Stadt verteilt 80'000 Franken an Kulturschaffende

35 Bewerbungen sind eingegangen, acht Kulturschaffende hat die Stadt nun mit einem Werkbeitrag ausgezeichnet.

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Basil Kehl, alias Wassily, erhält einen Werkbeitrag der Stadt.

Basil Kehl, alias Wassily, erhält einen Werkbeitrag der Stadt.

Benjamin Manser

(sk/mha) In diesem Jahr können sich neu acht Kulturschaffende über einen Werkbeitrag freuen. Vor einem Jahr waren es noch sechs. Mit dem neuen Kulturkonzept wurde das Budget von 60'000 auf 80'000 Franken erhöht. Die Werkbeiträge sollen es gemäss Mitteilung städtischen Kulturschaffenden ermöglichen, interessante Projekte zu realisieren.

35 Bewerbungen sind eingegangen. Ausgezeichnet wurden nun vier Projekte aus der Bildenden Kunst, zwei aus der Musik, eines aus der Angewandten Kunst und ein interdisziplinäres Projekt.

Asi Föcker: der Charakter des Lichts

Die Musikerin und bildende Künstlerin Asi Föcker arbeitet gemäss Mitteilung mit Licht, Luft, Bewegung, Raum und Klang. Im Projekt «Reflektogramm» experimentiert sie mit Reflexionen auf Fotopapier, ohne den Umweg über eine Kamera zu nehmen. So will sie den Charakter von Licht, das nicht Greifbare und Momenthafte untersuchen.

Wassily: Verbindung zum Publikum stärken

Basil Kehl hat sich einen Namen gemacht als Sänger des Duos Dachs. Gleichzeitig verfolgt er als Wassily ein Soloprojekt. Nun wolle er eine stärkere Verbindung zum Publikum aufbauen und eindeutiger als Live-Act statt als DJ wahrgenommen werden, schreibt die Stadt. Dazu wolle er gezielt Instrumente einsetzen und live in seinen Songstrukturen einbauen.

Machina Imaginis: Maschinen als Kunst

Das Kollektiv von Jonathan Owadja, Marie Malou und Marcel Siegwart versteht Maschinen unter anderem als Instrument. Geplant ist der Bau einer Imaginationsmaschine, bei der je nach Taste Lichter aufleuchten oder Töne erklingen.

Raphael Reichert: Selbstoptimierung

Raphael Reichert übt seine Kunst fast vollständig digital aus. So will er seine Werke laut Mitteilung dem Kunstmarkt und dem Kunstsystem entziehen. Aktuell arbeitet er an einer selbstreflexiven Arbeit über den Kunstmarkt und das Medium Performance. Kritisch untersucht Reichert zudem die Selbstoptimierung und die Leistungsgesellschaft.

Stefan Rohner: Wie schlau sind Pflanzen?

Der Künstler und Fotograf will sich im Projekt «Breathe The Green» mit Thesen zur Kommunikationsfähigkeit und Intelligenz von Pflanzen auseinandersetzten. Dazu spricht er mit Wissenschaftern und dreht Videos von Pflanzenwelten.

Benjamin Ryser: Der Klang von zu Hause

Mit Dorothy Wong Ka Chung bildet Klangkünstler Benjamin Ryser das Kollektiv O!sland. Die beiden wollen in Taiwan mit den indigenen Truku ein Community-Art-Projekt verwirklichen. Thema sind die Vorstellungen von zu Hause. Geplant sind ein Hörstück, eine Ausstellung und ein audiovisuelles Künstlerbuch.

Florian Vetsch/Christoph Keller: Superhelden

Im Projekt «Der Superheldenkomplex: eine Anthologie» wollen die Literaten und Publizisten Christoph Keller und Florian Vetsch Kanonisches von Cervantes bis Toni Morrison sowie Zeitgenössisches. Stellungnahmen Aussenstehender, künstlerische Beiträge und Illustrationen sollen in einem Sammelband assortiert werden.

Clemens Waibel: Computerkunst

Clemens Waibel befasst sich mit Computerkunst und konstruiert Maschinen aus elektromechanischen Bauteilen. So erzeugt er Zufallszahlen und stellt diese als Grafik dar. Aktuell plane Waibel, Daten nicht aus Zufallszahlen zu generieren, sondern aus dynamischen Systemen, heisst es in der Mitteilung. Diese dynamischen Systeme will er dann in Grafiken übersetzen.

Sie zwitschern, gackern und krächzen im Stadtpark

Am ersten Performance-Open-Air trieben sich im St. Galler Stadtpark seltsame Gestalten herum: Mit Spielzeuggewehr und Smartphone bewaffnete Jägerinnen im Golddress waren ebenso darunter wie ein Waldkobold im Farnkostüm.
Christina Genova

DÉBUT: Tendenz zu mittleren Sinnkrisen

Der St.Galler Elektronik-Musiker Basil Kehl veröffentlicht als Wassily sein erstes Album. «Liebesding» ist verträumt und melodiös. Ein Album für kalte Wintertage.
Philipp Bürkler