Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Sportmediziner zu Gast in St.Gallen: «Chinesische Medizin ist so einfach wie eine Melone»

Mingliang Zhang gilt als Koryphäe der traditionellen chinesischen Medizin. In St.Gallen gibt er Kurse.
Sandro Büchler
Mingliang Zhang (rechts) gibt an fünf Tagen sein Wissen in St.Gallen weiter. Eingeladen hat ihn Shaofan Zhu. (Bild: Hanspeter Schiess)

Mingliang Zhang (rechts) gibt an fünf Tagen sein Wissen in St.Gallen weiter. Eingeladen hat ihn Shaofan Zhu. (Bild: Hanspeter Schiess)

Für viele Europäer sei die traditionelle chinesische Medizin schwierig zu verstehen, sagt Mingliang Zhang. Sie sei bloss Humbug und Scharlatanerie würden gar andere behaupten. Doch die Medizin aus China sei so einfach wie eine Wassermelone. «Man muss die Melone nur genau anschauen, betasten, daran riechen und klopfen.» Bauern wüssten so schnell, ob die Melone reif und schmackhaft sei. Den Menschen deute man ähnlich wie die Frucht.

Zhang tippt sich an die Schulter, greift sich an sein Handgelenk. «Der Puls ist ein Indikator. Auch die Zunge einer Person oder ihre Mimik.» Das Erscheinungsbild einer Person sei ein Spiegelbild ihrer körperlichen Verfassung. Wer das Äussere genau beobachte, könne auf die innere Gesundheit einer Person schliessen. Die Schulmedizin im Westen sei anders, schneide viel mehr auf, um eine Diagnose zu stellen.

«Man schaut mehr im Innern nach.»

Bereits im Kindesalter von Qigong fasziniert

Zhang ist Professor und Vorstandsmitglied des Forschungsinstituts für traditionelle chinesische Medizin in Peking. Der 49-Jährige praktiziert nicht nur Qigong, Akupunktur und Yoga. Er forscht auch darüber, auch über die verschiedenen Ausprägungen des Buddhismus. Aufgewachsen ist Zhang in der chinesischen Provinz Shanxi. Bereits im Alter von zwölf Jahren wendet er sich einem Qigong-Meister zu – saugt sein Wissen auf.

Dieser lehrt dem neugierigen Knirps die uralte Atem- und Bewegungslehre. Durch Dehnen und Strecken soll der Körper, sowie die Atmung und der Geist eines Menschen in ein gesundes Gleichgewicht gebracht werden. Die Bewegung soll die Energie im Körper (das Qi) wecken und in Harmonie bringen. Später studiert Zhang Medizin, behandelt aber schon während seiner Studienzeit auf traditionelle Weise.

Zhang sitzt im Schneidersitz mit geradem Rücken auf einem Kissen. Er ist zu Gast im China Wushu Institut an der Sankt- Jakob-Strasse vis-à-vis der Olma-Hallen. Shaofan Zhu hat den Professor nach St.Gallen eingeladen, wo er an fünf Tagen sein umfangreiches Wissen über Medizin und Qigong in Kursen weitergibt. Zhu übersetzt zudem im Interview.

Das Interesse an der chinesischen Medizin steigt

Der Qigong-Meister beobachtet in einer stets schneller werdenden Welt ein wachsendes Interesse an der chinesischen Medizin. «Die Welt lässt sich nicht stoppen», sagt Zhang. Viele Menschen funktionierten wie Maschinen, die immer weniger auf ihr Inneres hören.

«Sie bewegen sich immer weiter weg vom Ursprung des Menschen.»

Qigong helfe dabei, den überforderten Geist zu bremsen. «Qigong verlangsamt», sagt Zhang. Überhaupt bringe die traditionelle chinesische Medizin die Menschen wieder näher zu sich selbst zurück.

Schon junge Menschen hätten heute Verkrümmungen der Wirbelsäule, sagt der Gast aus China . Schuld daran sei das Handy. Doch auch Zhang hat ein Mobiltelefon dabei. «Es ist ein Laster.» Er lacht herzhaft. Wenn es ihn im Nacken zwicke, sei dies ein Zeichen, dass er sich einfach mehr bewegen müsse.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.