Verhandlungen über Parkplätze

ST.GALLEN. Der VCS verhandelt derzeit mit den Bauherren, welche das Parkhaus UG 24 erweitern wollen. Dabei geht es vor allem um eine Reduktion der Parkplätze. Eine Rolle spielt aber auch der geplante Campus der HSG am Platztor.

David Gadze
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Das Parkhaus «UG 24» – im Bild vor der Schliessung diesen Sommer – wird derzeit für die Uni aufgestockt. Unterirdisch soll es erweitert werden. (Archivbild: Urs Bucher)

Das Parkhaus «UG 24» – im Bild vor der Schliessung diesen Sommer – wird derzeit für die Uni aufgestockt. Unterirdisch soll es erweitert werden. (Archivbild: Urs Bucher)

Um die beiden neuen Tiefgaragen in der Innenstadt, das neue Parkhaus Schibenertor und das erweiterte «UG 24», ist es derzeit ziemlich ruhig. Hinter den Kulissen tut sich aber einiges. Die Investoren des «UG 24» um den St. Galler Architekten Iso Senn und der VCS St. Gallen-Appenzell als Einsprecher gegen die Aufstockung – oder besser gesagt Unterkellerung – des Parkhauses sitzen am Verhandlungstisch. Worüber genau verhandelt wird, wollen die beiden Co-Präsidenten des VCS, Doris Königer und Ruedi Blumer, wegen der laufenden Gespräche aber nicht sagen.

Zahl der Parkplätze reduzieren

Offensichtlich ist, dass es dabei in erster Linie um die Zahl der Parkplätze geht. Dieser Punkt ist – nebst den Einschränkungen für den Langsamverkehr sowohl während der Bauzeit des Parkhauses als auch nach dessen Fertigstellung – Gegenstand der Einsprache des VCS gegen die Erweiterung des «UG 24». Das bestätigte VCS-Geschäftsführer Daniel Rüttimann im Juni. Geplant sind insgesamt fast 750 Parkplätze, davon 192 öffentliche. Der VCS fordert eine Reduktion. Um wie viele Parkplätze, sagt er jedoch nicht.

«Wir sind noch nicht zufrieden mit dem Entgegenkommen der Bauherrschaft», sagt Doris Königer. Ob es sich dabei um die Zahl der Parkplätze oder um einen anderen Punkt handelt, lässt sie offen. Blumer spricht davon, dass man bei den Verhandlungen mit der Bauherrschaft Fortschritte erzielt habe: «Wir liegen nicht mehr so weit auseinander wie am Anfang.» Wie gross die Differenzen noch sind, war von den Bauherren nicht zu erfahren. Iso Senn war gestern nicht erreichbar.

Uni-Parkplätze kompensieren?

Bei den Verhandlungen geht es auch um Antworten auf Parkierungsfragen beim geplanten Campus der Universität St. Gallen am Platztor. «Es ist richtig, dass wir auch über das Platztor diskutieren», sagt Blumer. Hier kommt der Kanton als dritte Partei ins Spiel. Indem er auf grosse Parkierungsanlagen innerhalb des Campus verzichtet, die im «UG 24» quasi «kompensiert» werden könnten, kann er ein Argument zum Kompromiss in die Waagschale werfen. «Die Investoren könnten in den Nutzungsbestimmungen festlegen, dass ein Teil der Parkplätze der Universität zur Verfügung stehen soll», sagt Königer dazu. Eins sei aber klar: «Ohne Verbesserungen am Projekt UG 24 ziehen wir die Einsprache nicht zurück.»

Eine grosse Zahl von Parkplätzen oder gar eine Tiefgarage plane der Kanton ohnehin nicht, sagt Kantonsbaumeister Werner Binotto. «Das Platztor ist für den motorisierten Individualverkehr sehr schlecht erschliessbar.» Eine Zufahrt über die Böcklinstrasse oder über das Pfauengässlein sei keine Option, da baulich zu aufwendig. Die Tiefbauämter von Stadt und Kanton hätten deshalb höchstens 30 bis 35 Parkplätze für den Campus in Aussicht gestellt. Das müsse genügen. «Das Areal liegt zentral und ist gut an den öffentlichen Verkehr angebunden.»

Schibenertor «nicht baubar»

Am Widerstand gegen das Parkhaus Schibenertor hält der VCS unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen zum «UG 24» fest. «Beide Orte sind durch den Verkehr bereits stark belastet. Aber am Schibenertor, einer der Hauptverkehrsachsen des öffentlichen Verkehrs, kommt ein neues Parkhaus nicht in Frage», sagt Ruedi Blumer. Auch Doris Königer bezeichnet das Projekt der Investorengruppe um die Cityparking AG als «nicht baubar».