Ein Kartenspiel für gute Feinde

Vier St. Galler Freunde haben ein Kartenspiel entwickelt. Es heisst «Frantic» und ist ebenso fies wie unberechenbar. Noch gibt es erst Prototypen, für weitere 500 Exemplare ist das Team noch auf Geldsuche.

Roger Berhalter
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Die Erfinder und ihr Spiel: Stefan Weisskopf, Pascal Frick, Pierre Lippuner und Fabian Engeler (von links). (Bild: pd)

Die Erfinder und ihr Spiel: Stefan Weisskopf, Pascal Frick, Pierre Lippuner und Fabian Engeler (von links). (Bild: pd)

Fies ist es, dieses Spiel. Und unberechenbar. Plötzlich kann die «Tornado»-Karte fallen, und alle Karten werden eingezogen und neu verteilt. Oder die «Communism»-Karte: Die Spieler müssen so lange ziehen, bis alle gleich viele Karten in der Hand halten. Besonders gemein ist die «Fuck You»-Karte. Man wird sie kaum mehr los, und wer sie am Ende der Runde noch in der Hand hält, kassiert Extrapunkte – dabei geht es bei «Frantic» doch gerade darum, möglichst wenige Punkte zu sammeln und alle Karten loszuwerden.

Wie «Uno», nur böser

«Dieses Spiel kann Freundschaften zerstören», sagt Pascal Frick und lacht. Er ist einer von vier St. Gallern, die in den vergangenen fünf Jahren das Kartenspiel «Frantic» entwickelt haben. Als bei einem Campingausflug der Rucksack mit (gewöhnlichen) Jasskarten verloren ging, zeichneten sich Frick und seine Freunde Fabian Engeler und Stefan Weisskopf kurzerhand ihre eigenen. «Frantic» heisst das Ergebnis, und es spielt sich ähnlich wie der Kartenspiel-Klassiker «Uno», ist aber um einiges böser. Kein Wunder, geben sich die vier Spieler im Werbevideo am Ende aufs Dach.

Selbst der Sieg ist unsicher

144 Karten gehören zum Spiel, darunter 19 sogenannte Effektkarten. «Diese können das Spiel jeweils komplett durcheinander wirbeln», sagt Stefan Weisskopf. Selbst wenn eine Runde vermeintlich fertig ist, ist sie manchmal noch nicht vorbei: Wer «Nice Try» legt – die wohl fieseste Karte von allen – macht den Gewinn wieder rückgängig, und das Spiel geht weiter.

Fertig bis Weihnachten

Vier Prototypen von «Frantic» liegen mittlerweile vor. Gestaltet vom Grafiker Pierre Lippuner, dem Vierten im Bunde. Ein Schweizer Hersteller soll nun für 6000 Franken weitere 500 Exemplare produzieren. Das nötige Geld möchten die 23-Jährigen bis in drei Wochen mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sammeln, so dass «Frantic» im Idealfall noch unter dem Christbaum liegen kann. Weitere Ideen haben die vier Freunde, die ihr Spiel unter dem Namen «Rulefactory» vertreiben, schon auf Lager. Auf dem Tisch liegt bereits das nächste, selbst gezeichnete Kartenspiel.

Spenden sind bis 23. September möglich, siehe www.rulefactory.ch

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