«Ich habe intensiv überlegt»

Nachgefragt

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Wie haben die Gaiserwalder auf Ihre Kandidatur für den St.Galler Stadtrat reagiert?

Boris Tschirky: Das Wort, das ich am meisten gehört habe, ist «schade». Viele bedauern es, wenn ich als Gemeindepräsident aufhören würde. Es ist aber auch ein gewisses Verständnis da, dass ich kandidiere.

Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie es für Gaiserwald weitergeht?

Die Suche nach einem allfälligen Nachfolger ist Sache der Ortsparteien. Mir ist aber sehr daran gelegen, dass eine allfällige Vakanz im Gaiserwalder Gemeindepräsidium möglichst kurz gehalten werden könnte.

Was heisst das konkret?

Ich gehe davon aus, dass die Parteien die Wahl vom 24. September abwarten, damit sie wissen, in welche Richtung sie aktiv ­werden müssen. Weil eine Gemeindepräsidentensuche Zeit braucht, könnte eine Wahl wohl frühestens im Januar 2018 stattfinden. Amtsantritt des neuen Präsidenten wäre realistischerweise im Sommer. In Absprache mit dem Stadtrat müsste man diskutieren, ob ich noch die Bürgerversammlung Ende März leite. Aber das sind im Moment alles hypothetische Überlegungen.

Bedauern Sie es gar nicht, wenn Sie in Gaiserwald aufhören müssten?

Doch, selbstverständlich. Ich habe darum intensiv überlegt und abgewägt, ob ich kandidieren soll. Am Schluss ging es auch um Parteiräson und Staatsräson.

Wie meinen Sie das?

Hätte jemand anders aus der CVP kandidiert, wäre ich sicher nicht angetreten. Als ich schliesslich angefragt wurde für eine Kandidatur, gelangte ich nach reiflicher Überlegung zur Überzeugung: Es kann ja nicht sein, dass die CVP als einst stärkste politische Kraft plötzlich nicht mehr im St. Galler Stadtrat vertreten ist. (cor)