33 Meter müssen reichen

Der Stadtrat hält an den Sanierungsplänen für das Blumenwies fest. Ein gemeinsames Hallenbadprojekt mit Gossau ist für ihn kein Thema mehr. Dies nach dem klaren Ja der Gossauer zu einem eigenen Hallenbad.

Sarah Schmalz
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Schwimmer im Blumenwies. Ihr Platz bleibt auch künftig beengt. (Archivbild: Ralph Ribi)

Schwimmer im Blumenwies. Ihr Platz bleibt auch künftig beengt. (Archivbild: Ralph Ribi)

In der gesamten Ostschweiz gibt es kein 50-Meter-Becken. Mit dem Ausbau des Hallenbads Blumenwies zum Sport- und Freizeitzentrum hätte sich dies ändern sollen. Doch die Pläne werden wohl an den Sparbemühungen der Stadt scheitern: Um die Kostenobergrenze des Projekts von 25 Millionen Franken nicht zu überschreiten, will sich der Stadtrat auf ein neues Schwimmbecken mit einer Länge von 33,3 Metern beschränken. Das geht aus seiner Antwort auf eine Interpellation des CVP-Stadtparlamentariers Fabian Koch vom Frühling hervor.

Alternativ war auch ein gemeinsames Hallenbadprojekt mit Gossau diskutiert worden. «Könnten St. Gallerinnen und St. Galler in Zukunft im Westen der Stadt 50 Meter weit schwimmen?», hatte Koch in seiner Interpellation gefragt.

Keine Verhandlungen

Nach dem deutlichen Ja der Gossauer zum Neubauprojekt Hallenbad Buechenwald aber ist dieses Thema für den Stadtrat vom Tisch: «Gossau hat sich eindeutig für ein eigenes Hallenbad entschieden», schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf Kochs Interpellation. «Diesen Entscheid gilt es bei aller Offenheit für eine mögliche gemeinsame Hallenbadlösung zu akzeptieren.» Der Stadtrat sehe keinen Raum für Verhandlungen mit Gossau und werde sich auf eine rein städtische Lösung zur Behebung des grossen Defizits an Wasserfläche konzentrieren.

Festgehalten ist dieses im städtischen Bäderkonzept aus dem Jahr 2010: Gemäss Richtlinien des Bundes müsste die gemeinsame Wasserfläche der Bäder Blumenwies und Volksbad rund 650 Quadratmeter grösser sein. Mit dem neuen Schwimmbecken im Blumenwies gewinnt die Stadt 830 Quadratmeter Wasserfläche dazu. Die Anzahl 25-Meter-Bahnen steigt von 5 auf deren 13. Trotz fehlender 50-Meter-Strecken bezeichnet der Stadtrat das Erweiterungs- und Sanierungsprojekt deshalb als massgeschneidert. «Die Bedürfnisse der Badegäste werden optimal abgedeckt.»

«Eine attraktive Baufläche»

Kochs weitere Fragen, etwa nach «der Beteiligung weiterer Regionsgemeinden an einem solchen gemeinsamen Hallenbad», werden ob der ablehnenden Haltung des Stadtrates hinfällig.

Dass der Parlamentarier sich nach der «attraktiven Baufläche» erkundigt, welche bei einer Hallenbadverlegung entstünde, lässt ausserdem Spekulationen über seine Motive zu: Koch ist Mitglied der Christlich-Sozialen Wohnbaugenossenschaft. «Ist die Stadt St. Gallen bereit, den Boden im Baurecht an gemeinnützige Wohnbauprojekte zu übergeben?», fragte er.