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Die Gerüchteküche brodelt: Das St.Galler Kino Rex steht angeblich vor der Schliessung

Das Kino Rex kehre nicht mehr aus der Sommerpause zurück, heisst es in Kulturkreisen. Die Betreiberin Kitag will das bisher nicht bestätigen. Dementieren allerdings auch nicht – erst, wenn alle «Entscheide gefällt sind».
Seraina Hess
Das Kino Rex ist eines von zwei verbliebenen Kitag-Stadtkinos. (Bild: Urs Bucher)

Das Kino Rex ist eines von zwei verbliebenen Kitag-Stadtkinos. (Bild: Urs Bucher)

Filme werden an der Zwinglistrasse 2 seit über zwei Monaten nicht mehr gezeigt. Betriebsferien, heisst es im Cineman-Kinoprogramm. Auch am Eingang des Kinos verkündet ein Plakat: Vom 14. Juni bis am 29. August bleibt das Kino geschlossen. Eine Sommerpause, die diesmal ewig währen könnte, wie dem «Tagblatt» inzwischen mehrere Quellen zugetragen haben.

Erste Befürchtungen im Februar

Die Kitag Kino-Theater AG war bereits im Februar dieses Jahres prominent in den Medien vertreten. Damals ging es um Berns Innenstadt, aus der bis 2020 sämtliche Kitag-Kinos verschwinden werden. Befürchtungen wurden laut, den Stadtkinos St. Gallens drohe das gleiche Schicksal. Kitag-CEO Philippe Täschler gab im Gespräch mit dem «Tagblatt» mittelfristig Entwarnung. Es bestünden vorläufig keine solche Absichten: «Die Ausgangslage in St. Gallen ist eine andere.» Denn im Gegensatz zu Bern, wo neben der Kitag auch Pathé im Kinobusiness mitmischt, gibt es für die beiden verbliebenen St. Galler Stadtkinos Scala und Rex keine Konkurrenz im Mainstream-Bereich; das Kinok in der Lokremise bedient als Arthouse-Kino ein anderes Publikum.

«Alle Optionen werden geprüft»

Weder das Scala mit seinen sechs Sälen noch das Kino Rex mit drei Sälen seien somit gefährdet, hiess es im Winter. Die Meldungen, das kleinere der beiden stelle den Betrieb ein, haben sich inzwischen allerdings verdichtet.

Bei der Kitag gibt man sich derweil bedeckt. Auf die Frage, ob das Unternehmen tatsächlich gedenke, sich aus dem Kino Rex zurückziehen, antwortete die Presseverantwortliche Olivia Willi vor drei Wochen: «Es werden zurzeit alle Optionen geprüft. Sobald Entscheide gefällt sind, werden wir aktiv informieren.» An der Antwort hat sich bis Dienstagabend nichts geändert. Sicher ist, dass die Liegenschaft an der Zwinglistrasse noch immer in Besitz der Kinokette ist, wie das Grundbuchamt der Stadt auf Anfrage bestätigt.

Die beiden Kinos Rex und Scala sind die letzten ihrer Art in der St. Galler Innenstadt. Die Schliessungen haben sich in den vergangenen Jahren gehäuft, und das schon vor der Übernahme der Kinobetriebe durch die Kitag. Die Wende in der St. Galler Kinobranche brachte die Eröffnung des Kino-Tempels Cinedome in Abtwil im Jahr 2003. Damals gab es noch 13 Stadtkinos, die genau wie das Cinedome dem St. Galler Kinobetreiber Franz Anton Brüni gehörten. Als erstes schloss das Tiffany an der Lämmlisbrunnenstrasse und eröffnete damit im Jahr 2005 den Reigen der Stadtkino-Niedergänge. Die Kinokette Kitag übernahm 2007 Brünis Lebenswerk, die verbleibenden fünf Kinos Corso, Rex, Scala, Storchen sowie das Cindeome. Und setzte die Schliessungen 2012 fort, diesmal mit dem Corso an der Brühlgasse, wo heute Büros und ein Restaurant entstehen. Der bis anhin letzte Rückzug traf das Kino Storchen vor etwas mehr als zwei Jahren.

Der wirtschaftliche Druck kleiner Kinos sei grösser als jener der Multiplex-Betriebe, sagt Cédric Bourquard, Sekretär des Schweizerischen Kino-Verbandes. Personal- und Mietkosten seien verhältnismässig hoch. Zu erwähnen sind stets auch Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video, die den Mainstream-Kinos Konkurrenz machen.

Tag des Kinos: Noch immer gelistet

Zwar ist online kein Filmprogramm für das Kino Rex zu finden, das die Spielzeit nach der Sommerpause betrifft. Aufgelistet ist das Stadtkino aber unter den Teilnehmern des «Allianz Tag des Kinos» vom 2. September, wenn Kinobesuche schweizweit fünf Franken kosten. Ob man sich also wieder in die Sessel der Rex Studios sinken lassen darf, wird sich spätestens an jenem Sonntag zeigen.

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