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In Spanien ist Padel fast so populär wie Fussball: Nun eröffnet in Staad das erste Trainingcenter der Ostschweiz

Padel hat nichts mit Paddeln oder einem Kanu zu tun, viel eher mit Tennis und Squash. Die Trendsportart verbreitet sich rasant – nun auch in der Ostschweiz.

Ralf Rüthemann
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Javier Fernandez (links) und Silvio Hitz in ihrer Halle Padel7 in Staad, zusammen mit Jimmy Fernandez (nicht auf dem Bild) hat Hitz die Halle aufgebaut. Wegen der Coronamassnahmen mussten sie die Eröffnung verschieben.

Javier Fernandez (links) und Silvio Hitz in ihrer Halle Padel7 in Staad, zusammen mit Jimmy Fernandez (nicht auf dem Bild) hat Hitz die Halle aufgebaut. Wegen der Coronamassnahmen mussten sie die Eröffnung verschieben.

Bild: Benjamin Manser (21.12.2020)

«Noch nie gehört», sagen die meisten Leute, wenn sie auf die Sportart Padel angesprochen werden. Zumindest in der Ostschweiz stellt man dies fest. Komplett anders sieht es in Südamerika und in Spanien aus: «Bei uns in Spanien ist Padel weit verbreitet», sagt Javier Fernandez, der nur vorübergehend in der Schweiz weilt. Im Center Padel7 in Staad, das kurz vor der Eröffnung steht, soll er die ersten paar Monate die Besucher ins Spiel einführen und als Hilfe für die Kunden dienen.

Aufgebaut wurde das Center in nur fünf Monaten von Jimmy Fernandez und Silvio Hitz. Er erklärt:

«Wir haben gedacht, es kann nicht sein, dass man die Kantonsgrenze verlassen muss, um Padel zu spielen.»

«Deshalb haben wir uns entschieden, hier in Staad das erste Padel-Center der Ostschweiz zu eröffnen», sagt er.

Spielfluss und Spass für alle

Fernandez und Hitz schwärmen von der neuartigen Sportart: «Padel ist weniger anspruchsvoll zu Erlernen als Tennis. Es kommt sehr schnell ein Spielfluss zustande und der Spassfaktor ist enorm», sagt Silvio Hitz. Bei Padel sei es auch kein Problem, die Geschlechter zu mischen und so gegeneinander zu spielen. «Padel garantiert Spass für alle Altersgruppen», sagt Fernandez.

Javier Fernandez ist zwar in der Schweiz aufgewachsen, wohnt aber schon seit mehreren Jahren in der Nähe von Granada, Andalusien. Sein Padel-Center, das ihm dort gehörte, verkaufte er, um vorübergehend in die Schweiz zu kommen. «Wenn ich wieder nach Spanien zurückgehe, baue ich mir wahrscheinlich wieder irgendetwas auf.»

In Spanien spielte er auch Meisterschaft im Padel: «Wir begannen in der 4. Liga und stiegen bis in die 1. Liga auf», erzählt er. Um in eine Profiliga zu gelangen, bräuchte es aber noch viel mehr, so Fernandez. Er sagt:

«Es gibt sehr viele gute Padel-Spieler. In Spanien sind fast so viele Padel-Spieler lizenziert wie Fussball-Spieler.»

Damit sei Padel die Nummer zwei in Spanien.

Professionelle Courts der World Padel Tour

Die vier Padelplätze in Staad sind fertig erstellt und die Sportbar kann in Betrieb genommen werden. Die ehemalige Lagerhalle der Firma Stadler wurde komplett umfunktioniert, nur noch Feinarbeiten müssen erledigt werden. Gespielt wird auf offiziellen World-Padel-Tour-Plätzen, wie man sie aus dem Padelmekka Spanien kennt.

«Nach erfolgreicher Lancierung ist es unser Ziel, einen Verein zu gründen», sagt Silvio Hitz (rechts). Javier Fernandez wird sich auch als Padel-Trainer anbieten.

«Nach erfolgreicher Lancierung ist es unser Ziel, einen Verein zu gründen», sagt Silvio Hitz (rechts). Javier Fernandez wird sich auch als Padel-Trainer anbieten.

Benjamin Manser

So funktioniert Padel

Der Padelplatz ist ein Rechteck zu 10x20 Meter und wird wie beim Tennis durch ein Netz in zwei Spielhälften aufgeteilt. Umgeben wird der Platz von Wänden aus Glas oder Beton und Gitter, die ähnlich wie beim Squash ins Spiel einbezogen werden können. Padel wird immer von vier Personen gespielt, also im Doppel über das Netz in der Mitte. Punkte werden grundsätzlich wie beim Tennis gemacht und auch gezählt – jedoch findet der Aufschlag beim Padel unterhalb der Hüfte statt. Padel Schläger sind deutlich kürzer als Tennis- oder Squash-Rackets. Der leichte Einstieg in das Spiel ist vor allem diesen Schläger-Eigenschaften zu verdanken, denn sie machen den erfolgreichen Schlag technisch weniger anspruchsvoll.

Für den Bau der vier Plätze haben Silvio Hitz und Jimmy Fernandez eine spanische Firma herkommen lassen, die auf den Aufbau solcher Padel-Anlagen spezialisiert ist. «In zehn Tagen bauten diese Leute hier alles auf», sagt Silvio Hitz.

«Nach erfolgreicher Lancierung ist es unser Ziel, einen Verein zu gründen», sagt Silvio Hitz. Javier Fernandez wird sich auch als Padel-Trainer anbieten. Doch zuerst braucht es noch etwas Geduld: «Wir wollten eigentlich am 1. Januar aufmachen, doch wegen Corona ist die Eröffnung nun frühestens auf den 22. Januar datiert», sagt Hitz. Immerhin: Ein erstes Helferturnier hat es schon gegeben. «Es hat sich bereits gelohnt», sagt Silvio Hitz.

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