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Gossau: Stadtentwicklerin ging vergessen

Der Gossauer Stadtrat will die Stadtentwicklung personell aufstocken. Das Stadtparlament hat die Pensenerhöhung gutgeheissen. Dabei ging allerdings vergessen, dass eine der aktuell zwei Stellen befristet ist.
Perrine Woodtli
Am 5. März stimmen die Parlamentarier über eine befristete Stelle in der Gossauer Stadtentwicklung ab. (Bild: Urs Bucher (12. Januar 2016))

Am 5. März stimmen die Parlamentarier über eine befristete Stelle in der Gossauer Stadtentwicklung ab. (Bild: Urs Bucher (12. Januar 2016))

Ortsplanungsrevision, Arealentwicklungen oder Sondernutzungspläne: Auf den Schreibtischen von Gossaus Stadtentwicklern liegt genug Arbeit. Weil sich das so rasch auch nicht ändert, sollen René Haefeli, Leiter Stadtentwicklung, und Monique Trummer, Projektleiterin Stadtentwicklung, Verstärkung erhalten. Wegen der anstehenden Herausforderungen hat der Stadtrat die 200 Stellenprozent in der Stadtentwicklung auf 320 Prozent oder um 1,2 Stellen aufgestockt. Er hat im Dezember mit dem Budget 2019 die Pensenerhöhung beantragt. Das Stadtparlament hat diese gutgeheissen.

So weit, so gut. Wäre da nicht ein gewichtiges Detail, das vergessen ging. Nämlich die Tatsache, dass 100 Stellenprozent in der Stadtentwicklung bis Herbst 2019 befristet sind. 2014 hatte der Stadtrat dem Parlament beantragt, für die Schaffung einer zusätzlichen, zweiten Stelle ab 2015 einen jährlich wiederkehrenden Kredit von 150000 Franken zu erteilen. Das Stadtparlament genehmigte den Kredit – befristete die Stelle aber auf vier Jahre. Diese Befristung hat der Stadtrat in seinem Antrag im Dezember schlicht vergessen. Grund dafür seien personelle Abgänge innerhalb der zuständigen Ämter, wie Stadtpräsident Wolfgang Giella sagt. «Seit 2014 gab es relativ grosse Wechsel. Somit gab es dort in der Zwischenzeit einen Informationsbruch.» Gewechselt hat 2018 nicht zuletzt auch der Stadtpräsident, dem die Stadtentwicklung unterstellt ist.

Stelle soll dauerhaft bewilligt werden

Die Stellenbefristung angeregt hatte 2014 die Baukommission. Man wolle dem Stadtrat nicht auf Jahre hinaus freie Hand geben, begründete der damalige Präsident der vorberatenden Kommission, Alfred Zahner (Flig), den befristeten Kredit. Die SP-Fraktion kritisierte den Antrag der Baukommission. «Stadtentwicklung kann nicht 2018 aufhören», sagte Florian Kobler. Bei der SVP wiederum war man damals der Ansicht, dass die zusätzliche Stelle nicht nötig sei – zumindest vorerst nicht. Der Antrag der Baukommission wurde schliesslich angenommen. Die neue Stelle wurde im September 2015 mit Monique Trummer besetzt.

Der befristete Kredit läuft nun dieses Jahr im Herbst ab. Eigentlich. Denn der Gossauer Stadtrat beantragt an der nächsten Stadtparlamentssitzung, dass der befristete Kredit in einen unbefristeten umgewandelt wird. Zudem soll der Stadtrat über die im Dezember gewährten 320 Stellenprozent voll verfügen können. De facto verfügt er zwar bereits über die zwei neuen Stellen. Trotzdem will Wolfgang Giella die Entfristung nachholen und das Parlament nochmals darüber entscheiden lassen – der Richtigkeit halber. «Ich will offen sein mit dem Parlament.» Er gehe davon aus, dass die beiden Anträge durchkommen. Falls nicht, käme die Stadtverwaltung in die Bredouille: Denn eine Stelle ist bereits ausgeschrieben. Stimmt das Parlament den Anträgen aber zu, werde gleich die zweite Stelle ausgeschrieben.

Mehrere grosse Brocken stehen an

Der Stadtrat begründet die Aufstockung damit, dass die Aufgaben in der Stadtentwicklung zugenommen hätten, was mit neuen Regelwerken von Bund und Kanton sowie Gerichtsentscheiden zusammenhänge. Die Ausweitung des Siedlungsgebietes werde in Zukunft stark eingeschränkt. Innenentwicklung bedürfe im Rahmen gesetzlicher Vorgaben einer «sorgfältigen Analyse und klarer Entwicklungsvorstellungen». Für die Umsetzung seien vermehrt kooperative Verfahren durchzuführen. Mit dem neuen Planungs- und Baugesetz werde zudem eine Überarbeitung des Zonenplanes und des Baureglements sowie der Schutzverordnung nötig.

Nebst diesen «grossen Brocken» zeichnet sich laut Giella ein weiterer am Horizont ab, nämlich die Gewässerraumausscheidungen. «Man hätte sogar noch mehr aufstocken können, was aber definitiv nicht der Plan ist. Die 320 Stellenprozent sind satt berechnet. Die Leute haben sicher genug zu tun.»

Stadtparlamentssitzung: 5. März, 18 Uhr, Fürstenlandsaal

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