Eingefärbt
Spektakulärer Unfall in St.Gallen: Lieferwagen verliert über 500 Kilo Farbe und färbt Oberen Graben weiss

Optisch spektakulär hat sich am Donnerstagmittag das Resultat eines Unfalls in St.Gallen präsentiert: Das Trottoir und eine Fahrspur des Oberen Grabens beim Schibenertor waren weiss eingefärbt, weil ein Lieferwagen Fassadenfarbe verloren hatte.

Sandro Büchler/Reto Voneschen
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Bild: Sandro Büchler

Über Mittag ist es am Schibenertor in St.Gallen zu Verkehrsbehinderungen gekommen. Dies aus einem ungewöhnlichen Grund: Kurz vor 11 Uhr hatte ein Lieferwagen vor dem Geschäftshaus «Union» 21 Farbkübel verloren. Daraus ergossen sich über 500 Kilogramm Fassadenfarbe von der «Süd»-Bar bis zur Abzweigung Richtung Marktplatz auf die Strasse und färbten sie weiss. Eine Fahrspur und das Trottoir waren nicht mehr passierbar.

Farbe in Schächte gespült und abgesaugt

Spezialisten dichteten als erste Massnahme die Schächte in die Kanalisation ab. Die Farbe wurde dann von der Feuerwehr in diese Schächte gespült und von dort von Mitarbeitern eines auf Kanalreinigungen spezialisierten Unternehmens abgesaugt. Das Gemisch aus Farbe und Wasser soll jetzt fachgerecht entsorgt werden. Von der Farbe geht keine unmittelbare Gefahr für Menschen oder Umwelt aus, in grösseren Mengen gilt sie aber als giftig.

Die Farbe auf dem Oberen Graben wird in abgedichtete Schächte gespült und von dort abgesaugt.

Video: Sandro Büchler

Bei den Aufräumungsarbeiten nach dem Unfall standen nach Angaben von Dionys Widmer, dem Sprecher der Stadtpolizei St.Gallen, zehn bis 15 Personen von Feuerwehr, Kanalreinigung, Polizei, Entsorgung sowie Umweltamt im Einsatz. Die Arbeiten sollen im Laufe des frühen Nachmittag beendet werden und der Verkehrsknoten Schibenertor wieder ohne Behinderungen befahrbar sein.

Seitenladen war nicht richtig gesichert

Der Albtraum jedes Lastwagenfahrers, nämlich dass seine Ladung auf der Strasse landet, ist am Donnerstagvormittag auf dem Oberen Graben für den 32-jährigen Fahrer eines Lieferwagens Realität geworden, weil ein Seitenladen des Fahrzeugs nicht richtig gesichert war. In einer Kurve drückten die auf der Ladefläche gestapelten Farbkübel auf diesen Laden, so dass er sich öffnete und die Kübel auf die Strasse purzelten. Die Abklärungen zur Unfallursache sind gemäss Dionys Widmer noch im Gang.

Der Geschäftsführer des Gipsergeschäfts, das die Farbkübel verloren hat, kann sich gegenüber dem Newsportal «FM1today» das Unglück nicht erklären. Die Seitenlade des Lieferwagens dürfe sich grundsätzlich nicht lösen. Wenn ein Defekt vorliege, hätte das der Chauffeur bemerken müssen. Der Fachmann relativiert die Gefahr, die von der Farbe ausgeht: «Es handelt sich um Mineralfarbe, die ohne Lösungsmittel auskommt und daher nicht besonders umweltschädlich ist.»

Den Unfall bedauert der Geschäftsführer des Gipsergeschäfts. Die am Schibenertor vom Lieferwagen gestürzte Farbe habe einen Gesamtwert von rund 3'000 Franken. Dazu kämen jetzt wohl noch über 10'000 Franken für die Reinigungsarbeiten, schätzt er gegenüber «FM1today».