«Wurzelwerk schützt den Boden»

Landwirt Martin Bischof wehrt sich gegen eine Hängebrücke über den Mattenbach in Grub SG. Er sagt, dass das Fällen der Bäume die Hänge noch instabiler machen könnte. Revierförster Benjamin Gautschi gibt Bischof teilweise recht. Doch im Mattenbachtobel herrschen eigene natürliche Gesetze.

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Benjamin Gautschi Förster Revier Sitter (Bild: Urs Bucher)

Benjamin Gautschi Förster Revier Sitter (Bild: Urs Bucher)

Landwirt Martin Bischof wehrt sich gegen eine Hängebrücke über den Mattenbach in Grub SG. Er sagt, dass das Fällen der Bäume die Hänge noch instabiler machen könnte. Revierförster Benjamin Gautschi gibt Bischof teilweise recht. Doch im Mattenbachtobel herrschen eigene natürliche Gesetze.

Herr Gautschi, teilen Sie die Befürchtung, dass die Hänge beim Mattenbach noch instabiler werden könnten, falls wegen des Baus der Hängebrücke Bäume gefällt werden müssten?

Nein.

Also ist die Behauptung von Martin Bischof aus der Luft gegriffen?

Das nicht. Im Grundsatz stimmt seine Überlegung. Das Wurzelwerk der Bäume schützt im Normalfall den Boden. Doch das Mattenbachtobel ist ein Ausnahmefall.

Wieso?

Das gesamte Tobel ist Rutschgebiet. Das heisst, dass die Böden trotz Bäume instabil sind. Dagegen kann man nur wenig unternehmen. Das Problem ist, dass die Wurzeln der Bäume an den meisten Stellen nicht bis zu festem Gestein reichen. Sprich, sie können sich nirgends verankern. Deshalb schützen sie die Böden nur beschränkt.

Stellen die Bäume mit ihrem Gewicht denn gar eine Gefahr dar?

Ein Wald schadet eigentlich nie und ist auch im Mattenbachtobel eher positiv als negativ.

Also hat Landwirt Martin Bischof doch recht?

Er hat sicherlich nicht unrecht. Doch an dem geplanten Standort für die Hängebrücke, wo Bischof betroffen wäre, hätte die Rodung einiger Bäume wohl keinen Einfluss auf die Stabilität des Bodens.

Wieso nicht?

Die zu rodende Fläche wäre zu klein, um wirklich eine Auswirkung zu haben. (ren)