Stadt St.Gallen wertet alte Buswendeplätze auf: 1,5 Millionen fürs Neudorf und fürs Heiligkreuz

Im Neudorf und im Heiligkreuz will die Stadt St.Gallen insgesamt 1,529 Millionen Franken in die Verkehrsinfrastruktur investiert. Die historischen Wendeplätze des öffentlichen Verkehrs sollen neu gestaltet und damit aufgewertet werden.

Daniel Wirth
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Der Buswendeplatz im Neudorf soll unter anderem mit mehr Grün und Sitzplätzen aufgewertet werden.

Der Buswendeplatz im Neudorf soll unter anderem mit mehr Grün und Sitzplätzen aufgewertet werden.

Bild: Benjamin Manser (31.3.2020)

Der Stadtrat unterbreitet dem Stadtparlament zwei Vorlagen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. Die Buswendeplätze im Neudorf und im Heiligkreuz sollen neu gestaltet und aufgewertet werden. Für die Arbeiten an der Rorschacher Strasse im Neudorf will der Stadtrat einen Verpflichtungskredit von 710'000 Franken einholen, für diejenigen an der Langgasse im Heiligkreuz 819'000 Franken. Insgesamt kosten die Strassenbauvorhaben also gut 1,5 Millionen Franken.

Droht ein Projektstau im Tiefbauamt?

Der St.Galler Stadtingenieur Beat Rietmann.

Der St.Galler Stadtingenieur Beat Rietmann.

Bild: Urs Bucher (5.7.2018)

Eigentlich hätte das Parlament an seiner Sitzung vom 24. März über die beiden Kredite befinden sollen. Diese Sitzung wurde wegen der Coronakrise und des damit verbundenen Lockdowns, den der Bundesrat vor gut zwei Wochen beschlossen hat, verschoben. Weil die Kredite noch nicht bewilligt wurden, muss sich das Tiefbauamt mit der Einleitung der weiteren Schritte im Verfahren gedulden.

Das sei nicht weiter schlimm, sagt Stadtingenieur Beat Rietmann: 

«Wir müssen uns der Situation mit der Corona-Krise stellen.»

Zu Verzögerungen bei Strassenbauprojekten komme es regelmässig. Rietmann meint damit Einsprachen im Bewilligungsverfahren oder auch ein Referendum. Ob es beim Tiefbauamt als Folge der Coronakrise zu einem Projektstau kommt, hängt gemäss Rietmann wesentlich davon ab, wann das Stadtparlament wieder tagen kann.

Buswendeplatz Neudorf: Ein zweiter, höherer Perron

Die Sanierung im Neudorf sieht jedenfalls vor, den Buswendeplatz zu verkleinern und im Gegenzug um eine neue Haltekante «Ost» zu ergänzen. Sie weist gemäss Vorlage eine Länge von 20 Metern auf. Mit einer Perronhöhe von 22 Zentimetern wird diese Kante behindertengerecht; das heisst, Menschen mit Beeinträchtigung können autonom in die Busse einsteigen.

Die Haltekante «Kiosk» bleibt dagegen nur 16 Zentimeter hoch. Da der Bus beim Einbiegen in die Martinsbruggstrasse wegen der Strassengeometrie die Haltekante mit der Karosserie bis zu 40 Zentimeter überstreicht, kann sie nicht auf 22 Zentimeter erhöht werden, wie es in der Vorlage heisst.

Der im Quartier beliebte Kiosk auf dem Buswendeplatz Neudorf.

Der im Quartier beliebte Kiosk auf dem Buswendeplatz Neudorf.

Bild: Benjamin Manser (31.3.2020)

Der bestehende Strassenoberbau des Wendeplatzes müsse wegen seines schlechten Zustands und wegen ungenügenden Gefälles ersetzt werden. Die neu reduzierte Wendefläche werde wegen der schweren Achsenlasten mit einer Betonplatte und darunterliegenden Trag- und Fundationsschichten ausgebildet.

Mehr Grün und mehr Sitzbänke

Davon haben die Fahrgäste der Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) direkt freilich nichts. Dafür von der Neugestaltung des Platzes beim Kiosk. Gemäss Stadtrat wird die Aufenthaltsqualität mit einer gestalterischen Aufwertung «entscheidend verbessert».

Die bestehenden Bäume und Grünflächen bleiben demnach bestehen. Auf dem neu geschaffenen Warteraum werden fünf Zierkirschen in offenen Baumgruppen gepflanzt; die Baumgruben werden mit Mischstauden begründet. Für wartende Fahrgäste und Passanten werden im Neudorf zudem Sitzbänke angeordnet. Zwischen der neuen Haltekante «Ost» und der Busfahrspur werden Linden gepflanzt.

Verbesserungen für Velo und Fussgänger

An der Kreuzung Rorschacher- und Martinsbruggstrasse wird auf der Martinsbruggstrasse eine Velospur mit vorgelagertem Halteraum für Velos markiert. Die Schlaufen vor der Lichtsignalanlagen müssen entsprechend angepasst werden. Mit einer Trottoirüberfahrt bei der Ausfahrt vom Buswendeplatz zur Martingsbruggstrasse soll die Sicherheit von Fussgängern erhöht werden.

Buswendeplatz Heiligkreuz: Haltekante wird länger

Im Heiligkreuz an der Langgasse ist der geplante Ausbau des Buswendeplatzes anders als im Neudorf einzig technischer Natur: Damit künftig zwei Doppelgelenk-Batterietrolleybusse hintereinander an der Haltekante stehen können, wird diese begradigt und auf rund 50 Meter Nutzlänge verlängert.

Der Buswendeplatz Heiligkreuz.

Der Buswendeplatz Heiligkreuz.

Bild: Reto Voneschen (12.10.2010)

Die Höhe des Perrons wird hier behindertengerecht auf 22 Zentimeter angepasst. Ergänzend zum bestehenden wird ein Mittelperron mit einer nutzbaren Länge von 20 Metern eingebaut. Für den Ausbau des Wendeplatzes wird mit einer Bauzeit von 16 bis 20 Wochen gerechnet.

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