Wettbewerb für das Waaghaus

Das Waaghaus soll für acht Millionen Franken saniert werden. Dazu lanciert die Stadt einen zweistufigen Planungswettbewerb. Die Gewinner dürften im Frühsommer 2011 feststehen.

Yvonne Bugmann
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Sanierungsfall Waaghaus. (Bild: Urs Jaudas)

Sanierungsfall Waaghaus. (Bild: Urs Jaudas)

Der bauliche Zustand des Waaghauses hat sich in den letzten zehn Jahren weiter verschlechtert. Deshalb empfiehlt die Stadt St. Gallen die Gesamtsanierung des schützenswerten Gebäudes. Dazu lanciert sie einen zweistufigen Wettbewerb. In einer ersten Phase lädt die Stadt zu einem Ideenwettbewerb ein. Bis zum 12. November können Architekten Vorschläge und Lösungen für die Nutzung des Erdgeschosses, den Saal im Obergeschoss sowie die dazugehörenden Nebenräume im Waaghaus einreichen.

Vorgesehen ist, das Erdgeschoss wie bisher Vereinen, Organisationen und Interessengruppen für flexible Nutzungen zur Verfügung zu stellen. Im Obergeschoss soll gemäss Wettbewerbsunterlagen ein verschieden nutzbarer, repräsentativer Saal mit Foyer entstehen, der weiterhin dem Stadtparlament als Sitzungsort dient. «Wir wollen auf möglichst breiter Basis klären, was für Möglichkeiten es gibt», sagt Stadtbaumeister Erol Doguoglu. Die Sanierung des Waaghauses sei eine «attraktive und spannende Aufgabe», glaubt er.

Er rechnet damit, dass sich 40 bis 50 Teams an dem Ideenwettbewerb beteiligen werden.

Stadtrat hat das letzte Wort

Ein Preisgericht, dem neben Doguoglu unter anderem Stadträtin Elisabeth Beéry und Franz Fässler, Präsident des Stadtparlaments, angehören, beurteilt im November die eingegangenen Vorschläge und wählt fünf bis zehn Teilnehmer aus, die zum anschliessenden Projektwettbewerb eingeladen werden.

In dieser zweiten Phase können die Architekturbüros ihre Vorschläge konkretisieren, wie Doguoglu erläutert. Im Frühsommer 2010 wählt das Preisgericht dann den Gewinner. In letzter Instanz entscheidet der Stadtrat, wer siegt.

Baubeginn 2013

Das Waaghaus wurde 1584/85 durch den Stadtbaumeister Wolfgang Fögeli als Kauf- und Waaghaus erbaut. Seit 1963 tagt der Gemeinderat respektive das Stadtparlament im Obergeschoss.

Gemäss Unterlagen finden zurzeit im Obergeschoss jährlich etwa 200 Veranstaltungen wie Vorträge, Ausstellungen oder Konzerte statt. Im Erdgeschoss sind es etwa 100 Anlässe, zum Beispiel Begleitveranstaltungen im Rahmen der Fasnacht, der Offa oder Olma.

Die geschätzten Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf rund acht Millionen Franken. Mit den Sanierungsarbeiten dürfte frühestens im Jahr 2013 begonnen werden, schätzt Doguoglu.