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Plus bei den Logiernächten: St.Gallen
ist beliebt als Ziel für Städtereisen

Die Stadt St.Gallen hat in der ersten Hälfte dieses Jahres bei den Logiernächten erneut zugelegt und setzt zwei Trends fort: Die Gäste werden internationaler und sie reisen nicht mehr nur hierher, um Geschäfte zu machen. Doch ein Wermutstropfen bleibt.
Daniel Wirth
Touristen aus Fernost in der Multergasse. (Bild: Urs Bucher)

Touristen aus Fernost in der Multergasse. (Bild: Urs Bucher)

Im ersten Halbjahr 2018 sind in der Stadt St. Gallen 63373 Gäste aus der Schweiz und aus dem Ausland angekommen. Sie hatten im Durchschnitt einen Aufenthalt von 1,82 Tagen, wie aus den jüngsten Tourismuszahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervorgeht. Das ergibt von Januar bis Juni 115606 Übernachtungen in der Gallusstadt, was im Vergleich mit dem ersten Semester 2017 einem Plus von 1,7 Prozent entspricht. Dieser Wert liegt zwar relativ deutlich unter dem durchschnittlichen Wert der Schweizer Hotellerie, der bei einem Anstieg von 3,8 Prozent liegt im ersten Halbjahr 2018, aber er ist keine Selbstverständlichkeit.

Denn im vergangenen Jahr hatten die Logiernächte in der Stadt St. Gallen um exorbitante 13,5 Prozent zulegt. Thomas Kirchhofer, seit rund einem Jahr Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus, ist denn auch zufrieden. «Dass wir nach dem Exploit 2017 auch in der ersten Hälfte des laufenden Jahres zulegen konnten bei den Logiernächten, ist ein gutes Zeichen», sagt Kirchhofer. St. Gallen entwickle sich zu einer klassischen Destination im Segment Städtereisen. Das sei ein Trend, der 2017 so richtig Schwung geholt habe und sich nun fortsetze, sagt der Tourismusdirektor.

Von Januar bis Juni seien in der Gallusstadt auffällig viele französisch sprechende Gäste festgestellt worden, sagt Kirchhofer. Von ihnen sei der Grossteil aber nicht aus Frankreich, sondern aus der Romandie angereist. Aber auch von weiter her seien die Gäste gekommen. Gerade im Juni sei bei den Touristen aus den Vereinigten Staaten ein Plus von 14 Prozent registriert worden und bei den jenigen aus Korea gar ein Plus von 83 Prozent. Gäste aus diesen beiden Nationen und solche aus Indien hätten einen Rückgang bei den Chinesen mehr als kompensiert, sagt Thomas Kirchhofer.

Die Gästeschar wird je länger, je internationaler

Auch dieser Trend setze sich seines Erachtens fort: Die Gäste, die die Stadt und die Region St. Gallen besuchten, werden je länger, je internationaler. Ein dritter Trend, den Kirchhofer festgestellt haben will, ist dieser: Die Zahl der Gäste, die hierher reisen, um Geschäfte zu machen, gehe zurück. Heute machte der Businesstourismus noch 70 bis 80 Prozent der Ankünfte und der Logiernächte aus. Doch das werde sich ändern: Die Zahl der Freizeittouristen in der Stadt nehme zu, sagt der Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus.

Was Kirchhofer Kummer bereitet, ist die Tatsache, dass die Aufenthaltsdauer weiter und weiter zurückgeht: Ende 2017 lag sie bei 1,87 Tagen, Ende dieses Junis bei 1,82 Tagen. «Wir müssen alles unternehmen, damit die Gäste länger in der Region bleiben», sagt Thomas Kirchhofer.

Das touristische Angebot in der Region müsse Touristen, die in die Stadt kämen, gut erklärt und einfach und preiswert zugänglich gemacht werden. Ein Instrument, das schon heute gut funktioniere, aber noch bekannter gemacht werden müsse, sei die Ostschweizer Gästekarte Oskar. Mit ihr können Touristen für zehn Franken am Tag eine Vielzahl von Bergbahnen und Schiffen verschiedener Gesellschaften benutzen. Sie haben auch freien Eintritt in Museen und Schwimmbäder; das Angebot reicht vom Bodensee bis ins Glarnerland.

St. Gallen-Bodensee Tourismus erhält mehr Geld

Die Stadt St. Gallen hat St. Gallen-Bodensee Tourismus per Anfang 2018 die Beiträge verdoppelt auf 880000 Franken pro Jahr. Gemäss Direktor Kirchhofer wurde unlängst eine Experience-Managerin angestellt. Ihre Aufgabe sei es, den Gästen, die in die Stadt kämen, das kulturelle Angebot der Region schmackhaft zu machen. Könne man Individualreisende beispielsweise von einem Museumsbesuch in Heiden oder Herisau überzeugen, würden sie eine Nacht oder gar eine zweite in der Stadt oder in der Region anhängen und den Aufenthalt ausdehnen, sagt Thomas Kirchhofer.

Er bezeichnet den Stiftsbezirk, der als Unesco-Weltkulturerbe gilt, als «touristisches Juwel» von Stadt und Region St. Gallen. Mit der Stiftsbibliothek spiele die Stadt St. Gallen gar in der Champions League des Tourismus. Die britische Tageszeitung «The Guardian» bezeichnete die Stiftsbibliothek unlängst, als eine der schönsten Bibliotheken der Welt. Solche Schlagzeilen seien für St. Gallen-Bodensee Tourismus von Bedeutung und beste Werbung, sagt Direktor Kirchhofer.

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