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Dem Spital Rorschach droht die Degradierung

Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde will sparen, das Spital Rorschach könnte deshalb zur ambulanten Aussenstelle herabgestuft werden. Nicht nur für den langjährig tätigen Rorschacher Hausarzt Norbert Moll wäre dies ein gigantischer, medizinischer Abbau für die Region.
Rudolf Hirtl
Auch beim Spital Rorschach will der Verwaltungsrat den Rotstift ansetzen.

Auch beim Spital Rorschach will der Verwaltungsrat den Rotstift ansetzen.

Tausende gingen vor 20 Jahren auf die Strasse, um gegen die Schliessung des Spitals Rorschach zu demonstrieren. Und dies mit Erfolg. An vorderster Front marschierte damals auch Norbert Moll. Heut ist er 71 Jahre alt. Zur Ruhe gesetzt hat er sich aber längst nicht, zu sehr hängen ihm seine Patienten am Herzen. Um diese kümmert er sich in Rorschach seit 40 Jahren.

Die Absicht des Verwaltungsrats der Spitalverbunde das Leistungsangebot in Rorschach neu zu konzipieren, wühlt ihn sichtbar auf. «Es ist absolut furchtbar, eine traurige Wut hat mich erfasst, als ich davon gehört habe», sagt er. An eine Schliessung glaubt er nicht. Vielmehr befürchtet er, dass das Spital Rorschach eine ambulante Aussenstelle wird. Was seiner Meinung ein völlig falsches Signal wäre. Schon heute werde der hausärztliche Notfalldienst kaum genutzt, stattdessen würden die Leute wegen Lappalien wie Bienenstiche oder Migräne den Notfall des Spitals in Rorschach belagern.

Patienten sind lieber im Spital Rorschach

So würden unnötig Kosten generiert. Im Spital werde sofort eine Kostenwelle losgetreten, beginnend vom Empfang, über die behandelnden Ärzte bis hin zur Buchhaltung. Die Fallkosten beim Hausarzt seien deutlich tiefer. Abgesehen von traumatisch schweren Verletzungen, diese werden in St. Gallen behandelt, würden die übrigen stationären Notfälle in Rorschach kompetent betreut. «Der direkte Zugang zu medizinischer Hilfe im Spital Rorschach ist für uns Hausärzte essenziell», betont Norbert Moll. «Eine Reduzierung auf ambulante Behandlungen wäre ein gigantischer Dienstleistungsabbau für die weitere Region Rorschach.» Nicht ausser Acht zu lassen ist laut Norbert Moll auch das Ambiente für die Patienten. «Im grossen Zentrum in St. Gallen sitzt der Patient in der Wartehalle, wird dann in eine der Boxen verschoben und liegt erst mal auf dem Bett hinter einem Vorhang. Hier in Rorschach läuft alles viel persönlicher, betreuter und sensibler ab. Das ist nicht nur meine Feststellung. Patienten, die ich in Spitäler einweisen muss, bestätigen dies immer wieder.»

Sind die Ängste um das Spital Rorschach begründet? «Für Aussagen, wie die Versorgung/Nutzung in Rorschach aussehen wird, ist es aktuell noch zu früh. Der Lenkungsausschuss wird noch vor den Sommerferien wieder informieren», sagt dazu Philipp Lutz, Pressechef des Kantonsspitals St. Gallen.

Rorschach ist in das Zentrumsspital integriert

Aktuell ist der Leistungsumfang im Spital Rorschach medizinisch, personell und logistisch in das Angebot des Zentrumsspitals in St. Gallen integriert. Viele Mitarbeitende sind sowohl in St. Gallen als auch in Rorschach tätig. Durch diese Vernetzung der Fachkräfte von über 50 Kliniken, Instituten und Zentren werden die Patienten rund um die Uhr betreut. «Unter Berücksichtigung der aktuellen Belegungen und der personellen Ressourcen werden die Leistungen schon heute dort erbracht, wo es am besten ist. Dies gilt auch für die Notfallstation, die in Rorschach 365 Tage im Jahr durchgehend geöffnet ist», so Philipp Lutz.

Die meisten Notfälle könnten dort ambulant behandelt werden. Je nach Schweregrad könne es aber zu einer Verlegung nach St. Gallen kommen. Angepasst wurden in Rorschach vor einigen Jahren die Operationszeiten. Während der Nacht und an Wochenenden werden in Rorschach keine Operationen durchgeführt.

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