Basar der Energiezukunft

ST.GALLEN. Die Stadt St.Gallen will Energiewissen bündeln und weitergeben: Im Mai 2012 lanciert sie mit den Olma Messen die Plattform «Energie» mit Ausstellungen und internationalen Konferenzen.

Ralf Streule
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Gemeinsame Sache: Olma-Präsident Nicolo Paganini (rechts) und Stadtrat Fredy Brunner bei der Vorstellung der neuen Plattform für erneuerbare Energien. Im Hintergrund das bedeutungsschwangere Logo: Das Energie-Wissen und verschiedene Anlässe sollen vernetzt werden. (Bild: Urs Bucher)

Gemeinsame Sache: Olma-Präsident Nicolo Paganini (rechts) und Stadtrat Fredy Brunner bei der Vorstellung der neuen Plattform für erneuerbare Energien. Im Hintergrund das bedeutungsschwangere Logo: Das Energie-Wissen und verschiedene Anlässe sollen vernetzt werden. (Bild: Urs Bucher)

Mit dem Label des «Energie-Vorreiters» rühmt sich die Stadt St. Gallen schon seit längerem: Energiekonzept 2050, mittelfristig geplanter Atomausstieg, Geothermieprojekt. Auf dieser Energiewelle soll es nun in der Gallusstadt weitergehen: Vom 23. bis 25. Mai 2012 veranstaltet die Stadt zusammen mit den Olma Messen die Plattform «Energie», mit einer Ausstellung zum Thema sowie bewährten internationalen Kongressen. Das Ziel des Energie-Wochenendes soll das Logo zeigen: Verschiedene Institutionen, Konferenzen, aber auch Fachwissen sollen gebündelt und verbunden werden.

Plattform wohl alle zwei Jahre

Im «Portfolio» der Olma Messen habe es das Thema Energie zwar schon bisher gegeben, sagte Olma-Direktor Nicolo Paganini an der gestrigen Pressekonferenz. Es sei aber jeweils nur ein kleiner Teil von Fachmessen gewesen. Was schade sei in einer Stadt wie St. Gallen, die mit dem Geothermieprojekt und dem von Professor Rolf Wüstenhagen geleiteten HSG-Lehrstuhl für Management erneuerbarer Energien viel Fachwissen vor der Haustür habe. Die neue Plattform widme sich nun ausschliesslich dem «derzeit sehr drängenden Thema». Noch ist laut Nicolo Paganini aber offen, ob die «Energie»-Plattform nach der Premiere 2012 alle zwei Jahre oder sogar jährlich stattfinden soll.

Stadt trumpft mit Know-how auf

Geplant sind bei der ersten Durchführung vier nationale und internationale Konferenzen und Foren für Fachleute, dazu eine begleitende Ausstellung auch für interessierte Anwender. Bemerkenswert ist die 20. Jahreskonferenz des Europäischen Klima-Bündnisses, die 2012 anlässlich der «Energie» zum ersten Mal in St. Gallen stattfinden wird (Kasten). Weiter wird im Mai die internationale Jahreskonferenz «Geothermie Bodensee» stattfinden, wie Stadtrat Fredy Brunner an der Medienkonferenz erklärte. Ziel sei es, das St. Galler Geothermie-Know-how mit anderen Städten im Einzugsgebiet Bodensee zu teilen. Neben Vorträgen sei auch eine Exkursion zur Geothermie-Bohrung im Sittertobel geplant.

HSG-Professor Rolf Wüstenhagen berichtete an der gestrigen Präsentation der neuen Plattform über einen weiteren Anlass, der im Rahmen der «Energie» stattfinden wird: Das dritte St. Galler Forum für Management erneuerbarer Energien. 150 Personen nahmen in den ersten beiden Jahren teil, darunter Energiefachleute, Personen aus Wirtschaft und Politik. Diskutiert werden Entwicklungen, Geschäftsmodelle und Durchbrüche im Management erneuerbarer Energien.

Ideenaustausch von Experten

Ein eigentlicher Marktplatz der Ideen sei schliesslich der vierte Anlass an der «Energie»-Plattform: Das Forum des Kompetenzzentrums für Energie und Mobilität (CCEM). Wissenschafter verschiedener Hochschulen berichten von ihren Lösungsansätzen im Bereich der Energieanwendungen, diskutieren mit Besuchern über Visionen und Erfolgsgeschichten. In der geplanten Begleitausstellung schliesslich werden auch Laien zum Zug kommen. Auch dort gibt es Infos zu erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Dienstleistungen.