Altenrhein: Bis zu 15 Firmen könnten auf die Stadler folgen

Zwei Industriestandorte beschäftigen die Gemeinde Thal: Auf dem Arena-Areal soll bis im Frühling der Verkauf der letzten beiden Parzellen erfolgen. Gleichzeitig startet die Mietersuche für das Stadler-Areal.

Martin Rechsteiner
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Bis im Jahr 2021 will die Stadler aus dem Industriepark Altenrhein ausziehen. Die Grundstückbesitzerin und die Gemeinde Thal sind um eine Nachfolge bemüht. (Bild: Ralph Ribi, Juni 2017 )

Bis im Jahr 2021 will die Stadler aus dem Industriepark Altenrhein ausziehen. Die Grundstückbesitzerin und die Gemeinde Thal sind um eine Nachfolge bemüht. (Bild: Ralph Ribi, Juni 2017 )

Still ist es am Donnerstagabend in der Altenrheiner Markthalle, als Gemeindepräsident Robert Raths während des Thaler Industrie- und Gewerbeapéros vor die rund 100 Gäste tritt. Mit Interesse erwarten sie die angekündigten Informationen. An diesem Abend geht es um zwei wichtige Industrieareale in der Gemeinde: «Arena» und «Stadler».

Die Gemeindebehörde arbeitet für deren Entwicklung mit der Rheintaler Immobilien-Firma Cristuzzi zusammen. Referent an diesem Abend ist deshalb Daniel Romer, Geschäftsleitungsmitglied des Unternehmens.

«Arena»-Parzellen sollen bis Frühling verkauft sein

Daniel Romer ist in der Geschäftsleitung der Immo-Firma Cristuzzi (Bild: Martin Rechsteiner)

Daniel Romer ist in der Geschäftsleitung der Immo-Firma Cristuzzi (Bild: Martin Rechsteiner)

Romer startet mit dem Arena-Areal. Nachdem die namensgebende Diskothek von dort verschwunden ist, hat die Gemeinde den Boden vor rund sechs Jahren erstanden. Er sollte zur Ansiedlung regionalen Gewerbes dienen. Die Gemeinde wollte und will «Visitenkartenbauten» auf dem Areal – also nicht einfach Lagerhallen, sondern am besten Unternehmens-Hauptgebäude oder Produktionsstätten. Dieses Ziel sei erreicht, bilanziert Romer. Sechs der acht Parzellen auf dem Gebiet seien verkauft und grösstenteils bebaut. So hat die Feuerwehr dort ihr Depot, ansässig sind die Firmen Viterma, Zima, Grab, sowie, wie kürzlich bekannt wurde, die Fitpa. Zwei Parzellen sind noch zu verkaufen. «Sie sind reserviert. Wir hoffen auf Vertragsabschlüsse im ersten Quartal 2019», sagt Romer. Firmennamen will er nicht nennen. «Es sind zwei Unternehmen, eines davon aus der Region.»

Doch noch kein Bypass

Bei der Gemeinde ist man zufrieden mit Verlauf. Dass voraussichtlich bald alle Parzellen verkauft sind, sei «sehr positiv». Dies, obwohl die Ansiedlung von Gewerbe aus der Region zwischendurch etwas geharzt hat, wie Gemeindepräsident Raths kürzlich am Telefon einräumte.

Der vom Kanton verhängte Baubewilligungsstopp auf dem Areal wegen eines Bypasses der Burietstrasse sei zudem aufgehoben, wie Raths sagt. «Der Bau des Bypasses ist vom Verkehrsaufkommen abhängig. Derzeit ist es fraglich, ober er je nötig wird.»

Stadler-Areal wird ab 2021 vermietet

Anders ist die Situation im Industriepark Altenrhein, oft FFA- oder Stadler-Areal genannt. Nachdem der Schienenfahrzeugbauer dieses Jahr bekannt gegeben hat, bis 2021 nach St. Margrethen zu ziehen, sucht die Gemeinde nach Nachfolgern. Doch, anders als beim «Arena-Areal, ist sie nicht Eigentümerin des Bodens, sondern die Swisscanto, eine Gesellschaft der Zürcher Kantonalbank. Diese hatte Gebäude und Grundstück 2011 für 70 Millionen Franken erworben. Die Gebäude sollen an Industriebetriebe vermietet werden. Mit dem Projekt betraut ist, unter anderen, ebenfalls die Cristuzzi.

Der Gemeinde Thal bleibt hier vorwiegend der Beobachterstatus. Trotzdem werde sie in die Suche zur Nachfolge von Stadler einbezogen, wie Gemeindepräsident Raths betont: «Wir stehen in enger Zusammenarbeit und Absprache mit der Eigentümerin Swisscanto.» Die Gemeinde setze sich dafür ein, dass im Industriepark Altenrhein «keine Lagerhallen, sondern Arbeitsplätze entstehen.»

Neuer Name für das Stadler-Areal

Cristuzzi-Geschäftsleiter Romer will bis kommendes Frühjahr eine neue Identität für das Areal entwickeln, was eine Namensänderung bedeutet. Dann startet die Vermietung mit Einzug ab 2021. Bis zu 15 Firmen könnten auf den 25000 Quadratmetern Fläche der Stadler ansässig werden, wie Romer sagt. Zuerst plant er, möglichst grosse Flächen ab 5000 Quadratmetern zu vermieten, dann die kleineren. Ansprechen will die Cristuzzi zum Beispiel Logistikunternehmen oder Grossteilfertiger. Ausgeschlossen seien Wohnungen, Bildungs- oder Gesundheitsinstitutionen und Büros. Eine bessere Erschliessung des Areals von Osten her ist laut Robert Raths zudem denkbar, «aber erst im Laufe der kommenden zehn Jahre».