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Spital Rorschach: Stadt verhandelt auch mit Privatklinik

Die Frage, wie es mit dem Spital weitergehen soll, treibt den Rorschacher Stadtrat um. Er hat seine Forderungen gegenüber dem Kanton klar gemacht. Gespräche gibt es aber auch noch mit anderen.
Martin Rechsteiner
Die Zukunft des Spitals Rorschach ist ungewiss. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Zukunft des Spitals Rorschach ist ungewiss. (Bild: Rudolf Hirtl)

Mitglieder des St. Galler Regierungsrates und des Verwaltungsrats des Spitalverbundes haben vergangene Woche in Rorschach über die Zukunft des Spitals gesprochen. Sie legten sich noch nicht genau fest, was mit dem Standort Rorschach in Zukunft geschehen soll, Veränderungen seien aber notwendig. Immer wieder fiel jedoch das Wort «Tagesklinik».

So könnte in Rorschach etwa eine Klinik für ambulante Eingriffe entstehen, dafür verschwindet das Spital. Der Rorschacher Stadtrat hat für diesen Fall seine Forderung an den Kanton und den Spitalverbund-VR klar gemacht: Er will einen Neubau beim Stadtbahnhof. Gleichzeitig befindet sich die Stadt offenbar im Gespräch mit einer privaten Klinikgruppe.

«Sonst steht Rorschach mit nichts da»

In seiner Medienmitteilung vor dem Informationsanlass stellte der Stadtrat klar: Er will sich einer Klinik für ambulante Eingriffe als Spital-Ersatz nicht grundsätzlich verschliessen, falls dies denn nötig sei. «Klar, gewisse Grundforderungen von unseren Seiten an eine Tagesklinik müssen erfüllt sein. Aber wenn wir jetzt nicht konstruktiv verhandeln und den Dialog suchen, besteht die Gefahr, dass Rorschach in fünf Jahren mit nichts dasteht», sagt Stadtpräsident Thomas Müller.

Doch was für Grundforderungen hat die Stadt an eine allfällige Tagesklinik? In der Mitteilung erklärt der Stadtrat: Ein Spital mit begrenzter Bettenzahl soll es sein, das alle ambulanten Eingriffe des Zentrumsspitals, ebenfalls anbieten könne. Zudem erwarte er, dass die Tagesklinik vom Kanton «nach zeitgemässen Vorgaben neu gebaut wird». Und das an einem Standort, der aus der ganzen Region per öV gut erreichbar sei. Am Telefon präzisiert Thomas Müller:

«Die Leute müssen mit dem Zug direkt an den Empfang fahren können.»

Deshalb schwebt ihm die nahe Umgebung des Rorschacher Stadtbahnhofs vor. «Dieses Areal wird sich baulich stark entwickeln, sobald der Bahnhof erweitert ist. Das würde dann Hand in Hand mit dem Neubau einer Klinik gehen.» Noch sei es aber viel zu früh, sich darüber genaue Gedanken zu machen. «Wir müssen jetzt erst einmal abwarten, was die Verantwortlichen beim Kanton punkto Spital entscheiden», sagt Müller.

Stadt hat mehrere Optionen

Die Stadt besitzt beim Stadtbahnhof verschiedene Grundstücke, die dereinst als Standort für einen Klink-Neubau in Frage kommen könnten. Dazu gehören der Kiesparkplatz auf der Südseite der Bahnlinie oder an der Dufourstrasse der ehemalige Kindergarten und das Stadt Café. «Mit privaten Grundbesitzern rund um den Bahnhof könnten wir zudem verhandeln», sagt Müller zuversichtlich.

Es gibt auch Ideen, was mit dem Spitalgebäude an der Heidenerstrasse passiert, falls die Tagesklinik am Stadtbahnhof Realität wird: «Die Stadt hat einen Bedarf an zusätzlichen Alterswohnungen oder -heimen», sagt Müller. «Und natürlich liegt das Spital auch an einer hervorragenden Wohnlage.» Allerdings müsste die Stadt das Grundstück dafür erst von seinem Besitzer, dem Kanton, zurückbekommen. «Das Rückkaufrecht, das einmal bestand, ist vor zehn Jahren erloschen». Müller ist jedoch überzeugt, dass in dieser Angelegenheit eine Einigung möglich ist. «Falls es einmal so weit kommt», wie er immer wieder betont.

Gespräche mit privater Gruppe

Zusätzlich befindet sich der Stadtrat seit Anfang Jahr im Gespräch mit einer privaten Schweizer Klinikgruppe. Soll sie den Spitalbetrieb übernehmen, falls der Kanton nicht mehr will? «Eine private Gruppe müsste sich in Rorschach auf einen klinischen Fachbereich spezialisieren. Derzeit wird sondiert», sagt Müller knapp. Einen Namen nennen will er nicht. «Aber der Kanton ist über die parallelen Verhandlungen informiert. Und wir werden uns schliesslich für die Variante entscheiden, die Rorschach am meisten nützt.»

Hanselmann: "Kann Forderungen der Stadt verstehen"

Auf die Frage, ob der Kanton das Spitalgebäude überhaupt an eine private Gruppe abtreten würde, schreibt die Vorsteherin des Gesundheitsdepartements, Regierungsrätin Heidi Hanselmann: «Die Gebäude wurden 2017 den Spitalverbunden übertragen. Ein Verkauf bräuchte die Zustimmung von Regierung und Parlament.» Die Forderungen der Stadt Rorschach bezüglich einer Tagesklinik könne sie verstehen und gut nachvollziehen. Ob diese für den Kanton realistisch seien, könne sie jedoch noch nicht sagen: «Varianten, die schliesslich politisch diskutiert werden sollen, sind in Erarbeitung. Jetzt zu mutmassen, ohne die Fakten zu kennen, wäre nicht professionell. Entscheide sind noch keine gefällt.»

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