Wandtafeln für nepalesische Kinder

Das St. Galler Hilfswerk International Blackboard Organisation hat in 9 Jahren rund 35 Schulen in Nepal unterstützt. In einer Ausstellung im Restaurant Splügen zeigt es seine Projekte.

Maurine Reifler
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Ibbo-Präsident Felix Rütsche (rechts) besucht eine Schule in Nepal. (Bild: pd)

Ibbo-Präsident Felix Rütsche (rechts) besucht eine Schule in Nepal. (Bild: pd)

In Nepal ist vieles anders als in der Schweiz: Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Autos beträgt 25 Kilometer pro Stunde, und die Menschen sind sich gewohnt, eine oder zwei Stunden zur Arbeit zu gehen. Und: Die Kinder gehen gerne zur Schule – da es nicht selbstverständlich ist, eine solche besuchen zu können. Genau dies will das Hilfswerk International Blackboard Organisation (IBBO) aus St. Gallen ermöglichen. Es engagiert sich seit rund neun Jahren für Schulen und Ausbildungsprogramme rund um die nepalesische Stadt Pokhara. «Ich habe die Armut in Nepal Mitte der 1990er- Jahre auf meiner Weltreise zum erstenmal erlebt», erzählt IBBO-Präsident Felix Rütsche. «Seither war ich ungefähr 25mal in Nepal.»

Schulbänke aus Nepal

IBBO ist in mehreren Bereichen tätig. «Unser Ziel ist, das Bildungsniveau in Nepal gesamthaft anzuheben», sagt Rütsche. Darum unterstütze man beispielsweise die Renovation und Neueinrichtung von Schulräumen rund um Pokhara. «Wir lassen die Tische und Bänke von einheimischen Arbeitern herstellen. Damit unterstützen wir zusätzlich die nepalesische Wirtschaft und schaffen Arbeit.» Wandtafeln, wie wir sie kennen, gibt es in Nepal nicht. «Die Betonmauer wird einfach mit <Wandtafelfarbe> angemalt.» Zudem müssten die sanitären Anlagen in den Klassenräumen renoviert oder neu erstellt werden», sagt Rütsche. Die bisherigen Einrichtungen seien häufig sehr dürftig.

Weiter setzt sich das Hilfswerk für kostenlosen Nachhilfeunterricht für Schüler der neunten und zehnten Klasse ein und bietet Erwachsenenbildung an. «Wir haben in einer Region ein Lese- und Schreibprogramm für Erwachsene umgesetzt», sagt Rütsche. Nach rund fünf Jahren habe niemand mehr daran teilgenommen – was den Erfolg des Projekts zeige.

Fast 70 Projekte realisiert

IBBO gibt es seit fast zehn Jahren: 2003 setzte der Vorstand das erste Projekt um. Seither wurden rund 35 Schulen begleitet und betreut, und insgesamt fast 70 Projekte realisiert. «Uns ist wichtig, die Menschen nicht finanziell abhängig zu machen, und daher konzentrieren wir uns auf die Nachhaltigkeit der Projekte.» Für die Zukunft sind neue Projekte geplant. So möchte IBBO zum Beispiel eine Berufsschule zur Ausbildung von Jugendlichen aufbauen oder den herrschenden Lehrermangel mit einem Ausbildungsprogramm für Lehrkräfte bekämpfen.

Ausstellung im Splügen

Nächsten Dienstag und Mittwoch findet eine Ausstellung über die IBBO-Tätigkeit statt. Der sechsköpfige Vorstand wird dabei anwesend sein und Fragen beantworten. «Die Ausstellung dient hauptsächlich dazu, unsere Projekte vorzustellen», sagt der Präsident. «Wir wollen den Leuten, die während der neun Jahre Geld gespendet haben, zeigen, was daraus geworden ist.» Zudem werden Bilder von einem Künstler aus Eritrea versteigert.

Di und Mi, ab 18.00, Restaurant Splügen, St. Georgen-Strasse 4.