Stadt St.Gallen will neue Wohnformen fördern

Die Freisinnigen fordern vom Stadtrat, eine Vorreiterrolle einzunehmen und neue Wohnformen vermehrt zu fördern. Die Antwort auf die Interpellation zeigt: Die Wohnraumstrategie sieht genau dies vor.

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Wo gibt es Cluster- und Satelliten-Wohnungen? Das will die Stadt im Rahmen der Wohnraumstrategie herausfinden. (Bild: Urs Bucher, 13. Februar 2019)

Wo gibt es Cluster- und Satelliten-Wohnungen? Das will die Stadt im Rahmen der Wohnraumstrategie herausfinden. (Bild: Urs Bucher, 13. Februar 2019)

Die FDP-Fraktion im Stadtparlament hat dem Stadtrat im vergangenen September zum städtischen Wohnungsangebot und zur Förderung neuer Wohnformen eine Interpellation eingereicht. «Der Bau von Mehrgenerationenhäusern sowie Cluster- und Satellitenwohnungen ist in St.Gallen im Gegensatz zu Zürich noch sehr wenig verbreitet», heisst es im Vorstoss. Bei Cluster- und Satellitenwohnungen handelt es sich um kleine, selbstständige Wohn-Teileinheiten, die sich zu einer grossen Wohnung zusammenfügen. Grundausstattung wie Koch-, Ess- oder Aussenbereiche werden geteilt. Die Freisinnigen wollten vom Stadtrat wissen, ob er Kenntnis über Angebot und Nachfrage von Cluster- und Satellitenwohnungen habe. Ausserdem fragt die Fraktion, ob die Stadt bei ihrer Wohnbaustrategie solche neuen Wohnformen berücksichtige.

Cluster-Wohnform wird zum Thema

Die Interpellanten interessieren sich überdies für Möglichkeiten, die der Stadtrat sieht, Mehrgenerationenhäuser, Cluster- und Satellitenwohnungen umzusetzen. Gerade in Bezug auf den Mangel an Wohnliegenschaften, die sich im Besitz der Stadt befinden, wollte die FDP-Fraktion wissen, welchen Handlungsspielraum der Stadtrat abseits der stadteigenen Liegenschaften habe.

Inzwischen hat der Stadtrat geantwortet. St.Gallen besitze bis anhin keine systematisierte Daten über Angebot und Nachfrage von Cluster- und Satellitenwohnungen auf Stadtgebiet, hat aber Kenntnis von vereinzelten Angeboten – etwa an der Tor­strasse 22. Die genannte Wohnform werde allerdings im Programm des Studienauftrags zum Areal Stadtsäge der Ortsbürgergemeinde St.Gallen thematisiert, in diesem Fall auch im Kontext von studentischem Wohnen. In der zu erarbeitenden Wohnraumstrategie will der Stadtrat ausserdem neue Wohnformen berücksichtigen.

Stadt ermittelt Angebotslücken

Zudem würden die Fragen nach Bedingungen innovativer Wohnbauprojekte und ihrer Bedeutung für die Stadt geklärt. Auch Angebotslücken und Nachfragepotenziale sollen ermittelt werden.Wo der Stadtrat die Möglichkeiten verortet, neue Wohnformen umzusetzen, solle ebenfalls im Rahmen der Wohnraumstrategie beantwortet werden. Möglich seien sowohl stadteigene Grundstücke wie auch private Parzellen. Bisherige Ansätze zur Förderung neuer Wohnformen zeige etwa die Überbauung Remishueb, wo aktuell im Rahmen des Konzepts «Smart City» die Bewohner eingeladen werden, ihre künftigen Bedürfnisse einzubringen. Eine andere Form der städtischen Mitwirkung im Bereich innovative Wohnformen komme bei der Abgabe von Wohnbauland zum Tragen. Dabei werde im Quartierkontext geprüft, welche Wohnungsformen für das jeweilige Vorhaben geeignet seien. Ein Beispiel ist die Siedlung Sturzenegg oder ein Mehrfamilienhaus beim Bildweiher. (seh)