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St. Galler Entwicklungsgebiete sind nicht im Dornröschenschlaf

In einem Vorstoss hatte die FDP-Fraktion der Stadt St.Gallen vorgeworfen, die Entwicklung von Schlüsselgebieten zu vernachlässigen. In der Antwort legt der Stadtrat die Strategie dar. Dabei bleibt er aber teilweise schwammig.
David Gadze
Rund um den Bahnhof St.Fiden soll dereinst ein neuer Stadtteil entstehen. Derzeit erarbeitet die Stadt einen Masterplan. (Bild: Michel Canonica/24. Januar 2019)

Rund um den Bahnhof St.Fiden soll dereinst ein neuer Stadtteil entstehen. Derzeit erarbeitet die Stadt einen Masterplan. (Bild: Michel Canonica/24. Januar 2019)

Güterbahnhof, Bahnhof St.Fiden oder das Gebiet auf der Nordseite des Hauptbahnhofs: In der Stadt St.Gallen gibt es zahlreiche grössere Areale, die in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden sollen. Sämtliche wirtschaftlichen Schwerpunktgebiete verharrten jedoch seit Jahrzehnten in ihrer Entwicklung und würden nicht marktgerecht aufbereitet, schrieb die FDP-Fraktion des Stadtparlaments in einer Interpellation, die sie im November eingereicht hatte. «Viele Entwicklungen verlaufen parallel, unkoordiniert oder ohne gemeinsame Vision.»

Nun hat der Stadtrat den Vorstoss beantwortet. In St.Gallen seien diverse grössere Areale, die nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck dienten, unternutzt oder noch nicht genutzt respektive eingezont. Für ihre Entwicklung wende die Stadt unterschiedliche Planungsinstrumente an: Auf der strategischen, gesamtstädtischen Ebene sind dies der kommunale Richtplan, die seit kurzem vorliegende «Perspektive räumliche Stadtentwicklung St.Gallen» sowie die Innenentwicklungsstrategie, die sich noch in Arbeit befindet. Diese Instrumente zeigten auf, welche Areale gemäss ihrer Lage, ihrer Grösse und «ihres Kontexts» wie am besten genutzt werden könnten. Daneben arbeite die Stadt konkret und projektorientiert an arealspezifischen Entwicklungsplanungen.

Keine übergreifende Masterplanung

Die Frage der FDP-Fraktion, ob für die relevanten Areale in der Stadt St.Gallen eine übergreifende städtebauliche Masterplanung bestehe, verneint der Stadtrat. Die Stadt wende Masterpläne üblicherweise arealbezogen und nicht gesamtstädtisch an. Für grössere Areale würden in der Regel Wettbewerbe oder Studienaufträge durchgeführt, teilweise mit vorgängigen Entwicklungsplanungen. Eine Masterplanung über die ganze Stadt würde einen hohen Planungsaufwand bedingen, ohne damit die für die Umsetzung erforderliche Grundeigentümerverbindlichkeit erreichen zu können. Die Bearbeitung eines solchen Masterplans würde «bedeutende personelle und finanzielle Ressourcen binden». Nicht zuletzt sei ein städtebaulicher Masterplan immer auch ein Abbild seiner Entstehungszeit und unterliege deshalb dem jeweiligen Zeitgeist. Um auch über längere Zeit bestehen zu können, wäre eine gewisse Beliebigkeit vermutlich nicht zu vermeiden oder eine dicht getaktete Anpassung erforderlich. Ein seriöses Monitoring oder Controlling wäre zudem zeit- und kostenintensiv. Deshalb erscheine es zielführender, die bisher schon genutzten informellen Planungsinstrumente wie Testplanungen, Wettbewerbe oder städtebauchliche Studien arealbezogen anzuwenden.

Die FDP-Fraktion wollte weiter wissen, für welche Gebiete in den kommenden drei Jahren eine Realisierung konkreter Projekte in Aussicht gestellt werden könne. Und insbesondere, ob die Entwicklung eines Netzwerkstandorts Ost als Teil des nationalen Innovationsparks auf einem der Schlüsselareale nochmals in Angriff genommen werde. Derzeit befänden sich zahlreiche Areale «in einer planerischen Bearbeitung», antwortet der Stadtrat. Viele befänden sich aber nicht im Eigentum der Stadt St.Gallen oder ihre Entwicklung werde von mehreren Grundeigentümern beeinflusst. «Mit grosser Sicherheit» könne der Stadtrat deshalb nur für die Areale Martinsbrugg/Schachen, Piccard­strasse/Altenwegen und Mövenstrasse eine Projektrealisierung in Aussicht stellen. Bezüglich des Netzwerkstandorts Ost bleibt der Stadtrat vage: Für das Projekt des nationalen Innovationsparks liege die Verantwortung beim Kanton. Gemäss dem Programm der kantonalen Standortförderung für die Jahre 2019 bis 2022 sehe die Regierung Handlungsbedarf bei der Anbindung des Kantons an das nationale Innovationsnetzwerk. Das zuständige Departement unternehme Anstrengungen, die bestehenden Innovationszellen wie «Startfeld» zu stärken und weiterzuentwickeln.

Unternehmensansiedlung dank Standortförderung

Bezüglich der Massnahmen für die Ansiedelung von Unternehmen mit hochwertigen Arbeitsplätzen in den Schlüsselgebieten verweist der Stadtrat auf die Standortförderung. Diese habe für die strategische Ausrichtung ihrer Aktivitäten «die wichtigen globalen, nationalen und regionalen Entwicklungen auf den den Wirtschaftsstandort St.Gallen analysiert» und fünf Handlungsfelder definiert. Die Leistungen der Standortförderung orientierten sich an den konkreten Bedürfnissen der interessierten Unternehmen. Vermarktet würden die Areale, sobald sie marktreif seien. Für die Arealentwicklung St.Gallen West/Gossau Ost sei gar eigens ein Verein gegründet worden. Was der Stadtrat an dieser Stelle aber verschweigt: 2012, rund fünf Jahre vor der Gründung dieses Vereins, war es der Stadt nicht gelungen, die Ergebnisse einer Entwicklungsstudie in einem kooperativen Planungsprozess mit den Grundeigentümern in einem Masterplan festzuhalten.

Die Stadt habe jedenfalls eine Übersicht über die für die Entwicklung St.Gallens relevanten Grundstücke, die sich im Eigentum des Kantons befinden.

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