Gossau verschiebt wegen des Corona-Virus die Abstimmung zum Aussenbecken - Stadträtin Gaby Krapf sagt: «Es gibt derzeit Lebensnotwendigeres»

Eigentlich hätten die Stimmberechtigten am 19. April entschieden, ob die Pläne für ein Aussenbecken beim neuen Hallenbad Buechenwald weiterverfolgt werden. Inwiefern sich das gesamte Projekt nun verzögert, ist noch unklar.

Perrine Woodtli
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Ob ein Aussenbecken wie im Abtwiler Säntispark beim neuen Gossauer Hallenbad überhaupt erst geprüft werden soll,  werden die Bürger an der Urne entscheiden. Wann, ist nun offen.

Ob ein Aussenbecken wie im Abtwiler Säntispark beim neuen Gossauer Hallenbad überhaupt erst geprüft werden soll,  werden die Bürger an der Urne entscheiden. Wann, ist nun offen.

Bild: Ralph Ribi

Am 19. April hätten die Gossauerinnen und Gossauer darüber abgestimmt, ob beim neuen Hallenbad Buechenwald zusätzlich ein beheiztes Aussenbecken geplant werden soll. 90'000 Franken beträgt der Planungskredit, für den eine Urnenabstimmung durchgeführt wird. Nun verschiebt die Stadt diese.

Die St.Galler Kantonsregierung habe im Zusammenhang mit der Verschärfung der Corona-Situation angeordnet, dass kommunale Urnenabstimmung auf unaufschiebbare Geschäfte zu beschränken seien, schreibt die Stadt Gossau am Montagmorgen in einer Mitteilung.

Im Fokus seien für die Regierung die Budgetgenehmigungen in den Gemeinden gestanden. Der Gossauer Stadtrat werte die Initiative Aussenbecken nicht als unaufschiebbares Geschäft, heisst es weiter. Deshalb verschiebe er die Abstimmung.

Zeitdruck wegen des alten Hallenbads

Gaby Krapf-Gubser, Stadträtin und Departementsvorsteherin Bau Umwelt Verkehr

Gaby Krapf-Gubser, Stadträtin und Departementsvorsteherin Bau Umwelt Verkehr

Bild: PD

Der Begriff unaufschiebbar sei natürlich ein dehnbarer Begriff, sagt Stadträtin Gaby Krapf-Gubser auf Anfrage. Darüber könne man unterschiedlicher Meinung sein. Derzeit gebe es aber Lebensnotwendigeres als diese Frage, sagt Krapf. «Aber der Stadtrat weiss, dass er sich dieser stellen muss.»

Ihr sei bewusst, dass bei diesem Thema bereits jetzt Emotionen im Spiel seien. Sachlich betrachtet gehe es aber vorerst lediglich um 90'000 Franken für die Projektierung des Aussenbeckens. Damit sollten die notwendigen Entscheidungsgrundlagen geschaffen werden für die Volksabstimmung, ob ein Aussenbecken realisiert werden soll. Diese Abstimmung wird frühestens Ende 2021 erfolgen.

Wie der Gossauer Stadtrat mit der neuen Situation nun weiter umgehen will, müsse man erst noch diskutieren. Krapf sagt:

«Wir dürfen mit dem Gesamtprojekt des neuen Hallenbads nicht zu stark ins Hintertreffen geraten.»

Schliesslich weise das bestehende Hallenbad Rosenau bereits zahlreiche Mängel auf. Dies sei ein unschönes Problem.

Ob die Abstimmung über den Planungskredit für das optionale Aussenbecken allenfalls im Mai oder im September durchgeführt wird, kann Gaby Krapf zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Der Stadtrat müsse die Situation nun neu beurteilen.

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