Bauen für mehr Sicherheit

Die Knotensanierung Rohrenmoos ist beschlossene Sache. Doch bevor der Gemeinderat Häggenschwil das definitive Okay zur Projektierungsauftrag erteilt, hat er die Bevölkerung zu einem Infoabend eingeladen.

Ramona Riedener
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Das Wirtepaar Maria und Johann Gemperle. Für die Knotensanierung wird die «Traube» abgebrochen. (Bild: Urs Jaudas)

Das Wirtepaar Maria und Johann Gemperle. Für die Knotensanierung wird die «Traube» abgebrochen. (Bild: Urs Jaudas)

LÖMMENSCHWIL. Wie dringend nötig die Knotensanierung im Rohrenmoos ist, wurde den rund 35 versammelten Einwohnerinnen und Einwohnern diese Woche im Restaurant Traube gleich zu Beginn der Versammlung verdeutlicht: Mit überhöhtem Tempo und quietschenden Reifen preschte ein Autofahrer an der besagten Kreuzung vorbei. Nein, das habe er nicht arrangiert, sagte Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring. Die betroffene Bevölkerung musste auch gar nicht mehr überzeugt werden, denn darin ist sie sich einig: An der Kreuzung Rohrenmoos muss etwas für die Verkehrssicherheit gemacht werden.

Inputs aus der Bevölkerung

Seit längerer Zeit wurden verschiedene Pläne im Zusammenhang mit der Knotensanierung Rohrenmoos erarbeitet und mit der Bevölkerung kommuniziert. Aus der Einwohnerschaft kam dann auch die Idee auf, das Restaurant Traube, das seit rund 120 Jahren ein Wirtshaus ist und ab nächstem Jahr nicht mehr genutzt wird, abzubrechen und auf der gegenüberliegenden Strassenseite bei der Scheune ein neues Wohnhaus zu errichten. Dieser Input wurde mit der Familie Gemperle besprochen und diese erklärte sich damit einverstanden. Inzwischen ist das Bauprojekt beschlossen und von der Behörde bewilligt. Der weiteren Planung der Knotensanierung steht nichts mehr im Wege.

Der Plan für die Gestaltung der Knotensanierung sieht einen rechtwinkligen Einlenker in die Bischofszellerstrasse und einen neuen Einlenker von der Finkenbachstrasse in die St. Pelagibergstrasse vor. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Übersichtlichkeit optimal gegeben ist. Von der Kreuzung bis zur Käserei Rohrenmoos soll ein Geh-und Radweg entstehen. Dem Anliegen der Bevölkerung nach mehr Schulwegsicherheit wurde dabei Rechnung getragen.

Nachdem die Einwohner sich mit dem Bauvorhaben einstimmig einverstanden erklärt haben, wird der Gemeinderat nun den Projektierungsauftrag erteilen. Das Projekt wird dann der Bevölkerung nochmals im Detail vorgestellt, bevor an der nächsten Bürgerversammlung über das Budget abgestimmt wird. Wenn alles reibungslos läuft, kann in einem Jahr mit Bauen begonnen werden, im Frühling 2016 könnten die Arbeiten abgeschlossen sein. Die neue Lösung der Knotensanierung kommt laut Hans-Peter Eisenring um einiges günstiger als die frühere Variante mit der Umfahrung des Restaurants. 200 000 bis 250 000 Franken soll das Bauprojekt kosten. Für den Geh- und Radweg, der auf der Kantonsstrasse liegt, rechnet man mit rund 80 000 Franken. Davon übernimmt der Kanton zwei Drittel. Dazu kommt die Kostenbeteiligung von rund 20 000 Franken der Gemeinde am Abbruch des Restaurants Traube, der für das Bauvorhaben zwingend ist.

Ein letztes Mal im Säli

Etwas Wehmut kommt dann doch auf bei den Versammelten. Wieder einmal schliesst ein Wirtshaus mit langer Tradition. Der Infoabend dürfte eine der letzten Gelegenheiten gewesen sein, sich im Säli zu treffen. Doch die Zeit lässt sich nicht aufhalten, sagen Maria und Johann Gemperle. Nächstes Jahr hört das Wirteehepaar nach 40 Jahren in der «Traube» auf.