Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Stadt St.Gallen will in der Lachen Gas geben

Die Vorlage zur Sanierung und Neugestaltung der Zürcher Strasse in der Lachen liegt seit gestern Freitag beim Stadtparlament. Ob es dagegen wie 2006 erneut Opposition geben wird, ist noch völlig offen.
Reto Voneschen
Die Bevölkerung in der Lachen ist sich bereits gewohnt, dass an der Zürcher Strasse gebaut wird: Diesen Sommer wurde bereits eine grosse Fernwärmeleitung von der Sömmerlistrasse bis zur Kreuzbleiche verlegt. (Bild: Ralph Ribi (5. September 2018))

Die Bevölkerung in der Lachen ist sich bereits gewohnt, dass an der Zürcher Strasse gebaut wird: Diesen Sommer wurde bereits eine grosse Fernwärmeleitung von der Sömmerlistrasse bis zur Kreuzbleiche verlegt. (Bild: Ralph Ribi (5. September 2018))

Die Stadt St. Gallen unternimmt einen neuen Anlauf zur Sanierung und Neugestaltung der Zürcher Strasse im Lachen-Quartier. Und das erst noch mit einem ehrgeizigen Fahrplan (siehe Zweittext). Der erste Anlauf dafür ist im Frühling 2006 in der Volksabstimmung gescheitert. Dies aufgrund der Opposition bürgerlicher Verkehrspolitiker, die sich damals in der «IG Flaschenhals» zusammengeschlossen hatten.

Nach dem Nein des Stimmvolks passierte auf der Zürcher Strasse in der Lachen baulich wenig. In erster Linie wurden die Wasserleitungen, die zum Ärger des Quartiers in schöner Regelmässigkeit brachen, provisorisch repariert. Ab 2012 wurde für die gesamte Zürcher Strasse ein neues Betriebskonzept mit Gestaltungs- und Verkehrsvarianten entwickelt. Dafür wurde ein Dutzend Möglichkeiten geprüft.

Projekt früh vorgestellt und ausführlich diskutiert

2014 wurde vom Stadtrat jene Grundvariante ausgewählt, die jetzt umgesetzt werden soll. Gemäss den Simulationen und Messungen der Fachleute ist es jene Variante, die den flüssigsten Verkehrsablauf in der Lachen garantiert, und zwar für alle Verkehrsteilnehmer. Es ist zudem jene Variante, bei der die Zeitverluste bei einem angenommenen Verkehrswachstum von 15 Prozent am wenigsten drastisch zunehmen.

Aus der Abstimmungsniederlage von 2006 haben die Behörden auch im Verfahren gelernt: Die Vorlage, die Stadträtin Maria Pappa und Stadtingenieur Beat Rietmann am Freitag den Medien präsentierten, wurde nicht im stillen Kämmerlein entwickelt, sondern in einem ausführlichen partizipativen Prozess getestet und angepasst. Darin involviert waren unter anderem der Quartierverein, das Gewerbe in der Lachen, Vertreterinnen und Vertreter der Schulen, aber auch Interessenverbände wie der VCS und die «IG Flaschenhals».

Bei diesen Gesprächen wurden Stolpersteine ausgeräumt: Die Zahl der Parkplätze entlang der Zürcher Strasse nimmt durch die Neugestaltung nicht ab, sondern um vier zu. Ausgebaut wird zudem die Zahl der Kundenparkplätze fürs Gewerbe von zwei auf sechs. Kernstück der Umgestaltung ist die Verengung der Fahrbahnen für den motorisierten Verkehr. Der Platz, der damit gewonnen wird, geht zwischen Gerbe- und Schönaustrasse zum einen an einen befahrbaren Mittelstreifen.

Zum anderen werden die Trottoirs verbreitert und neue Velospuren gezogen. Die Fussgängerübergänge in der Lachen werden weiterhin mit Lichtsignalen gesteuert, die Bushaltestellen Lachen und Waldau bleiben ungefähr dort, wo sie heute sind. Bei der Haltestelle Waldau kann man stehende Busse mit dem Auto überholen, bei jener im Zentrum der Lachen nicht. Grösster Brocken in der Vorlage ist die Sanierung der Werkleitungen.

Werkleitungen werden günstiger saniert

Ebenfalls geschraubt hat die Stadt bei der Vorlage für eine neue Zürcher Strasse bei den Kosten. 2006 hätte die Stadtkasse 15,5 Millionen Franken aufwerfen sollen. Darum gab es damals eine obligatorische Volksabstimmung. Die aktuelle Vorlage kostet die Stadt noch zehn Millionen Franken (1,2 Millionen für die Gestaltung, 8,8 Millionen für die Werkleitungen), während der Kanton rund 6,5 Millionen für Strassensanierung und Strassenneugestaltung übernehmen wird. Damit untersteht die Vorlage nicht mehr dem obligatorischen, sondern dem fakultativen Referendum. Einsparungen waren vor allem bei der Sanierung der Werkleitungen möglich.

Ehrgeiziger Fahrplan

Beim Projekt zur Sanierung und Umgestaltung der Zürcher Strasse in der Lachen ist die Stadt St. Gallen derzeit im Expresstempo unterwegs. Wenn alles klappt, könnte bereits im Sommer 2019 Baubeginn sein. Fertig wäre die neue Zürcher Strasse in dem Fall nach einer Bauzeit von rund 16 Monaten (plus Winterpause) im Herbst 2020. Einen Strich durch den Fahrplan könnten Stadtrat und Tiefbauamt allenfalls Verzögerungen im Stadtparlament, ein Referendum – also eine Volksabstimmung – oder auch Einsprachen machen.

Am Freitag ist die Vorlage für die Instandstellung und Neugestaltung der Zürcher Strasse zwischen Stahl- und Rechenstrasse dem Stadtparlament zugegangen. Wenn sie die vorberatende Kommission problemlos passiert, könnte sie damit an der Parlamentssitzung vom 20. November oder 4. Dezember behandelt werden. Danach läuft dreissig Tage lang die Frist fürs fakultative Referendum. Wird es nicht ergriffen, könnte im Januar 2019 die Kantonsregierung über das Geschäft entscheiden, womit im Februar 2019 die öffentliche Auflage des Projekts und der Verkehrsanordnungen erfolgen könnte.

Ohne Einsprachen könnte im Frühling 2019 die Ausführung der Arbeiten vorbereitet werden. Die Bagger würden so frühestens im Sommer 2019 auffahren. (vre)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.