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den anderen Veränderungen bei den Stadtwerken, über die am 10. Juni abgestimmt wird, sagt Martin (siehe Zweittext).

Mehr Spielraum am Markt

Die Gossauer Stadtwerke sollen am Energiemarkt flexibler agieren können. Dies bedingt einen Nachtrag zur Gemeindeordnung, über den am 10. Juni abgestimmt wird.

Der Vorschlag des Stadtrats, den das Parlament Anfang März einstimmig gutgeheissen hat, sieht vor, dass die Stadtwerke als unselbstständiges öffentlich­-rechtliches Unternehmen geführt werden. Das Parlament genehmigt weiterhin Budget, Jahresrechnung und Geschäftsbericht. Der Stadtrat legt gemeinsam mit einer fünfköpfigen Fachkommission, die noch geschaffen wird, und der Geschäftsleitung die Strategie des Unternehmens fest. Im Rahmen des Versorgungsauftrags soll der Stadtrat unabhängig vom Budget Energie beschaffen können. Er sieht vor, die Kompetenz dazu an die Stadtwerke zu delegieren, verbunden mit einer umfassenden Risikoüberwachung, wie es in der Abstimmungsvorlage heisst.

Derzeit ist der Kauf von Energie bei den Gossauer Stadtwerken an langwierige politische Prozesse gebunden. Um dies zu ändern, wollte der Stadtrat zuletzt 2016 die Stadtwerke zu einem rechtlich selbstständigen Unternehmen machen. Das Stadtparlament lehnte die Vorlage 2017 ab und beauftragte den Stadtrat, den Spielraum der Stadtwerke andersweitig zu erhöhen. (al)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.