Mehr Platz für die Lehmann-Gruppe: Gossauer Stadtrat will im Erlenhof einzonen

Der Erlenhof wird der Lehmann-Gruppe zu eng. Nun sollen knapp 14000 Quadratmeter Baualand neu eingezont werden. Mitte Januar entscheidet das Gossauer Stadtparlament.

Johannes Wey
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Im Erlenhof wird der Platz knapp. (Bild: Michel Canonica)

Im Erlenhof wird der Platz knapp. (Bild: Michel Canonica)

Der Stadtrat hat zum richtigen Zeitpunkt aufs Gaspedal gedrückt: Im Sommer 2017 hat er den Teilzonenplan für 13852 Quadratmeter neues Bauland im Erlenhof erlassen und aufgelegt. Damit kam er dem Einzonungsmoratorium zuvor, welches mit dem neuen kantonalen Planungs- und Baugesetz im Herbst 2017 in Kraft getreten ist.

Diesen Monat kommt der Teilzonenplan ins Gossauer Stadtparlament. «Die Einzonung bringt uns eine Baulandreserve, um uns weiter zu entwickeln», sagt Katharina Lehmann, Verwaltungsratspräsidentin der Lehmann-Gruppe.

Büros und Reserve

Konkrete Pläne für das zusätzliche Bauland gebe es noch nicht. «Ein Zukunftsprojekt, dass wir dort realisieren wollen, ist ein neues Bürogebäude», sagt Lehmann. Damit könnten diese Arbeitsplätze wieder an einem Standort konzentriert werden. Ausserdem sollen künftig direkt beim Sägewerk weitere Arbeitsschritte möglich sein. «Dafür fehlt uns bislang der Platz.»

Bevor die Architekten ans Werk können, müssen nach der Genehmigung des Teilzonenplans unter anderem noch ein Sondernutzungsplan sowie ein Strassen- und Bachprojekt öffentlich aufgelegt und bewilligt werden. Im Sondernutzungsplan wird auch die Bebauung der übrigen Landreserve geregelt, allerdings weniger detailliert als es etwa bei Wohnbauprojekten üblich ist.

Derweil laufen im Geltungsbereich des bestehenden Sondernutzungsplans drei andere Bauprojekte («Tagblatt» vom 14. November 2018): Erweitert werden das Pellettierwerk, die Heizzentrale und das Schnittholzsortierwerk, sagt Lehmann.

Schutzverordnung und Kostenteiler

Zusammen mit dem Teilzonenplan soll das Stadtparlament auch eine Änderung der Schutzverordnung erlassen. Diese wird nötig, weil für eine Erweiterung bei der Lehmann-Gruppe auch der Loobach umgelegt werden müsste. Dieser verläuft heute über das Firmengelände. Teilweise ist der Bach eingedolt, teilweise liegt er offen, gesäumt von geschütztem Ufergehölz.

Der Bach soll nach Nordosten verlegt und sein Ufer neu bepflanzt werden, wie es in der Parlamentsvorlage heisst. Aus Sicht des Stadtrats bringt die Bachverlegung einen ökologischen Mehrwert. Die Umlegung soll auch die Hochwassergefahr verringern, die dem Unternehmen seit Jahren droht. Stimmt das Parlament den Plänen zu, müssen sich Stadt und Unternehmen über die Erschliessung einigen, wobei das Parlament voraussichtlich erneut ein Wörtchen mitzureden hätte.

Stadtrat sieht auch ökologische Vorteile

Im übrigen stellt sich der Stadtrat in der Vorlage hinter die Ausbaupläne der Lehmann-Gruppe. «Die Konzentration sämtlicher Arbeitsschritte auf einem Standort ist aus betriebswirtschaftlicher und ökologischer Sicht sinnvoll.» Die Gruppe lege grossen Wert auf geschlossene Kreisläufe entlang der Wertschöpfungskette des verarbeiteten Holzes. Deshalb soll die Erweiterung am bestehenden Standort erfolgen.