Spezialitäten
«Klein, aber fein»: Das neue «Ramen House» am Unteren Graben steht an einem aussergewöhnlichen Ort

Seit September hat das asiatische Take-away von Inhaberin Lenhi Lu geöffnet. Das Lokal ist nicht leicht zu finden – und das sei auch gut so, findet die Inhaberin.

Pascal Keel
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Von Ramen bis Bibimbap: Lenhi Lu bietet verschiedene asiatische Spezialitäten an.

Von Ramen bis Bibimbap: Lenhi Lu bietet verschiedene asiatische Spezialitäten an.

Bild: Pascal Keel

«Japanische Nudelsuppe und koreanisches Bibimbap» steht auf einem kleinen Schild am Strassenrand. Eine schmale Treppe führt hinunter in das Untergeschoss des Gebäudes am Unteren Graben 6. Dort – in einem kleinen Raum rund einen Meter unter der Erde – befindet sich das «Ramen House» von Lenhi Lu.

Seit September bietet sie in ihrem Take-away-Lokal neben Ramen – japanischer Nudelsuppe – auch andere asiatische Spezialitäten wie zum Beispiel das koreanische Traditionsgericht Bibimbap an. Dieses besteht aus Reis, Gemüse, Tofu und einem gebratenen Ei.

Ramen-Trend nach St.Gallen geholt

Lu ist Vietnamesin und stammt aus einer Gastrofamilie. Bereits ihre Grosseltern in Vietnam seien in der Gastrobranche tätig gewesen, ihre Eltern führen das «White Swan» im Neumarkt. Zu ihrem eigenen Lokal ist sie über Umwege gekommen. Ihr Ehemann, ein Schweizer, arbeitete jahrelang im Schiffsbau. «Wir reisten viel in der Welt umher. So lernte ich auch andere asiatische Kulturen kennen als die vietnamesische», sagt Lu. In Japan lebten sie zwei Jahre lang. «Mein Mann hat sich in der Zeit nur von Ramen ernährt», sagt sie und lacht.

Ramen habe sie so fasziniert, dass sie das traditionelle japanische Gericht unbedingt in die Schweiz und nach St.Gallen bringen musste. «Die meisten Leute hier kennen eher Sushi», sagt Lu. Die Menschen bräuchten etwas Neues:

«Ramen ist nicht nur fein, sondern auch gesund. Es gibt Kraft und Wärme.»

Dank Social-Media-Plattformen wie Instagram oder Tiktok ist Ramen denn auch immer mehr im Trend. Lu sagt: «Ich will Ramen in der Umgebung attraktiv machen.»

Dass ihr Lokal so schwierig zu finden ist, sei gewollt. «In Asien findet man das beste und traditionellste Essen meistens nicht gleich an der Hauptstrasse, sondern in einem kleinen Lokal irgendwo in einer Nebengasse», sagt sie. An solchen Orten werde das Essen mit ganz viel Liebe und Seele zubereitet.

Im Moment genügen ihr darum die Räumlichkeiten am Unteren Graben. Ramen in diesem Rahmen passe so, witzelt sie und sagt: «Klein, aber fein halt.»

Website: www.ramenhouse.ch

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