Stadtfest Rorschach fällt wegen Corona-Krise ins Wasser: Um unnötigen Aufwand und finanziellen Schaden zu vermeiden, sagt das OK das Sommerfest frühzeitig ab

Immer mehr Veranstaltungen werden wegen der Corona-Krise abgesagt. Inzwischen auch solche, die erst Mitte Juni hätten stattfinden sollen. Etwa das Stadtfest Rorschach. Weil ungewiss ist, wie sich die Lage weiter entwickelt und wie lange das Veranstaltungsverbot gilt, wollen die Organisatoren kein Risiko eingehen.

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Diesen Juni bleibt es in Rorschach ruhig – das Stadtfest ist abgesagt.

Diesen Juni bleibt es in Rorschach ruhig – das Stadtfest ist abgesagt.

(stm/jor) Das Corona-Virus breitet sich immer mehr aus. Deshalb hat der Bundesrat am Montag den Notstand erklärt. Damit sind bis mindestens zum 19. April 2020 alle Anlässe verboten. Ein Ostschweizer Veranstalter nach dem anderen streicht seine Events aus der Agenda – und nicht nur jene, die in diesem Zeitraum stattgefunden hätten. Am Dienstag sagte das Organisationskomitee des Stadtfests Rorschach das Fest, das am 12. und 13. Juni hätte stattfinden sollen, ab. Knapp drei Monate vor dem Veranstaltungsdatum.

«Mit der Absage möchten wir die behördlichen Massnahmen unterstützen und unseren solidarischen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie leisten», begründet das OK den Entscheid in einer Mitteilung. Gleichzeitig gehe es auch darum, dass die teilnehmenden Vereine, die Veranstaltungspartner und die Behörden schnellstmöglich Klarheit hätten. Denn für die Organisation des Stadtfestes sei jeweils ein beträchtlicher Vorlauf erforderlich. Das OK schreibt weiter:

«Angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit, dass die behördlichen Massnahmen über den 30. April hinaus bestehen bleiben, möchten wir alle Beteiligten präventiv vor unnötiger Vorarbeit und vermeidbaren Verpflichtungen schützen.»

Eine kurzfristige Absage des Stadtfestes 2020 wäre für alle Beteiligten mit Nachteilen und Risiken verbunden gewesen. Mit der jetzigen Absage seien diese Nachteile und Risiken grösstenteils vermeidbar.

Auch finanzielle Überlegungen stehen im Vordergrund

Darüber hinaus habe die jetzige Absage auch finanzielle Gründe: In den kommenden Wochen würde der Trägerverein zahlreiche Verpflichtungen verbindlich eingehen. Die entsprechenden finanziellen Risiken trage er vollumfänglich selbst. Würde das behördliche Veranstaltungsverbot tatsächlich eine Grossveranstaltung im Juni verbieten, würde der Trägerverein diesen Verpflichtungen unter Umständen nicht mehr vollumfänglich nachkommen können.

Schwieriger Entscheid

Die Absage des Stadtfestes 2020 falle dem OK emotional sehr schwer. Rational betrachtet, sei man aber klar der Auffassung, dass es die richtige Entscheidung sei.

«Durch das Festhalten am Termin können wir aus unserer Sicht nur wenig gewinnen, aber viel verlieren.»

Das Stadtfest-OK hat bei seiner Entscheidung auch mit der Stadt Rücksprache gehalten. «Die Absage ist absolut sinnvoll», sagt Rorschachs Stadtpräsident Röbi Raths. Er gehe davon aus, dass noch weitere Absagen folgen werden, auch über die Monate April und Mai hinaus.