Staader Auswanderer: Zehnjährige führt während Lockdown Huhn an der Leine durch die Strassen nahe San Franciscos

Ulrich Oesterer aus Staad erhält regelmässig Post von seiner Familie aus Kalifornien. Kürzlich hat ihm seine Enkelin ein Bild geschickt: Darauf ist die Zehnjährige zu sehen, wie sie mit ihrem Huhn in San Francisco spazieren geht.

Jolanda Riedener
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Die zehnjährige Vivien mit ihrem neuen Haustier.

Die zehnjährige Vivien mit ihrem neuen Haustier.

Bild: PD

«Es muss nicht immer ein Hund sein», sagt Ulrich Oesterer und lacht. Der Staader hat von seiner Enkelin ein Bild erhalten, das er teilen möchte. Darauf führt die zehnjährige Vivien eine Henne an der Leine - wie es die Regeln in den USA verlangen, mit Schutzmaske.

Oesterers Sohn lebt seit 1995 in den Vereinigten Staaten, wo der Informatiker mit einer Zahnärztin verheiratet ist. Die Familie hat drei Mädchen. Vivien ist die Jüngste. Weil das gesellschaftliche Leben in der Bay Area, Kalifornien, seit Monaten still steht, hat die Familie beschlossen, sich einen Hund und zehn Hühner zu beschaffen.

Besuch in die Schweiz fiel ins Wasser

Vivien führt nun aber nicht nur den Hund spazieren, sondern hat kurzerhand ihrer Henne eine Leine angelegt und eine Runde durchs Quartier gedreht. Welche Reaktionen die Zehnjährige damit ausgelöst hat, weiss Ulrich Oesterer noch nicht. Er sagt:

«Wir haben regelmässig Kontakt. Eigentlich wollten sie mich diesen Sommer in Staad besuchen»

Am vergangenen Montag war Ulrich Oesterers Geburtstag. Wegen Corona fiel der Besuch in die Schweiz leider aus. Normalerweise fliegt auch er regelmässig nach San Francisco-Piedmont, wo sein Sohn, die Schwiegertochter und die drei Enkelinnen leben.

Während Ulrich Oesterers Sohn im Homeoffice arbeitet, werden auch die drei Mädchen zuhause unterrichtet. Der Informatiker fährt normalerweise via Golden Gate Bridge nach San Francisco zur Arbeit. Dort gebe es jeweils viele Pendler, die sich an die Strasse stellen und so eine spontane Mitfahrgelegenheit in die Grossstadt erhalten. Mit der Pandemie hätten aber immer weniger Leute Fremde im Auto mitnehmen wollen.

Auch in Goldach erfreut Henne die Bewohner

In Goldach gibt es ebenfalls ein Ehepaar, das ein besonders handzahmes Huhn besitzt. Henne Nerina besucht mit ihrer Besitzerin regelmässig Schulklassen und Altersheime. Dort verhält sie sich zutraulich und lässt sich auch streicheln.