St.Galler Imam rät Eltern zu Gewalt gegen ihre Kinder

ST. GALLEN. Kinder sollen geschlagen werden, wenn sie nicht beten wollen: Diese Meinung vertritt der Imam der El-Hidaje-Moschee in Winkeln, Fehim Dragusha. Auf seiner Homepage fordert er die Eltern auf, ihre Kinder ab dem siebten Lebensjahr zum Gebet zu bringen.

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Kinder sollen geschlagen werden, wenn sie nicht beten wollen: Diese Meinung vertritt der Imam der El-Hidaje-Moschee in Winkeln, Fehim Dragusha. Auf seiner Homepage fordert er die Eltern auf, ihre Kinder ab dem siebten Lebensjahr zum Gebet zu bringen. Ab dem zehnten müssten sie geschlagen werden, wenn sie nicht folgen würden. Und weiter: «Jeder, der diese Methodologie bei der Erziehung der Kinder anwendet, wird keine Schwierigkeiten und Ermüdungen in Sachen der Religionslehre haben.»

Moslems distanzieren sich

Wie die Zeitung «Der Sonntag» gestern berichtete, sind sogar Moslems über diese Aussage empört: «Die Verantwortlichen heiligen damit eine Methode des siebten Jahrhunderts, unabhängig von den Errungenschaften unserer Zeit, von Menschenrechten. Das ist hochproblematisch», wird etwa Saida Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, zitiert. Auch der Islamwissenschafter Andreas Tunger-Zanetti hat gemäss Recherchen der Zeitung kein Verständnis dafür: «Dieses Zitat ist völlig deplaziert und sendet, wohl aus Gedankenlosigkeit, ein falsches Zeichen.»

«Behörden müssen handeln»

Ein weiteres Zitat auf der Homepage von Fehim Dragusha lautet: «Wir sind Zeugen der Tatsache, dass viele Eltern ihre Kinder zu Nebentätigkeiten anspornen wie Tanz oder Sport, zulasten des Koran und somit die Kinder nicht nach den islamischen Regeln erzogen werden.» Gemäss dem «Sonntag» zeigt sich auch SVP-Nationalrat Lukas Reimann entsetzt über diese Äusserungen. Er fordert die Behörden auf, zu handeln und die Moschee sofort und genau unter die Lupe zu nehmen. (kam)