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Kommentar

Stadt St.Gallen wieder einmal mit nasser Zündschnur

Die Aufwertungsmassnahmen für die städtischen Markte lassen sich nicht auf den 1. Januar 2019 umsetzen. Tagblatt-Stadtredaktor Reto Voneschen wundert sich, dass ein halbes Jahr dafür nicht ausgereicht hat. Er fordert, die Stadt müsse den Ursachen dafür auf den Grund gehen und allfällige Probleme in den Verwaltungsstrukturen rasch bereinigen.
Reto Voneschen
Reto Voneschen

Reto Voneschen

Schade! Die Aufhebung der Parkplätze auf dem Marktplatz und die attraktivere Gliederung der Märkte verzögern sich um drei Monate. Stadtrat und Verwaltung haben eine gute Chance verpasst, sich zu profilieren. Die Umsetzung der Sofortmassnahmen für die Märkte auf den 1. Januar hätte demonstriert, dass die Stadt in der Lage ist, rasch Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Zentrums umzusetzen.

Dass das nicht klappt, dürfte die Vorurteile jener Dauernörgler bestätigen, die St.Gallen sowieso kurz vor dem Ende sehen, weil die Stadtbehörden fantasielos, bürokratisch und unflexibel agierten, also im Schneckentempo unterwegs seien.

Probleme des ständigen Marktes sind erkannt

Bedauerlich ist die Verzögerung alleweil, weil die Aufwertung vor allem des ständigen Marktes dringend nötig wäre. Nicht ganz nachvollziehbar ist die Verzögerung, weil die Bauverwaltung die Bedürfnisse dieses Marktes ja richtig erkannte und Sofortmassnahmen zu seinen Gunsten seit Frühsommer zügig aufgleiste.

Seitens der Märktler wird den Verantwortlichen der Baudirektion Elan und persönliches Engagement attestiert. Von Baudirektorin Maria Pappa ist auch bekannt, dass sie der Aufwertung des Marktes hohe Priorität einräumt. Ihr ist es offenbar gelungen, ihre Mitarbeiter dafür zu motivieren.

Schon im Frühherbst harzte es mit der Umsetzung

Bereits im Frühherbst entstand bei einzelnen Marktfahrern, die hinter den angedachten Neuerungen stehen, allerdings der Eindruck, dass die Umsetzung der konkreten Massnahmen nur zäh vorangehe. Dies, seit die Stadtpolizei die Federführung dafür übernommen hat. Dazu zählen insbesondere die Suche nach neuen Anbietern für den ständigen Markt sowie die Neugliederung der Stände der Wochenmärkte und des Bauernmarkts.

Natürlich müssen Vorschriften eingehalten werden. Es ist auch wichtig, alle Betroffenen zu begrüssen. Und die Parkplatzaufhebung muss gut vorbereitet und gut kommuniziert werden. Das müsste sich aber innert eines halben Jahres bewerkstelligen lassen, wenn man dem Thema hohe Priorität einräumt. Was offenbar bei der Direktion Soziales und Sicherheit nicht ganz der Fall war.

Man wusste im Juni, was auf dem Marktplatz bis Ende Jahr hätte passieren sollen. Während der für die Ideen zuständige Verwaltungsteil mindestens seit Frühling mit Volldampf auf Verbesserungen hinarbeitete, kam der für die Umsetzung der Massnahmen zuständige Verwaltungsteil nach den Sommerferien nur schwer in die Gänge. Es gibt keine harten Fakten, die darauf hinweisen, dass Gärtleindenken oder fehlende Motivation der Grund war.

Ein Thema für die nächste Verwaltungsreform?

Ist das Schneckentempo also organisatorischen Mängeln geschuldet? Auffallend ist, dass in St.Gallen nicht zum ersten Mal ein Projekt Mühe hat, das über eine Direktion hinaus greift. Das aktuelle Beispiel zeigt, dass die Verbesserung der internen Zusammenarbeit zwingend eine Frage für die nächste Verwaltungsreform sein muss. Der Verdacht liegt nahe, dass die Strukturen antiquiert und schwerfällig sind. Das zu ändern wäre für unsere Standortattraktivität vermutlich wichtiger als Ämter mit neuen und wohlklingenden Namen auszustatten, wie das vor einem Jahr geschehen ist.

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