Stadtentwicklung
Bühne, Brunnen, Feuerstelle: Wie der Parkplatz vor der St.Galler Grabenhalle bald einmal umgenutzt werden könnte

Die Parkplätze vor der Grabenhalle werden aufgehoben. Eine Gruppe engagierter junger Leute erarbeitet Vorschläge, wie der Platz gestaltet werden soll. Es ist das erste Mal, dass die Stadt einen partizipativen Prozess nicht selber durchführt, sondern ein Verein. Die Resonanz: gross.

Julia Nehmiz
Drucken
Teilen
Noch ein grosse Parkplatz, bald vielleicht begrünt und mit Feuerstelle? Der Verein Platzpark sucht Ideen, wie der Platz vor der Grabenhalle neu gestaltet werden kann.

Noch ein grosse Parkplatz, bald vielleicht begrünt und mit Feuerstelle? Der Verein Platzpark sucht Ideen, wie der Platz vor der Grabenhalle neu gestaltet werden kann.

Bild: Julia Nehmiz (St.Gallen, 8. Juli 2021)

Was soll mit dem Platz vor der Grabenhalle geschehen? Noch dürfen dort Autos parkieren. Doch sobald die Garage UG 25 fertiggestellt ist, werden fast alle Parkfelder auf dem Platz vor der Grabenhalle aufgehoben. Ein eigens gegründeter Verein sucht nun in einem partizipativen Prozess nach Lösungen für den Platz.

Es ist das erste Mal, dass die Stadt so einen Prozess nicht selber durchführt, sondern einem Verein in die Hände legt, sagt Matthias Fässler. Der Historiker ist im Team der Grabenhalle, und er ist Mitgründer des Vereins Platzpark. Am Samstag lud der Verein zum ersten Treffen, um Vorschläge für den frei werdenden Platz zu erarbeiten.

Klar ist: Der Platz soll nicht kommerziell genutzt werden

Gut zwei Dutzend Leute sind in die Grabenhalle gekommen, vorwiegend jung. Viele aus dem Umfeld von Grabenhalle und Palace. Eine ältere Dame aus der Nähe von Uzwil ist extra angereist, mit ihren weissen Haaren fällt sie auf in der Gruppe junger Erwachsener. Sie sei früher oft an Konzerten oder zum Tanzen in der Grabenhalle gewesen, sagt sie. Schon damals habe sie der Parkplatz vor der Grabenhalle gestört. Ein Brunnen wäre doch schön, und viel Grün, sagt sie. Ihr gefällt, wie die jungen Leute die Vorschläge erarbeiten, wie sie diskutieren. «Das können sie besser als wir früher», sagt sie.

Matthias Fässler stellt in der Grabenhalle die in Gruppen erarbeiteten Konzepte vor.

Matthias Fässler stellt in der Grabenhalle die in Gruppen erarbeiteten Konzepte vor.

Bild: miz

Auch Dominik Tacke vom städtischen Hochbauamt sitzt an einem Tisch, an dem fünf Junge Ideen entwickeln für den Platz. Später werde er den Prozess begleiten, sagt er. Heute sei er als Privatperson dabei. Er ist begeistert, wie viele sich beteiligen. «Wir haben schon partizipative Prozesse durchgeführt, da sind zwei Leute gekommen.»

In der Grabenhalle sind es 25. Drei Stunden lang werden sie diskutieren, Konzepte erarbeiten, Pläne zeichnen, und die Vorschläge bewerten. Matthias Fässler moderiert. An den Wänden der Halle hat er die rund 100 Vorschläge aufgehängt, die eingeschickt wurden. Einiges davon fliesst in die Diskussion ein. Bei anderem ist klar: Das geht nicht. «Der Platz soll nicht kommerziell genutzt werden», sagt Fässler. Es sei wichtig, dass er zugänglich bleibe für alle.

Die Bedingung: Sechs Parkfelder müssen bestehen bleiben

Die Schwierigkeit bei der Planung: die Rahmenbedingungen. So müssen sechs Handwerkerparkplätze eingerichtet werden. Ob die Altglassammelstelle bleibt, ob die Luftmessstation bleibt, ist noch offen. Trotzdem: Genug Fläche ist vorhanden, um Ideen zu entwickeln.

Mit gelben Klebezetteln bekunden die Teilnehmenden ihre grundsätzliche Zustimmung. Rot heisst: keine gute Idee. Grün heisst: dieses Element gefällt gut.

Mit gelben Klebezetteln bekunden die Teilnehmenden ihre grundsätzliche Zustimmung. Rot heisst: keine gute Idee. Grün heisst: dieses Element gefällt gut.

Bild: miz

Am Ende des ersten Treffens sind vier Pläne gezeichnet. Mit Brunnen, Pergola, Feuerstelle, Velowerkstatt oder einer offenen Bühne. Eine Gruppe will einen Automaten aufstellen, aus dem man Holzscheite für die Feuerstelle oder Kunstwerke ziehen kann. Der Vorschlag wird abgelehnt. Beim nächsten Treffen in eineinhalb Monaten wird weiterdiskutiert. Das Ziel: Im Frühjahr 2022 der Stadt zwei oder drei konkrete Platzgestaltungen vorstellen. Einer davon soll dann realisiert werden.

Informationen zur Gestaltung des Parkplatzes unter platzpark.ch.

Aktuelle Nachrichten