Stadt Gossau führt Gespräche zu Deponiestandort Weid

Bis Ende 2020 soll sich klären, ob das Projekt der Deponie Weid in Gossau weiterverfolgt werden kann.

Melissa Müller
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Die Aushubdeponie soll zwischen Lindenbergstrasse und Langfeld den Autobahnlärm vom Siedlungsgebiet fernhalten.

Die Aushubdeponie soll zwischen Lindenbergstrasse und Langfeld den Autobahnlärm vom Siedlungsgebiet fernhalten.

Ralph Ribi (12. Februar 2020)

Die Flig will, dass die Stadt Gossau zügig ein Projekt für eine Deponie im Gebiet Städeli-Weid-Gapf südlich der A1 vorantreibt. Zwischen der Lindenbergstrasse und dem Langfeld sollen rund 700'000 Kubikmeter als Lärmschutzwall aufgeschüttet werden. Eine solche Deponie – welche gleichzeitig den Lärm ab der A1 dämmen würde – ist in Gossau schon seit Jahrzehnten im Gespräch.

Mit der Aufnahme des Deponiestandorts Weid in den Entwurf für den Richtplan ist die Stadt Gossau diesem Ziel einen Schritt näher gekommen. «Es ist aber kein eigentliches Lärmschutz-, sondern ein Deponieprojekt», stellt der Stadtrat in seiner Antwort auf eine Interpellation von Erwin Sutter (Flig) klar. In erster Linie soll Deponievolumen geschaffen und das Gelände neu modelliert werden. Als zusätzlichen Effekt würde eine solche Deponie die Lärmsituation verbessern.

Stadtrat kann keine ­S­tandorte verhindern

Unter dem Titel «Lärmschutz entlang der Autobahn A1» verlangt Sutter Vorarbeiten, damit schnell ein Projekt vorliegt: Ob die Stadt mit privaten Unternehmen zusammenarbeite, um den Lärmschutz rasch umsetzen zu können? Die Antwort ist positiv: Man habe 2019 ein Mandat erteilt, um die Interessen der Grundeigentümer abzuholen und ein gemeinsames Deponieprojekt zu entwickeln. Diese Gespräche seien im Gange. Bis Ende 2020 werde sich klären, ob das Projekt einer Deponie Städeli-Weid-Gapf weiterverfolgt werden kann.

Es sei aber eine privatrechtliche Angelegenheit zwischen Deponiebetreiber und Grundeigentümer, sich zu einigen. Nebst dem Standort Weid sind im Richtplan auch Radmoos, Degenau und Nutzenbucherwald als mögliche Deponiestandorte auf dem Platz Gossau aufgeführt. «Wie kann die Stadt die Chancen erhöhen, dass zuerst der Deponiestandort Weid umgesetzt wird?», fragt Sutter. Der Stadtrat erklärt, die Reihenfolge, in welcher die Deponien eröffnet werden können, hänge von den Bewilligungsverfahren ab und sei derzeit offen.

Des Weiteren will Sutter wissen, ob der Stadtrat andere Standorte bis zur Realisierung des Standorts Weid verhindern könne. Seitens der Stadt bestehe keine Möglichkeit, Standorte zu verhindern mit der Begründung, dass ein anderer Standort vorgezogen werden soll, heisst es in der Antwort des Stadtrats. Für die Standorte seien zudem Sondernutzungspläne nötig. Grundeigentümer und interessierte Deponiebetreiber hätten einen Anspruch darauf, dass die nötigen Bewilligungsverfahren durchgeführt werden, wenn sie einen Antrag stellen.