KUNDGEBUNG: Das «kleine WEF» im Visier

130 Personen haben in der St.Galler Innenstadt lautstark, aber friedlich Kritik am St.Gallen Symposium der HSG geübt. Das «kleine WEF» findet vom 3. bis 5. Mai statt.

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Auf Flugblättern und Transparenten sowie in Ansprachen wurde während der Kundgebung massive Kritik am St. Gallen Symposium geübt. Es sei nicht mehr als ein Networking-Anlass selbst ernannter «Leader» der Weltwirtschaft. (Bild: Reto Voneschen)

Auf Flugblättern und Transparenten sowie in Ansprachen wurde während der Kundgebung massive Kritik am St. Gallen Symposium geübt. Es sei nicht mehr als ein Networking-Anlass selbst ernannter «Leader» der Weltwirtschaft. (Bild: Reto Voneschen)

Unter dem Obertitel «Smash little WEF» tun sich seit einigen Jahren jeden Frühling junglinke und autonome Gruppen und Einzelpersonen zusammen, um einen Kontrapunkt zum St.Gallen Symposium an der Universität zu setzen. Sie tun dies jeweils mit Veranstaltungen und einer Kundgebung. Am Samstagnachmittag fand jetzt der obligate Protest auf der Strasse statt. Daran nahmen nach Angaben der Stadtpolizei rund 130 Personen teil. Sie zogen zwischen 14 und 16 Uhr mit Transparenten und Musik, Slogans rufend und Flugblätter verteilend durch die St. Galler Innenstadt. Die Demonstration verlief wie schon in den Vorjahren friedlich und ohne Zwischenfälle.

Gegen Ungerechtigkeit und Ausbeutung

Auf Flugblättern und Transparenten sowie in Ansprachen wurde während der Kundgebung massive Kritik am St.Gallen Symposium geübt. Es sei nicht mehr als ein Networking-Anlass selbst ernannter «Leader» der Weltwirtschaft. Stars des Anlasses seien weltweit agierender Konzerne wie Syngenta, Glencore, Néstle oder Goldman Sachs. Das seien Unternehmen, die wegen ihrer Geschäftspraktiken immer wieder in die Schlagzeilen gerieten.

Dem St. Gallen Symposium gehe es nicht um eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Unternehmen. Stattdessen zeige sich die HSG «als unkritische Stütze der neoliberalen Weltordnung», die Ungerechtigkeit, Sozialabbau, Leistungsdruck am Arbeitsplatz oder Massenentlassungen zementiere, wurde an der Kundgebung kritisiert.

Wie mit ständiger Veränderung umgehen?

Das St.Gallen Symposium findet kommende Woche, vom 3. bis 5. Mai zum 47. Mal statt. Dabei treffen gemäss Eigenwerbung «600 Leaders of Today» (Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft) auf «200 Leaders of Tomorrow» (Studierende und junge Leistungsträger der Wirtschaft). Diskutiert wird diesmal über den Umgang mit den ständigen, tief greifenden Veränderungen, die die Globalisierung für Unternehmungen wie für Einzelpersonen mit sich bringt. (vre)