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Stadt will Naturgefahren eindämmen

Die Stadt St.Gallen hat ihr «Massnahmenkonzept Naturgefahren» veröffentlicht. Es definiert etwa 25 bauliche Eingriffe zum Schutz vor Überschwemmungen. Ob alle umgesetzt werden, ist aber ungewiss.
Luca Ghiselli
Der Damm mit Retentionsbecken im Rütiweier wurde im Sommer vergangenen Jahres fertiggestellt. (Bild: Urs Bucher (5. Juli 2018))

Der Damm mit Retentionsbecken im Rütiweier wurde im Sommer vergangenen Jahres fertiggestellt. (Bild: Urs Bucher (5. Juli 2018))

Es sind Bilder der Zerstörung: 16 Jahre ist es her, dass die Steinach in St.Georgen wegen starker Regenfälle über die Ufer trat. Der Bach riss Steine, Schwemmholz und sogar Teile einer Mauer mit. 2005 ereignete sich dann eine Überschwemmung von ähnlichem Ausmass, beide Vorfälle verursachten Sachschaden von je rund einer Million Franken. Die Situation hat sich inzwischen entspannt.

Im Rütiweier hat das städtische Tiefbauamt vergangenes Jahr ein Hochwasserrückhaltebecken fertig erstellt. Noch fehlen aber einige kleinere Massnahmen, damit Teile St.Georgens nicht mehr als mittelmässig gefährdet auf der kantonalen Gefahrenkarte erscheinen. Und selbst dann ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass die Steinach bei künftigen Unwettern lokal über die Ufer tritt.

Um Naturgefahren wie eben Überschwemmungen, aber auch Murgängen und Steinschlägen effektiver zu begegnen, hat die Stadt St. Gallen ein Massnahmenkonzept erarbeitet. Es dient als Ergänzung zur Gefahrenkarte des Kantons und als Überblick über die notwendigen baulichen Massnahmen. Insgesamt wurden 26 davon definiert. Sie umfassen zum Beispiel die Vergrösserung des Durchlasses des Bavariabachs im Linsebühl.

Auch der Durchlass unter der Zürcher Strasse soll vergrössert werden, um den Burgweierbach besser abfliessen zu lassen. Zudem ist die Erstellung eines über 300 Meter langen Stollens für den Heiligkreuzbach im Bruggwald-Quartier vorgesehen. Dabei handelt es sich zum Teil um Projekte, die bereits aufgegleist sind. Auch Bachoffenlegungen sind im Konzept enthalten.

Gebäude und Raum schützen

«Die Massnahmen sind nicht in Stein gemeisselt», sagt Marcel Spielmann, Fachspezialist Wasserbau beim städtischen Tiefbauamt. Es handle sich vielmehr um eine rollende Planung. Die Massnahmen würden in den nächsten Jahren vertieft geprüft. Innerhalb der Stadt wurden sieben Schwerpunktgebiete definiert. Diese können bei Ereignissen teilweise von mehreren Gewässern überflutet werden. «Wir unterscheiden hauptsächlich zwischen Raumplanungs-, Objekt- sowie diversen Hochwasserschutzmassnahmen», sagt der städtische Wasserbauer.

So habe man zum Beispiel sogenannte Freihaltegebiete definiert, die aus Sicht des Tiefbauamts nicht eingezont beziehungsweise überbaut werden sollten. Dazu gehört unter anderem das Tal der Demut zwischen Riethüsli und St.Georgen. «Das Massnahmenkonzept anerkennt die Retentionswirkung entlang des Weierweidbaches und möchte diesen Raum auch in Zukunft unüberbaut erhalten», sagt Spielmann. Das parallele Projekt zur Bachoffenlegung habe hingegen nicht direkt mit dem Massnahmenkonzept zu tun. «Dort stehen ökologische Faktoren im Vordergrund.»

Tiefbauamt richtet Fokus auf kleinere Bäche

Bei allen Gewässern, die im Konzept aufgeführt wurden, wurde eine Nutzen-Kosten-Analyse durchgeführt. Je grösser der potenzielle Schaden durch ein Gewässer im entsprechenden Gebiet, desto mehr Ausgaben liegen theoretisch für Schutzmassnahmen drin.

«Uns ist es ein Anliegen, diese baulichen Massnahmen trotz allenfalls hohem errechnetem Budget so kosteneffizient wie möglich umzusetzen», sagt Spielmann. «An der Steinach wurde in den letzten Jahren viel gemacht. Nun sind es eher die kleinen Bäche, die verstärkt in den Fokus des Tiefbauamts rücken.»

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