Strassenumfrage: Gossauerinnen und Gossauer spazieren trotz Pandemie

Passanten in Gossau halten sich an die Vorgaben des Bundes, wollen ihren Alltag aber nicht komplett auf den Kopf stellen.

Elisabeth Fitze und Fabio Fornito
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In Gossau ist es am Mittag ruhig. Viel ruhiger als sonst. Am Bahnhof hat es einzelne Passanten. Einige gehen zum Postbriefkasten oder an den Geldautomaten und steigen dann sofort wieder ins Auto. Fussgänger sieht man nur wenige. Viele halten sich an die Sicherheitsmassnahmen des Bundes wegen des Coronavirus, doch gibt es auch Personen, die sich bei der Begrüssung umarmen. Die Passanten wollen ihren Alltag nicht auf Grund des Virus komplett umstellen. Bei einer Strassenumfrage äussern Gossauer sich dazu, was sie auf die Strasse treibt und wie sie mit den Massnahmen des Bundes umgehen

Sabine Schneider, 29
Softwareentwicklerin, Gossau

Ich bin gerade auf einem Spaziergang mit meinem Kind. Dies mache ich jeden Tag eine Stunde lang. Ansonsten habe ich nur noch mit meinem Mann Kontakt. Wir treffen keine Freunde mehr und halten uns praktisch immer daheim auf. Die freie Zeit nutze ich, um Tutorials anzuschauen oder mich sonst fortzubilden.

Tom Fercher, 55
Personalberater, Aarberg

Ich gehe mit dem Ganzen relativ gelassen um. Trotzdem tue ich, was nötig ist und bin froh, dass der Bund die Massnahmen eingeführt hat. Ich bin gerade draussen, um einen online bestellten Artikel abzuholen. Es ist nichts Lebensnotwendiges, aber ich habe das Risiko abgewogen und finde, dass es nicht grösser ist, als wenn ich spazieren gehe.

Norbert Hug, 65
Pensionär, Gossau

Ich bin mit meiner Frau draussen, um Geld abzuheben. Danach gehen wir sofort wieder nach Hause. Dort verbringe ich im Moment die meiste Zeit, ich arbeite auch im Homeoffice. Das Haus verlasse ich nur, um mit meiner Frau wandern zu gehen. Die Einkäufe tätigen unsere Kinder. Wir haben Glück, dass wir von ihnen unterstützt werden.

Thomas Dschulnigg, 30
Logistiker, Gossau

Ich schaue, dass ich den nötigen Abstand zu anderen Menschen einhalte, gehe aber noch spazieren. Man kann nicht den ganzen Tag drinnen verbringen. Es braucht immer noch einen gewissen Alltag. Ich verfolge die ganze Situation, Panik bringt aber gar nichts. Das Leben geht trotzdem weiter. Die ganzen Panikkäufe sind reiner Schwachsinn.

Anneliese Helg, 63
Pensionärin, Gossau

Es ist mir wichtig, dass das Leben einigermassen normal weitergeht. Ich wasche vermehrt die Hände und halte den Abstand zu anderen Personen. Das ist für mich das Wichtigste. Ich war gerade bei Freunden essen und bin jetzt auf dem Weg nach Hause. Gerade bei solchen Sachen ist es wichtig, dass man keine grösseren Umstellungen macht.

Stefan Ljubic, 25
Koch, Gossau

Ich arbeite als Koch im Altersheim, von daher geht mein Berufsleben normal weiter, wenn auch mit besonderen Vorschriften. Für mich persönlich ist das kein Problem, es geht halt um die Gesundheit. Ich denke, der Staat weiss was er macht und wir als Bürger sollten uns daran halten. Ich stehe voll und ganz hinter den Massnahmen.

François Chudroy, 57
Vermesser, Rehtobel

Ich halte mich an die Regeln des Bundes, wie zum Beispiel den nötigen Abstand, und betreibe auch Homeoffice. Gerade bin ich unterwegs, um Verpflegung zu besorgen. Das mache ich weiterhin selbst. Auch mein Erwerbsleben ist noch im vollen Gang, darum hatte ich bis jetzt auch noch keine Zeit für den Frühlingsputz oder Ähnliches.