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St.Galler Stadtrat erläutert Parkplatz-Strategie: Bis 2022 sollen weiter 223 Parkplätze unter den Boden

Die Stadt St.Gallen bereitet die Verschiebung von 223 oberirdischen Innenstadt-Parkplätzen in den Untergrund vor. Drei Verfahren sind unterschiedlich weit gediehen. Eine zentrale Rolle spielt das Parkhaus UG25. Der Stadtrat nutzt kritische Fragen in einer FDP-Interpellation, um einen Überblick über den Stand der Dinge zu geben.
Reto Voneschen
Auf Marktplatz (Bild) und Blumenmarkt sollen die Parkplätze auf den 1. April 2019 hin aufgehoben werden. (Bild: Urs Bucher - 3. Januar 2019)

Auf Marktplatz (Bild) und Blumenmarkt sollen die Parkplätze auf den 1. April 2019 hin aufgehoben werden. (Bild: Urs Bucher - 3. Januar 2019)

Dass die Stadt oberirdische Parkplätze aufheben und im ausgebauten Parkhaus UG25 Ersatz schaffen will, hat im bürgerlichen Lager des Stadtparlaments, aber auch in Gewerbekreisen heftige Diskussionen ausgelöst. In einer Interpellation hat sich die FDP-Fraktion nach dem Stand der Dinge erkundigt. Sie ist auch besorgt darüber, dass Parkplätze ersatzlos in der Zeit verschwinden könnten, in denen die Parkgarage Burggraben nicht zur Verfügung steht, weil sie saniert wird.

Für die Stadtregierung ist das aber kein Problem. Es gebe in den innenstädtischen Parkgaragen genügend Abstellplätze, hält sie in der Antwort auf die FDP-Interpellation fest. Diese wiesen «gesamthaft nur in absoluten Spitzenzeiten eine Vollbelegung» aus. «Nur gerade einmal im Monat» gebe es während einer Stunde einen Auslastungsgrad von mehr als 95 Prozent. Notparkplätze oder Provisorien während der Bauphase in der Parkgarage Burggraben seien nicht nötig.

Stadt überlegt sich Beteiligung am UG25

Damit die oberirdischen Parkplatzaufhebungen möglich sind, ist für die Stadtregierung das Projekt des Parkhauses UG 25 in der derzeit vorliegenden Form von zentraler Bedeutung. Sollte das Vorhaben nicht realisiert werden können, müsste nach Meinung des Stadtrates nach alternativen Standorten gesucht werden.

Das alte Parkhaus UG24 am Unteren Graben soll zum Parkhaus UG25 ausgebaut werden. Für die stadträtliche Strategie zur Verlagerung oberirdischer Parkplätze in den Untergrund ist dieses Projekt zentral. (Bild: Urs Bucher - 23. Mai 2016)

Das alte Parkhaus UG24 am Unteren Graben soll zum Parkhaus UG25 ausgebaut werden. Für die stadträtliche Strategie zur Verlagerung oberirdischer Parkplätze in den Untergrund ist dieses Projekt zentral. (Bild: Urs Bucher - 23. Mai 2016)

Nicht ausgeschlossen sei, dass sich die Stadt selber an der Betreibergesellschaft des UG25 beteilige, schreibt der Stadtrat in seinen Antworten auf die FDP-Interpellation. Darüber werde mit dem Investor bereits auch diskutiert. Dass die Stadt mit einer solchen Strategie liebäugelt, war bekannt. Dass die Überlegungen aber schon so konkret sind, ist neu.

Erste Parkplatz-Aufhebungen im Frühling

Über die 223 Parkplätze, die ins UG25 verlagert werden sollen, wird in drei «Paketen» entschieden. Am weitesten fortgeschritten sind die Vorbereitungen für die 51 Parkplätze auf Marktplatz und Blumenmarkt sowie in der nördlichen Altstadt. Diejenigen auf den Plätzen hätten auf Anfang 2019 aufgehoben werden sollen. Weil die Arbeiten mehr Zeit brauchen, erfolgt die Aufhebung per 1. April.

Die Parkplätze in der Engelgasse sollen aufgehoben werden, wenn die Gasse in diesem Jahr neu gestaltet wird. (Bild: Reto Voneschen - 9. Januar 2019)

Die Parkplätze in der Engelgasse sollen aufgehoben werden, wenn die Gasse in diesem Jahr neu gestaltet wird. (Bild: Reto Voneschen - 9. Januar 2019)

Die Abstellplätze in Metzger- und Engelgasse werden aufgehoben, wenn die Gassen neu gestaltet werden. Den Kredit für die Pflästerung der Engelgasse hat das Stadtparlament Mitte Januar gutgeheissen. Das Projekt für die Metzgergasse ist derzeit beim städtischen Tiefbauamt in Vorbereitung. Dabei muss es eine Ehrenrunde drehen, weil der Stadtrat nicht mit allen Details einverstanden war.

Die 51 Parkplätze auf Marktplatz und Blumenmarkt sowie in der Engel- und der Metzgergasse verschwinden vorerst ohne Kompensation. Dies plant der Stadtrat mit Blick auf die städtische Volksinitiative «Für einen autofreien Marktplatz», die das Stadtparlament 2012 angenommen hatte. Der Aufhebungsentscheid des Stadtrats wurde zudem vom Verwaltungsgericht gestützt. Kommt das Projekt UG25 zu Stande, sollen die 51 Parkplätze aber auch verrechnet, also kompensiert werden.

Aufhebung zweites und drittes Paket nicht vor 2022

83 oberirdische Parkplätze sollen im Gebiet Unterer Graben verschwinden. Ihre Aufhebung ist rechtskräftig beschlossen, allerdings unter der Voraussetzung, dass das UG25 kommt. Vom Stadtrat beschlossen ist auch eine dritte Tranche von 89 im Gebiet Bahnhof- und Poststrasse aufzuhebender und vermutlich auch im UG25 zu kompensierender Parkplätze. Hier sind Rechtsverfahren im Gang. Beide Pakete sollen etwa 2022 umgesetzt werden.

Beengte Platzverhältnisse an der Bahnhofstrasse: Hier kommt es gemäss stadträtlicher Interpellationsantwort ziemlich regelmässig zu Konflikten zwischen Trogenerbähnli und parkierenden Autos. (Bild: Benjamin Manser - 16. Mai 2018)

Beengte Platzverhältnisse an der Bahnhofstrasse: Hier kommt es gemäss stadträtlicher Interpellationsantwort ziemlich regelmässig zu Konflikten zwischen Trogenerbähnli und parkierenden Autos. (Bild: Benjamin Manser - 16. Mai 2018)

Speziell ist die Situation an der Bahnhofstrasse. Hier will die Stadt die Parkplätze vor allem wegen der Verkehrssicherheit und für Verbesserungen für ÖV und Langsamverkehr aufheben. Parkierende Autos kommen hier nämlich regelmässig der Trogenerbahn in die Quere. Das führt etwa zu Schnellbremsungen, Verspätungen und Zugausfällen. Die Bahn verzeichnet gemäss Liste der Stadt täglich drei bis fünf Zwischenfälle.

Schnellbremsungen für Passagiere gefährlich

Zwei- bis dreimal pro Tag sei eine Schnellbremsung an der Bahnhofstrasse nötig, weil sich Autos und Bahn in die Quere kämen, geht der Stadtrat auf Wunsch der Interpellanten ins Detail. Von Januar bis November 2018 wurden zudem 97 Züge der Trogenerbahn durch «ungenau parkierte Autos» an der Durchfahrt gehindert. Dadurch resultierten 560 Minuten an Verspätungen. Dazu kamen 24 Zugsausfälle ohne und acht mit Bahnersatzfahrten durch Busse.

Jährlich registrieren die Appenzeller Bahnen an der Bahnhofstrasse im Durchschnitt auch drei bis vier Streifkollisionen zwischen Autos und Zügen. Zwischen Januar 2013 und Dezember 2017 wurden an der Bahnhofstrasse von der Stadtpolizei sechs Unfälle registriert. Darin involviert war das Trogenerbähnli allerdings nur in einem Fall, wie der Stadtrat schreibt.

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