XL-Becken im Blumenwies?

Zur Lösung der Kapazitätsprobleme in den städtischen Hallenbädern spielen die Baubehörden den Ball dem Sportamt zu. Dieses wünscht sich ein 25 mal 50 Meter grosses Schwimmbecken.

David Gadze
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Die Bahnen des 25-Meter-Beckens im Hallenbad Blumenwies werden sich mit dem Ende der Freibadsaison wieder mit Schwimmern füllen. (Archivbild: Ralph Ribi)

Die Bahnen des 25-Meter-Beckens im Hallenbad Blumenwies werden sich mit dem Ende der Freibadsaison wieder mit Schwimmern füllen. (Archivbild: Ralph Ribi)

Am vergangenen Wochenende ging die Badesaison in den städtischen Freibädern zu Ende. Einzig der Mannenweier ist noch bis 15. September beaufsichtigt. Und spätestens wenn es zu «herbsteln» beginnt, werden das Hallenbad Blumenwies und das Volksbad wieder aus allen Nähten platzen.

Stadtrat antwortet «nächstens»

Seit Jahren bestehen Pläne für einen Um- und Ausbau des Blumenwies. Schwimmer fordern schon lange ein 50-Meter-Becken. Damit dieses nicht wegen Sparmassnahmen ins Wasser fällt, reichte die IG Hallenbad Blumenwies Ende Mai eine entsprechende Petition mit der Rekordzahl von 13 346 Unterschriften ein. Die Antwort des Stadtrats auf die Eingabe steht noch aus. Sie dürfte laut Stadträtin Patrizia Adam aber «nächstens» erfolgen.

Im Hintergrund wird währenddessen nach Lösungen gesucht. «Es ist eine Tatsache, dass es in der Stadt für die Schwimmer zu wenig Wasserfläche gibt», sagt Stadtbaumeister Erol Doguoglu. Gemäss den Richtlinien des Bundes fehlen rund 650 Quadratmeter. Für einen Ausbau des Blumenwies habe man deshalb sowohl baulich als auch kostenmässig «alle Varianten überprüft». «Wir sind der Ansicht, dass ein 50-Meter-Becken primär dem Spitzensport nützen würde. Dem Breitensport wäre es jedoch nicht dienlich.» Dafür seien Becken mit 25 oder 33 Metern Länge besser geeignet.

«Der Ball liegt beim Sportamt»

Das Sportamt müsse nun darlegen, wie der Bedarf an mehr Wasserfläche gedeckt werden soll. Ausserdem sei es eine «strategische Frage», ob das Blumenwies eher im Spitzen- oder im Breitensport positioniert werden soll. «Wenn das Sportamt ein 50-Meter-Becken als notwendig erachtet, werden wir nach Möglichkeiten suchen, so ein Projekt umzusetzen», sagt Doguoglu. Allerdings sei die Finanzierung – die Stadt rechnet dafür mit fast 40 Millionen Franken – vor dem Hintergrund der derzeitigen Sparbemühungen der Stadt alles andere als gewährleistet. «Ein entsprechender Kredit wäre ein gewaltiger <Lupf> in der Investitionsplanung.»

«Hoffnungslos überlaufen»

Für Marcel Thoma, Leiter des Sportamts, ist die Sache klar: «Wenn ich wünschen kann, will ich die besten Voraussetzungen für den Schwimmsport in der Stadt St. Gallen schaffen.» Ihm schwebt ein 25 mal 50 Meter grosses Becken im Blumenwies vor. «Damit könnten wir den Spitzen- und den Breitensport kombinieren», sagt Marcel Thoma. Das heutige Becken sei mit seinen 25 mal 5 Metern oft «hoffnungslos überlaufen». Bei der Auslastung sei es dagegen im schweizweiten Vergleich absoluter Spitzenreiter. «Im Winterhalbjahr müssen wir reihenweise Anfragen für seine Nutzung abweisen.»

Ganze Region würde profitieren

Natürlich stelle sich die Frage, wie viel und welche Infrastruktur es für den Spitzensport brauche, sagt Marcel Thoma. Von einem grossen Schwimmbecken würde aber die ganze Region profitieren, ist der Leiter des Sportamtes überzeugt. Das nächstgelegene 50-Meter-Becken befindet sich nämlich in Winterthur. «Und wenn man auf der anderen Seite der Stadt eins sucht, muss man bis ins Tessin fahren.»