Kommentar

St.Gallen sucht den Superman

Die Stadt St.Gallen möchte eine neue Stelle schaffen: Ein City Manager soll dabei helfen, das Ladensterben zu stoppen und die Detailhändler der Innenstadt zu stärken.

Roger Berhalter
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Roger Berhalter, Redaktor Stadtredaktion St. Gallen

Roger Berhalter, Redaktor Stadtredaktion St. Gallen

Es klingt verlockend: Um die Probleme des Detailhandels zu lösen, stellt man einfach einen City Manager an. Er fungiert als Superman, der virtuos zwischen allen Anspruchsgruppen vermittelt, alle Wünsche unter einen Hut bringt und für jedes Problem die Lösung kennt. So einfach ist es natürlich nicht. Es braucht mehr als einen City Manager oder eine City Managerin, damit die Geschäfte in der Innenstadt wieder florieren.

Es besteht die Gefahr, dass mit einem City Manager allzu viele Hoffnungen verknüpft werden, und dass er Erwartungen weckt, die kein Mensch allein erfüllen kann. Ein City Manager ist eben kein Superman, der die Welt rettet (oder zumindest die St.Galler Innenstadt). Ein City Manager kann aber ein wertvoller Vermittler zwischen den privaten und öffentlichen Akteuren sein. Das zeigen Beispiele in Deutschland und Österreich, und das zeigen auch aktuelle Initiativen in mehreren Schweizer Städten.

Alle wollen einen City Manager, aber jeder stellt sich darunter etwas anderes vor. Diese unterschiedlichen Vorstellungen auf einen gemeinsamen St.Galler Nenner zu bringen, wird die grosse Herausforderung sein. Vielleicht geht es aber auch gar nicht um das Ziel, sondern um den Weg dorthin. Schon die gemeinsame Suche nach dem City Manager hat die Wirtschaft und die Behörden einander näher gebracht. Unabhängig davon, ob St.Gallen seinen Superman schliesslich findet oder nicht: Das ist ein erster Erfolg.