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«Ernüchternd »- Der Gossauer Gewerbeverein reagiert auf das städtische Raumkonzept

Der Gewerbeverein Gossau kritisiert das Raumkonzept der Stadt, ein halbes Jahr nachdem dieses erstellt wurde. Für die HIG und den Verein Fachgeschäfte stimmt der Fahrplan.
Adrian Lemmenmeier
Der Gewerbeverein hält die Verkehrsbündelung auf der St. Gallerstrasse für unrealistisch. (Bild: Benjamin Manser)

Der Gewerbeverein hält die Verkehrsbündelung auf der St. Gallerstrasse für unrealistisch. (Bild: Benjamin Manser)

Im Mai letzten Jahres hat die Stadt Gossau ein Raumkonzept erstellt. In diesem Papier ist die Strategie aus dem Stadtentwicklungskonzept konkret auf den Raum in Gossau angewandt. Vergangenen Sommer hat die Stadt dazu eine Ausstellung durchgeführt und die Bevölkerung zur Mitsprache eingeladen.

Acht Monate später äussert sich der Gossauer Gewerbeverein zum Thema. Und zwar in einem Brief an den Stadtrat, der auf der Homepage des Vereins veröffentlicht ist. Ob der Beurteilung bezüglich der Zentrumsentlastung gibt sich der Gewerbeverein «ernüchtert». Man erwarte, dass sich der Stadtrat mit Nachdruck für den Autobahnanschluss Appenzellerland im Osten Gossaus einsetze. Zudem sei die Verkehrsbelastung des Gröblikreisels «aus wirtschaftlicher Sicht besorgniserregend».

Kein Problem mit Pförtneranlagen

Konkret bedeute das, dass Mitarbeiter von Gewerbe- und Industriebetrieben derzeit im Stau schlicht zu viel Zeit verlieren würden, sagt Thomas Stadelmann, Vorstandsmitglied des Gossauer Gewerbevereins. Ausserdem führe der Stau dazu, dass Leute Gossau umfahren würden, was wiederum weniger Kundschaft für das lokale Gewerbe bedeute.

Das Raumkonzept sieht ausserdem vor, mit Pförtneranlagen den Verkehr im Zentrum zu dosieren. Eine sinnvolle Lösung? «Zu den Pförtneranlagen hat der Gewerbeverein keine abschliessende Meinung», sagt Stadelmann. «Das ist eine mögliche verkehrsplanerische Massnahme. Wenn sie den Verkehr flüssiger macht, kann sie im Einzelfall Sinn machen.» Die Bündelung des Verkehrs auf der St. Galler­strasse, die das Raumkonzept vorsieht, begrüsst der Gewerbeverein grundsätzlich, wie Stadelmann sagt. Allerdings halte man dieses Vorhaben für wenig realistisch. In Gossau gebe es mehrere Verkehrsachsen, nicht nur die St. Gallerstrasse.

Übereinstimmend mit dem Raumkonzept lehnt der Gewerbeverein die Erweiterung des regionalen Güterterminals südlich der Bahngleise an der Grenze zu Winkeln klar ab. «Boden in Arbeitszonen ist ohnehin knapp. Ein Terminal für den Güterumschlag bringt ausserdem wenige Stellen pro Fläche.»

Grundsätzlich gut unterwegs

Anders sieht das Markus Mauchle, Präsident der Handels- und Industrievereinigung Gossau (HIG): «Wir begrüssen die neue Variante für einen neuen Güterterminal im Industriegebiet.» Ein Terminal könne jedoch nur mit dem neuen Autobahn-Zubringer Appenzell realisiert werden. Grundsätzlich sei man mit dem Raumkonzept der Stadt einverstanden. «Die für uns massgebende Erschliessung der Industrie muss aber gewährleistet bleiben.» Um die Attraktivität Gossaus zu halten, sei es wichtig, Arbeitsplätze auszubauen.

Auch bei der Vereinigung Fachgeschäfte Gossau und Umgebung ist man mit der Stossrichtung des Raumkonzeptes einverstanden, wie Präsident André Wigger sagt. Nur mit der Umsetzung sei man nicht immer zufrieden. So sei sowohl im Stadtentwicklungskonzept als auch im Raumkonzept festgehalten, dass die Detailhandelsflächen möglichst im Stadtzentrum anzuordnen seien. Dennoch sind in Gossau West ein neuer Coop und eine neue Migros geplant. «Wir verstehen aber, dass die Stadt keine Handhabe hat, wenn die Flächen privat vermietet werden.»

Der Gewerbeverein weist in seinem Schreiben ausserdem darauf hin, dass im Zentrum Platz für den motorisierten Individualverkehr bleiben müsse. Deshalb seien ausreichend Parkplätze beizubehalten. «Für die Geschäfte sind Parkplätze nicht das Wichtigste», sagt André Wigger vom Verein Fachgeschäfte dazu. «Verkehrsberuhigung ist ebenso notwendig.» Und ausserdem sei das Parkplatzangebot in Gossau derzeit «fantastisch».

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