St.Galler Stadtrat strebt Verbesserungen für Velofahrer an

St.Gallen sei zwar noch keine Velostadt, findet der Stadtrat. Aber die Bemühungen, eine Velostadt zu werden, seien da.

Christina Weder
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In der Stadt St.Gallen sind weitere Massnahmen angedacht, um das Velofahren attraktiver zu machen.

In der Stadt St.Gallen sind weitere Massnahmen angedacht, um das Velofahren attraktiver zu machen.

Bild: Benjamin Manser

Der Stadtrat beantragt, das Postulat «Velostadt St.Gallen» für nicht erheblich zu erklären. Die Grünliberale Fraktion hatte dieses im Dezember eingereicht. Velofahren müsse einfacher, sicherer und schneller werden, schrieb sie. Damit möglichst viele Stadtbewohnerinnen und -bewohner aufs Velo umsteigen, müsse die Stadt entsprechende Strukturen bereitstellen. Sie wollte vom Stadtrat wissen, wie er zur Entwicklung des Veloverkehrs in der Stadt stehe.

Die Fragen sind gemäss Stadtrat bereits geklärt

In seiner Antwort schreibt der Stadtrat, St.Gallen sei zwar noch keine Velostadt. Aber die Bemühungen, eine zu werden, seien nicht von der Hand zu weisen. Die Stadt verfüge bereits über die Grundlagen für einen «Masterplan Veloverkehr». Die Überlegungen dazu sind im städtischen Richtplan, im Mobilitätskonzept 2040 und im Agglo­merationsprogramm enthalten. Der Stadtrat schreibt, die im Vorstoss geäusserten Fragen seien im Rahmen dieser Planung und Projektierung bereits geklärt worden. Entsprechende Antworten könnten deshalb bereits heute dem Stadtparlament unterbreitet werden.

Für den Stadtrat ist das Velofahren ein Grundpfeiler für eine nachhaltige städtische Mobilität. Dabei leugnet er nicht, dass St.Gallen im Vergleich zu anderen Städten beim Veloverkehr einen Nachholbedarf habe. Seit Jahren werde «mit grossen Anstrengungen» versucht, Verbesserungen zu erreichen. Eine Vielzahl von Projekten sei bereits ausgearbeitet worden.

Allein im Agglomerationsprogramm wurden für den Veloverkehr über 40 Massnahmen umgesetzt. Weitere 90 Massnahmen sind in Planung. 30 davon sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren realisiert werden. Darunter sind grössere Projekte zur Verbesserung des Veloverkehrs wie zum Beispiel die Passerelle Oberstockenweg, die Verbreiterung des Rad- und Fussweges auf der SBB-Brücke (Sitterbücke) oder die Passerelle bei der St.-Leonhard-Brücke. Für die West-Ost-Veloschnellroute von Winkeln bis ins Stephans­horn wurde 2015 eine Machbarkeitsstudie erarbeitet.

Vorreiterrolle der Stadt bei «Velos auf Busspuren»

Gleichzeitig hat das Tiefbauamt Teilprojekte wie «Velofahren im Winter» oder «Velos auf Busspuren» ausgearbeitet. Bei letzterem nehme die Stadt schweizweit eine Vorreiterrolle ein, schreibt der Stadtrat. Gestützt darauf werden bisher an acht Stellen Velos auf Busspuren zugelassen. An den betreffenden Stellen ist die Regelung am Boden mittels Velopiktogrammen und mit einer Zusatztafel signalisiert. Was das Rechtsabbiegen bei Rot betrifft, wird von Seiten des Bundes eine Änderung der Verkehrsregelverordnung angedacht. Sobald diese vorliegt, sollen auch in St.Gallen die Lichtschaltanlagen umgerüstet werden.

Der Stadtrat ist der Ansicht, dass in den vergangenen Jahren bereits wesentliche Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr erzielt werden konnten. Auch dort, wo Strassen instand gestellt wurden, seien Anpassungen gemacht worden. «Für ein gutes, komfortables und sicheres Velonetz sind weitere Verbesserungen erforderlich», findet er. Dabei seien die aufwendigen und kostenintensiven Massnahmen von zentraler Bedeutung.

Die Stadt setze alles daran, diese zeitnah zu erarbeiten und speditiv umzusetzen. Sie verfüge über die «konzeptionelle Basis und politische Verbindlichkeit», eine Velostadt zu werden. Aber sie brauche Zeit, um die angedachten Massnahmen umzusetzen.

Die Alte ist wieder die Neue

Die Projekt-Werkstatt übernimmt den Betrieb der Velostationen. Wie bereits vor dem unfreiwilligen Rückzug 2017.
David Gadze