Die Rondelle bleibt vorerst

Die in die Jahre gekommene Rondelle auf dem Marktplatz wird saniert. Das hat das Parlament gestern beschlossen. Eine neue Markthalle ist dennoch nicht vom Tisch, darüber soll aber zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

David Gadze
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Als neue Lösungsvariante soll die Rondelle saniert werden – zumindest als Übergangslösung. (Bild: Markus Stehle)

Als neue Lösungsvariante soll die Rondelle saniert werden – zumindest als Übergangslösung. (Bild: Markus Stehle)

Die Neugestaltung des Marktplatzes hat eine weitere Hürde genommen: An seiner gestrigen Sitzung stellte sich das Stadtparlament einstimmig hinter die Anträge des Stadtrats, die Frist für eine neue Vorlage bis Ende September zu verlängern und für die Mehrkosten bei der Projektierung einen Zusatzkredit von 200 000 Franken zu erteilen. Auch die Änderungen und Empfehlungen der Baukommission wurden angenommen.

Frage der Markthalle bleibt

So wird der Entscheid über eine neue Markthalle vertagt, die Rondelle bleibt dafür vorerst stehen. Baukommissionspräsidentin Doris Königer (SP) sagte, das Planerteam habe an der Sitzung von Ende November ein Vorprojekt mit einer neuen kleinen Markthalle anstelle der Rondelle präsentiert. Dieses sei von der Kommission «verhalten positiv» aufgenommen worden.

Bereits damals sei auch diskutiert worden, den Entscheid über eine neue Markthalle von jenem über die Platzgestaltung abzukoppeln. Dadurch könne die Option für eine Markthalle offenbleiben und ohne Zeitdruck und gut vorbereitet im Parlament diskutiert und beschlossen werden, während die anderen Eingriffe schnell an die Hand genommen werden können. Es sei eine Lösungsvariante mit der «Erhaltung und einfachen Sanierung der Rondelle als Übergangslösung» vorzusehen und der Entscheid über einen neuen Marktpavillon später zu treffen.

Die Baukommission beantragte, das Kostendach wegen der Auskopplung der Markthalle aus dem Projekt auf 21 Millionen Franken anstelle der vorgeschlagenen 27 Millionen zu begrenzen. Der vom Stadtrat vorgesehene Zeitplan werde jedoch «kritisch beurteilt». Es werde ein zügiges Angehen der Neugestaltung erwartet, sagte Doris Königer. «Sie als Ganzes hinter die Bahnhofplatzsanierung zu stellen, wird nicht goutiert.»

«Ein Brennpunkt der Stadt»

Sowohl in der Eintretensdebatte als auch in der anschliessenden Detailberatung diskutierte der Rat diese Punkte. Thomas Brunner von der Fraktion der Grünen, Jungen Grünen und Grünliberalen betonte, der Marktplatz gehöre zu den Brennpunkten der Stadt und habe mehr Potenzial, als bloss eine Abstellfläche zu sein. Entsprechend dürfe nun nicht bloss eine «08/15-Gestaltung» gemacht werden, sondern eine, welche «der Stadt würdig» sei.

Während Daniel Stauffacher von der CVP/EVP/BDP-Fraktion eine Attraktivitätssteigerung sowohl für den Markt als auch für andere Aktivitäten forderte, würdigte Heini Seger im Namen der SVP-Fraktion die Vorlage als ersten Schritt zu einem neuen Marktplatz. Auch FDP-Fraktionspräsident Roger Dornier sagte, nun könne man «endlich einen Schritt vorwärtsmachen in dieser leidigen Diskussion». Es brauche möglichst rasch einen neuen Marktplatz. Seiner Fraktion sei es ein grosses Anliegen, dass die Vorlage noch vor den Sommerferien ins Parlament komme und die Arbeiten allenfalls schon 2016 in Angriff genommen werden könnten.

Martin Boesch von der SP/Juso/PFG-Fraktion betonte, es handle sich um ein «sehr wichtiges und sehr dringendes Geschäft». Falls Parlament und Bevölkerung der Vorlage noch dieses Jahr zustimmen sollten, dürfe der Platz nicht erst im nächsten Jahrzehnt eingeweiht werden. Der Stadtrat müsse das Projekt in der Investitionsplanung vorziehen.

Parkplatzdiskussion flammt auf

Erwartungsgemäss entwickelte sich auch eine Diskussion über die öffentlichen Parkplätze auf dem Marktplatz. Der Stadtrat hat vergangene Woche deren Aufhebung verfügt, allerdings ohne einen Zeitpunkt zu nennen (siehe Seite 35). Heini Seger erinnerte daran, dass beim ersten Parkplatzkonsens eine Saldierung der Parkplatzzahl in der Innenstadt ausgehandelt worden war. Die SVP wehre sich deshalb gegen eine Reduktion. Martin Boesch forderte hingegen eine Aufhebung gleich nach dem Rechtsmittelverfahren. «Der Stadtrat darf nicht auf die Bremse treten, wenn die privaten Investoren nicht rechtzeitig für Ersatz sorgen können.»

Stadtrat Nino Cozzio betonte, es müsse eine «angemessene Lösung für alle Interessen» gefunden werden, namentlich für das Gewerbe in der Innenstadt. Deshalb würden die Parkplätze wohl nicht unmittelbar nach Abschluss der Rechtsmittelverfahren, aber spätestens mit dem neuen Marktplatz aufgehoben.