ST.GALLEN: Dank Videoüberwachung: St.Galler Bevölkerung fühlt sich sicherer

In der Stadt St.Gallen werden seit 2008 die Brühltor-Passage, der Bohl sowie die Bahnhof- und die Rathausunterführung videoüberwacht. Vor allem für die Ermittlung und Verfolgung von Straftaten beweisen sich die Kameras als wichtiges Instrument.

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Seit 2008 wird die Brühltor-Passage in St.Gallen mit einer Videokamera überwacht. (Bild: Keystone)

Seit 2008 wird die Brühltor-Passage in St.Gallen mit einer Videokamera überwacht. (Bild: Keystone)

Eine flächendeckende Videoüberwachung des öffentlichen Grundes stand in St.Gallen nie zur Diskussion. Vielmehr beschränkt sie sich seit rund acht Jahren auf vier neuralgische Punkte in der Innenstadt: Die Brühltor-Passage, der Bohl und die beiden Unterführungen beim Bahnhof und Rathaus. Wie der Stadtrat nun in einer Mitteilung schreibt, legt dieser als Antwort auf ein Postulat einen Bericht vor, der die städtische Konzeption der Massnahmen umfassend darlegt.

Kameras mehrheitlich akzeptiert
Wie es weiter im Communiqué heisst, hat die Fachhochschule St.Gallen (FHSG) zusätzlich zur Postulatsantwort eine Studie erstellt. Diese hat sich vor allem mit der Ermittlung des Sicherheitsempfindens und der Weiterführung der bisherigen Massnahmen befasst. Beides wurde grundsätzlich befürwortet. Abgesehen davon wurde in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen ein Online-Fragebogen erarbeitet, um die Meinungen und Erfahrungen der Bevölkerung einzubeziehen. "Gemäss der Umfrage erhöht die Videoüberwachung für 70 Prozent der Teilnehmenden das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung. Beide Studienergebnisse sind nicht repräsentativ, zeigen aber Tendenzen auf", heisst es in der Mitteilung. Es sei davon auszugehen, dass die Kameras sowie die Notruf- respektive Kontaktsäulen in der Bevölkerung nach wie vor akzeptiert werden.

Gemäss der Mitteilung können die Kameras als Bestandteil zur Verbesserung der subjektiven Sicherheit bewertet werden. "Allerdings ersetzen sie die Präsenz realer Menschen nicht." Regelmässig durchgeführte Patrouillen und Kontrollen der Stadtpolizei St.Gallen trage daher vermutlich mehr zu einem positiven Sicherheitsempfinden bei.

Bildmaterial wichtig bei schweren Delikten
Ob die Videoüberwachung zu Verlagerungseffekten oder zu einer Verminderung der Kriminalität führt, konnte nicht abschliessend beurteilt werden. "Einerseits lässt das verfügbare Datenmaterial keine klaren Rückschlüsse zu. Andererseits sind mögliche Effekte nicht ausschliesslich auf Videoüberwachungsmassnahmen zurückzuführen", so der Stadtrats. Es gebe jedoch immer wieder Vorfälle, in denen gespeichertes Bildmaterial den Strafverfolgungsbehörden auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden können.

Dabei handelt es sich etwa um schwere Delikte, wie Raub, Entreissdiebstähle, Schlägereien, Vergewaltigungen oder schwere Körperverletzung. Bei diesen Fällen spielt das Bildmaterial für die Beweisführung eine wichtige Rolle.

Keine Kameras auf neuem Bahnhofplatz
Seit der Einführung im Jahr 2008 werden in der Stadt St.Gallen keine neuen Bereiche auf öffentlichem Grund überwacht. Auch in Bezug auf den neuen Bahnhofplatz hat sich der Stadtrat bewusst gegen den Einsatz von Videotechnik entschieden - und wird diese Haltung auch künftig einnehmen.

Zusammenfassend hält der Stadtrat fest, dass die Vorteile der Massnahmen überwiegen, weshalb er sich für die Beibehaltung der bestehenden Massnahmen ausspricht. Man werde regelmässig prüfen, wo die Massnahmen optimiert werden können. (pd/lex)

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