Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Der St. Galler Stadtrat fordert einen Ausbau der S-Bahn

Der St. Galler Stadtrat fordert schon lange einen Viertelstundentakt der S-Bahn für die Stadtbahnhöfe. Mit dem Fahrplanwechsel droht aber eine weitere Verschlechterung. Jetzt geht der Stadtrat in die Offensive - und setzt den Kanton unter Druck.
David Gadze
In St. Gallen ist die S-Bahn weit von einem Viertelstundentakt entfernt. (Bild: Urs Jaudas (6. Mai 2013))

In St. Gallen ist die S-Bahn weit von einem Viertelstundentakt entfernt. (Bild: Urs Jaudas (6. Mai 2013))

Mehr als vier Jahre nach Einführung der S-Bahn 2013 ist in der Stadt St.Gallen an einigen Stadtbahnhöfen der Halbstundentakt nicht eingeführt, geschweige denn ein Viertelstundentakt. Damals hätten die Bahnhöfe Winkeln und Bruggen gar «eine markante Verschlechterung» hinnehmen müssen, schreibt die Stadt in einer Mitteilung – und eine solche droht nun erneut. Der Stadtrat erachte es deshalb als «dringlich», endlich einen Viertelstundentakt einzuführen. Dieser sei für Stadtbahnhöfe mit entsprechend grossem Einzugsgebiet wichtig und für eine funktionierende Verbindung zwischen Bahn und Bus zwingend erforderlich

Es ist durchaus ungewöhnlich, dass der Stadtrat eine solche Forderung über eine Medienmitteilung kundtut. Dadurch wolle er öffentlich und politisch Druck aufbauen, sagt Baudirektorin Maria Pappa.

«Wir fordern schon seit Jahren Verbesserungen für die S-Bahn in St.Gallen, insbesondere einen Viertelstundentakt für die Stadtbahnhöfe. Passiert ist aber nichts.»

Im Gegenteil: Der Fahrplanentwurf 2019, der sich derzeit in der Vernehmlassung befindet, sieht gar Verschlechterungen für die Bahnhöfe Winkeln und Haggen vor. «Das können wir nicht hinnehmen.»

Verliert Haggen den Viertelstundentakt?

Heute verkehren die S1 und die S5, die die Bahnhöfe Winkeln und Bruggen bedienen, im Stundentakt, aber in Richtung Hauptbahnhof St.Gallen um nur vier Minuten versetzt zueinander. In Bruggen soll sich die Situation leicht verbessern. Zwar hält die S1 dort ab Dezember nicht mehr, dafür die S5 jede halbe Stunde – allerdings nicht den ganzen Tag.

Für Winkeln ergebe sich mit den Zusatzzügen der S11 und S55 zu Hauptverkehrszeiten mit fünf Zügen pro Stunde «ein gewisses Grundangebot», heisst es in der Mitteilung. Da aber die Verdichtungszüge der S11 aufgrund von Vorgaben der SBB und des Bundesamtes für Verkehr nicht mehr verkehren könnten, weil das Trassee für den Güteverkehr reserviert sei, verschlechtere sich die Situation in Winkeln.

Eine Verschlechterung droht auch dem Bahnhof Haggen. Die S81, die heute zu Spitzenzeiten ­einen Viertelstundentakt zur S4 ermöglicht, soll nur noch einmal statt zweimal pro Stunde fahren. Dies, weil der Regio-Express St.Gallen–Konstanz, der ab dem Fahrplanwechsel stündlich verkehren wird, bis nach Herisau verlängert wird. Der Stadtrat fordert nun, ihn zwischen St. Gallen und Herisau als S-Bahn verkehren zu lassen – wie er das heute bereits als S1 zwischen St.Gallen und Wil tut –, um so zusätzliche Halte in Haggen zu ermöglichen.

Stadtrat setzt Kanton unter Druck

Das Ziel, an allen Stadtbahnhöfen ausser am Gübsensee den Viertelstundentakt einzuführen, ist auch im städtischen Richtplan und im Agglomerationsprogramm St.Gallen–Bodensee festgehalten. Damit es umgesetzt werden kann, bräuchte es zwischen Winkeln und Gossau ein drittes Gleis. «Obwohl unsere Fachleute schon seit Jahren darauf hinweisen, ist das dritte Gleis bis 2035 in keinem Bundesprogramm enthalten», sagt Pappa. Entsprechend sei auch der Viertelstundentakt bis auf weiteres nicht vorgesehen.

Der Stadtrat fordert nun vom Kanton, ein Konzept zu erarbeiten, in dem er verschiedene Varianten für eine Verbesserung des S-Bahn-Angebots aufzeigt. «Falls das dritte Gleis nicht realisiert werden kann, erwarten wir alternative Vorschläge für die Ein­führung des Viertelstundentakts. Auch wenn das bedeutet, dass es anderswo Verschlechterungen gibt», sagt Pappa. Letztlich gehe es um die Frage, ob die Stadt St.Gallen in den Planungen Priorität habe oder nicht. Der Kanton soll ausserdem Druck machen beim Bund, damit dieser die Anliegen der Stadt berücksichtigt.

Direkt in Bern Druck ausüben

Der Stadtrat überlässt das Schicksal der S-Bahn St.Gallen jedoch nicht allein dem Kanton, sondern will gleichzeitig selbst auf politischer Ebene aktiv werde, etwa mit Vorstössen im Kantonsrat. Er steht gemäss Maria Pappa auch in Kontakt mit Ständerat Paul Rechsteiner, der in der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen sitzt, um direkt auf Bundesebene Druck auszuüben. Anderswo gebe der Bund viel Geld für die Bahninfrastruktur aus. «Wir fordern, dass er das nun endlich auch in St.Gallen tut.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.