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St.Galler Globus: Replik neu mit Kurbel und Zeiger

Zum Globus, dem Zankapfel des Kulturgüterstreits mit Zürich, sind weitere Details erforscht worden. Dabei geht es um den Weg des wertvollen Objekts bis ins Kloster St.Gallen. Zudem wurde die Replik mit Kurbel und Zeiger ergänzt.
Nach der Vorlage des originalen Verkaufsprospekts wurde die Globus-Kopie in St. Gallen mit einem Zeiger ergänzt, der in der wechselvollen Geschichte des wertvollen Objekts verloren gegangen war. (Bild: St. Galler Stiftsbibliothek)

Nach der Vorlage des originalen Verkaufsprospekts wurde die Globus-Kopie in St. Gallen mit einem Zeiger ergänzt, der in der wechselvollen Geschichte des wertvollen Objekts verloren gegangen war. (Bild: St. Galler Stiftsbibliothek)

(sda)

Die Forschungsarbeiten rund um den St. Galler Globus aus dem 16. Jahrhundert laufen weiter. Nun sei ein wichtiger Meilenstein erreicht worden, teilte die St. Galler Stiftsbibliothek am Dienstag mit. Der Geograf und Historiker Jost-Schmid-Lanter, Leiter der Kartensammlung der Zentralbibliothek Zürich, habe die Geschichte des Objekts in seiner Dissertation weitgehend rekonstruiert.

Der Globus stammt aus Norddeutschland. Auftraggeber war der Mecklenburger Herzog Johann Albrecht I., der von 1547 bis 1576 regierte. Konzipiert wurde er vom Kosmograph und Bibliothekar Tilemann Stella, der sich als Urheber in einem kleinen Porträtmedaillon «höchstwahrscheinlich selbst verewigt» habe.

Gebaut wurde er dann in zwei Jahren wahrscheinlich in Schwerin und 1576 fertig gestellt. Der Besteller verstarb im gleichen Jahr nach kurzer Krankheit. Sein Sohn, Herzog Johann VII., liess sich rund 15 Jahre später auf dem Globus abbilden und erklärte sich damit zum Auftraggeber und Besitzer des Werks.

Wegen Schulden verkauft

Nach dem Tod Johanns VII. im Jahr 1592 wurde der Globus zur Tilgung von Schulden verkauft. Über den Konstanzer Apotheker Lucas Stöckli gelangte er 1595 in den Besitz des St. Galler Fürstabts Bernhard Müller. Dieser habe sich den Globus durch einzelne Übermalungen bildsprachlich selbst zugeeignet und die offensichtlichsten Spuren der protestantischen Herkunft vertuscht, heisst es in der Mitteilung.

Auf dem wieder aufgetauchten Verkaufsprospekt für den Globus finden sich genaue Darstellungen des Objekts. Deshalb sei nun die Replik in der Stiftsbibliothek mit einer Kurbel und einem Zeiger ergänzt worden, die beide in der wechselvollen Geschichte verloren gegangen seien, teilte der Leiter der Stiftsbibliothek, Cornel Dora, mit.

1712 wurde der Globus im Toggenburger Krieg von Zürcher Truppen geraubt und nicht mehr zurückgegeben. 1996 kam es zum Kulturgüterstreit zwischen St. Gallen und Zürich, der erst 2006 unter Vermittlung des Bundes beigelegt wurde: Zürich behielt den Original-Globus und liess für St. Gallen eine Kopie anfertigen, die 2009 übergeben wurde.

Am 31. Oktober wird Jost Schmid-Lanter seine Forschungsergebnisse in St. Gallen vorstellen, um 18 Uhr im Musiksaal des Dekanantsflügels.

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