Alterswohnen statt grüne Wiese

Für den Bau eines Alterswohnheims soll eine Wiese im Riethüsli von der Grünzone zur Bauzone werden. Der Stadtrat legt dem Parlament ein entsprechendes Geschäft vor.

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Nach einer zehn Jahre dauernden Planungsphase mit zahlreichen Rückschlägen und Verzögerungen kommt das Riethüsli einem Alterswohnheim im Quartier einen entscheidenden Schritt näher: Für das Projekt «Betreutes Wohnen und Spitex im Riethüsli» der christlich-sozialen Wohnbaugenossenschaft beantragt der Stadtrat dem Parlament eine Zonenplanänderung an der Demutstrasse/Neststrasse. Zwei Parzellen der Ortsbürgergemeinde St. Gallen sollen für den Bau des Alterswohnheims in eine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen umgewandelt werden.

Keine Bedeutung im Quartier

Die Wiese gegenüber der Gewerbeschule wird von der Bauherrin, dem Quartierverein Riethüsli und schliesslich auch vom Stadtrat als geeigneter Standort für das Wohnheim angesehen. Der Stadtrat stellt sich damit gegen die Empfehlung eines unabhängigen Gremiums, auf die Umzonung und Überbauung der Wiese zu verzichten. Das Gremium aus drei Baufachleuten urteilte im vergangenen Sommer, dass die Wiese als Teil des Bernegghügels ein wichtiger Freiraum sei.

Die Stadtplanung folgte zunächst diesem Rat und schlug als alternativen Standort eine freie Wiese an der Gerhardtstrasse vor. Mit dieser war wiederum die christlich-soziale Wohnbaugenossenschaft nicht einverstanden. Und auch der Stadtrat argumentiert in der Vorlage: «Die Wiese an der Gerhardtstrasse ist zwar in der Bauzone, hat aber als Freifläche und Spielwiese nach wie vor eine grosse Bedeutung.» Demgegenüber habe der Hang an der Demutstrasse keinen besonderen Stellenwert fürs Quartier. Dies zeige auch eine Petition aus dem Riethüsli, mit der über 2000 Unterschriften für den Standort gesammelt worden seien.

Zentraler Standort

Darüber hinaus sei die Wiese an der Demutstrasse «mit dem öffentlichen Verkehr hervorragend erschlossen». Mit dem Alterswohnheim werde der Hang für einen Zweck genutzt, der speziell auf einen solch zentralen Standort angewiesen sei. «Damit wird bisher nicht genutztes Gelände im Sinne haushälterischer Bodennutzung zweckmässig verwendet», schreibt der Stadtrat.

Nun ist es am Stadtparlament, über die Zweckmässigkeit der Umzonung zu beraten. Gegen seinen Entscheid kann allerdings das fakultative Referendum ergriffen werden. (hae)